Reisebericht Albanien 24. Juni 2022

Albanien – „Das Land mit dem allerbesten Preis-Erlebnis-Verhältnis“

WORLD INSIGHT Reisegast

Was erwartet einen eigentlich in Albanien? Unsere Reisende Daniela B. resümiert: Ein kleines Land mit herzlichen Menschen, fantastischem Essen, zahlreichen Weltkulturerbestätten und jeder Menge Gastfreundschaft!

Albanien entspricht genau dem aktuellen Zeitgeist, was das Reisen betrifft. Weniger Fernreisen, nah erreichbar, erschlossen und gleichzeitig mit vielen unbekannten Seiten. Es hat ein kaum zu glaubendes Preis-Erlebnis-Verhältnis zu bieten und es sind bisher nur wenige Touristen unterwegs.

Albanien scheint das einzige Land in Europa zu sein, welches seine Energie zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen bezieht (Wasserkraft), auch wenn das ökologische Bewusstsein in der Gesellschaft an vielen Stellen noch nicht ganz so stark ausgeprägt ist.

Im Mai sind die Temperaturen angenehm mild um die 24 Grad. Je nach Höhe ist eine wärmere Jacke jedoch sinnvoll. (Foto: Daniela B.)

Die schönste Reisezeit ist wohl der Mai. Alles grünt und blüht und die Temperaturen sind noch relativ mild, im Vergleich zu Juli oder August. Halblange Hosen und Röcke sind sehr angenehm, jedoch ist es in den Bergregionen merklich kühler, was beim Koffer packen beachtet werden sollte.

Die Hotels, in denen wir übernachteten, waren alle gut und hatten dabei öfter die „albanisch-typische Begleiterscheinung“: Irgendetwas Kleines funktionierte immer nicht, darauf ist man im Voraus jedoch vorbereitet und kann es mit Humor nehmen.

Die albanische Küche bietet eine kulinarische Vielfalt für Genießer!

Das Essen ist eine ehrlich bäuerliche Küche und kann geschmacklich am besten als eine Mischung aus Toskana, Griechenland und Türkei beschrieben werden. Es gibt sehr viele Gemüsegerichte und Salate. Wer gerne Feta isst, kommt auf jeden Fall auf seinen Geschmack.

Natürlich gibt es auch Fisch (etwa Lachsforelle), Meeresfrüchte (wie Kalmar oder Muscheln) und Fleisch (gegrilltes Zicklein oder langsam geschmortes Milchlamm).

Die Weine sind geschmacklich eher auf einem einfachen Niveau. Das Essen war jedoch fantastisch und durchweg authentisch!

Die Straßen sind besser als gedacht, jedoch oft sehr schmal und kurvig, sodass man mit längeren Fahrzeiten rechnen muss. Die Fahrweise der Einheimischen ist etwas chaotisch, man könnte aber auch sagen „der Langsame gibt dem Schnelleren die Vorfahrt“, egal ob in der eigenen Fahrtrichtung oder bei Entgegenkommenden. Erstaunlicherweise sieht man nie einen Unfall.

In den verträumten Dörfern scheint teilweise die Zeit stehen geblieben zu sein. In einigen Orten spielt sich das Leben ab, wie in unseren ländlichen Regionen vor 70 Jahren.

(Foto: Mitreisende von Daniela B.)

Im Dorf-Café zu sitzen ist ein Gefühl, wie im Arte-Dokumentarfilm über Albanien – nur ist man selbst mittendrin dabei!

Albanien hat einige Städte mit Weltkulturerbe-Status und wunderschöner Altstadt, wie Berat und Gjirokastra oder die Kulturstadt Korca.

Berats gesamte Altstadt wurde 1961 vom Staat offiziell zur Museumsstadt ernannt und zusätzlich von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. (Foto: Daniela B.)

Man sieht auf der Tour einen der weltweit ältesten Seen, den Ohridsee und einen der letzten Wildflüsse Europas, die Vjosa. Wir haben uns auf eine oberschenkeltiefe Wasserwanderung durch den Lengarica-Canyon begeben und auf eine 2-Stunden-Fährfahrt über den beeindruckenden Komansee, inklusive tanzender albanischer Touristen. Ebenso durften wir die geheimnisvolle Karstquelle Syri – „blaues Auge“ – bestaunen. In der verwunschenen Landschaft tummeln sich blaue Libellen-Schwärme.

Die Bootsfahrt auf dem Komansee gilt als eine der schönsten der Welt. In Ufernähe erspähen wir so manches abgeschiedene Dorf, das ausschließlich auf dem Wasserweg erreichbar ist. (Foto: Daniela B.)

Zudem haben wir uns auf mehrere einfache bis mittlere Wanderungen begeben, unter anderem durch die albanischen Alpen und den malerischen Llogara-Nationalpark. Wer in glasklarem Wasser baden wollte, konnte dies auch tun. Gerne hätte ich noch mehr Zeit in Tirana verbracht. Neben der Stadtführung konnte ich jedoch noch die „Bunk’Art2“-Ausstellung in weitläufigen ehemaligen Bunkeranlagen besuchen – eine sehenswerte Aufarbeitung der Geschichte der Geheimpolizei/Sigurimi.

Trotz Zerstörung, Beschädigung oder Umnutzung vieler religiöser Stätten während des Hoxda-Regimes gibt es unzählige bedeutende katholische und orthodoxe Kirchen mit Fresken und Ikonen (wie Onufri), Moscheen und Tekken (Gebetshäuser des Sufismus) – in Städten auch immer wieder allesamt in unmittelbarer Nähe!

Auf unserer Tour begegnen uns immer wieder architektonische Kunstwerke. (Foto: Daniela B.)

Der osmanische Einfluss ist allgegenwärtig und prägt das besondere Flair Albaniens: eine Mischung aus Orient und Okzident.

Albaner sind von ihrer Mentalität her eher zurückhaltend, aber sehr freundlich und hilfsbereit zu Touristen. Mehrfach wird man gefragt, woher man kommt, und bekommt eine sehr positive Resonanz, wenn man Deutschland sagt.

Zur Gastfreundschaft gehört als Begrüßungsritual auch der Raki, den es zu allen Tageszeiten gibt und der manchmal atemberaubend stark ist.

Raki_Albanien

Der Raki ist ein traditioneller Obstbrand, der vor oder nach jeder Mahlzeit getrunken werden kann – ja, theoretisch auch zum Kaffee am Morgen…

Wir hatten das Glück, den wohl besten Reiseleiter Xeni Shkelzen Alite, zu haben.

Seine Erzählungen über die Landeshistorie, Geschichtchen, Mythen über Ali Pascha, Skanderbeg, die Hoxda-Zeit, Ismail Kadare, Gauner, Blutrache, Drogenproblematik und tiefen Einblicken in die albanische Gesellschaft – durchaus kritisch – haben unsere Eindrücke vom Bild des wundervollen, liebenswerten und widersprüchlichen Landes Albaniens geprägt.

Ich kann nur resümieren: Unbedingt anschauen!

 

Daniela B. aus Stuttgart
03.06.2022

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