Mit Reisen helfen! 3. Juli 2015

Ein Beitrag zum Wiederaufbau Nepals

Christian Greiner

Im Frühjahr 2015 richtete ein Erdbeben in Nepal massive Schäden an. Warum sich die Nepalesen trotzdem über Touristen freuen und das Land gerade jetzt bereist werden sollte, schildert uns Country Manager Ramesh Luintel.

Der Erdstoß, der Nepal im April dieses Jahres erschütterte, gilt als der schwerste der Region seit 80 Jahren und ließ der Bevölkerung über einige Wochen keine Ruhe, denn erst am 29. Mai 2015 gab es das letzte deutliche Nachbeben im Himalaya. Nach Schätzungen der weltweiten Presse sind rund acht Millionen Menschen der Regionen Nepal, Tibet sowie Nord- und Nordostindien betroffen.

Country Manager Ramesh erklärt uns, warum Nepal-Reisen so wichtig sind

Country Manager Ramesh erklärt uns, warum Nepal-Reisen so wichtig sind

Forscher verorten das Epizentrum des Bebens rund 80 Kilometer nordwestlich von Kathmandu, weswegen besonders in dieser Region die größten Schäden zu verzeichnen waren und viele Menschen unter einstürzenden Häusern begraben wurden.

Die internationale Konferenz zu Nepals Wiederaufbau

Die internationale Konferenz zu Nepals Wiederaufbau

Am 25. Juni 2015 fand eine große Konferenz statt, bei der viele der wichtigsten asiatischen und teils europäischen Außenpolitiker und auch der Vizepräsident der Weltbank vor Ort waren, um sich ein Bild von der aktuellen Lage Nepals zu machen. Es wurde zur weiteren Unterstützung beim Wiederaufbau des Landes eine Finanzhilfe von rund 3,5 Millionen Euro vereinbart, die schnellstmöglich in wichtige Aufbau- und Reparaturarbeiten investiert werden soll. Wie geht es aber den Menschen vor Ort und ist Nepal für Erlebnisreisende überhaupt noch sicher? Ein klares „Ja!“ gibt es von unserem Country Manager Ramesh Luintel, der uns die aktuelle Situation in seiner Heimat schildert.

Begrüßt werden wir mit einem Lächeln

Einige markante Sehenswürdigkeiten des Landes wurden beschädigt, aber die Einwohner lassen sich nicht leicht unterkriegen. Trotz vieler Verluste sind die Aufbauarbeiten im Himalaya-Land in vollem Gange und bei dem Großteil der nepalesischen Bevölkerung ist wieder der Alltag eingekehrt. Vor Ort haben wir uns dazu auch noch einmal die die Lage der Menschen angesehen. Viele Gesichter strahlen uns entgegen, die Kinder singen und allgegenwärtige Arbeiter engagieren sich für einen schnellen Wiederaufbau!

Der Palast auf dem Durbar-Platz in Kathmandu

Der Palast auf dem Durbar-Platz in Kathmandu

Unser Country Manager Ramesh hat uns ergänzend auch noch einen detaillierten Statusbericht der wichtigsten Sehenswürdigkeiten geliefert – aktuell sind unsere Reisen (auf nepalesischer Seite) bedenkenlos und umfassend durchführbar, lediglich ein Dorfbesuch wird von uns auf Kirtipur umgeroutet, eine bezaubernde Stadt, die bereits im 11. Jahrhundert erbaut wurde und uns ganz nah heran bringt, an das dörfliche Leben im Himalaya.

Patan Durbar Square 3

Auf den Durbar-Platz in Patan herrscht nach wie vor eine geschäftige Atmosphäre

„Was das kulturelle Erbe angeht, hat es am schlimmsten den Durbar-Platz in Kathmandu getroffen“, sagt uns Ramesh, auf die Hauptstadt angesprochen. „Viele Tempel dort sind eingestürzt und ein Teil des markanten alten Palasts ist ebenfalls stark beschädigt.“ Das Epizentrum des Bebens lag nicht fern des kulturellen Zentrum Nepals. Aktuell sind noch immer einige Aufräumarbeiten im Gange, sicher ist es dort allerdings trotzdem, denn für die Sehenswürdigkeiten wurden spezielle Touristenpfade errichtet, die uns und die eindrucksvollen Kulturschätze schützen. Mit Hilfe dieser Pfade wurden alle Sehenswürdigkeiten im Kathmandutal bereits am 15. Juni 2015 wieder zugänglich gemacht, somit muss kein Highlight in dieser Region ausfallen, vor allem auch nicht die unendliche Gastfreundschaft der Nepalesen, die sich gerade jetzt besonders über Reisende freuen.

In Nagarkot bietet sich außerdem nach wie vor ein spektakulärer Blick auf das Everest-Massiv und das markante Panorama des Himalayas. Der eindrucksvolle Boudhanath-Stupa hingegen liegt mit seiner Position im Nordosten Kathmandus recht nah am Epizentrum des Bebens und hat so einige Schäden davon getragen.

„Den können wir uns aber trotzdem noch problemlos ansehen“, verspricht Ramesh. Außerhalb des Kathmandu-Tals ist es zum Beispiel in Pokhara, am Fuße des Himalaya, zu keinen Zwischenfällen gekommen, somit ist die Route unseres Annapurna-Trekkings ebenfalls einwandfrei begehbar ist. Reisende haben dort somit kaum mit Einschränkungen zu rechnen und können so weiterhin die beeindruckende Aussicht auf den Pfaden genießen.

Die Unterkünfte, die wir auf unseren Reisen in Kathmandu nutzen, sind ebenso minimal bis überhaupt nicht beschädigt und eine Großzahl anderer Orte, die wir im kulturreichen Land besuchen, ist genauso verschont geblieben, sodass uns die Betreiber der Unterkünfte mit gewohnter Freundlichkeit empfangen und sicherlich viel zu erzählen haben.

Soziales Engagement

Trotz dieser teilweise positiven Nachrichten benötigt Nepal stellenweise immer noch Hilfe. „Das Leben normalisiert sich langsam“, sagt uns Ramesh, „allerdings wird gerade in Ortschaften, in denen nicht mit Beton gebaut wurde, noch kräftig angepackt.“ Neben Geldspenden kann dem Land auch aktiv durch Tourismus geholfen werden. Was zunächst seltsam klingt, ergibt bei näherer Betrachtung einen Sinn: Viele Reiseleiter in der Region würden gerne aktiv arbeiten, um durch ihren touristischen Beitrag Nepal kräftig zu unterstützen, denn im Gebirgsland ist die Tourismusbranche der stärkste wirtschaftliche Antrieb.

In Patan muss der Krishnatempel gestützt werden

In Patan muss der Krishnatempel gestützt werden

Unser Country Manager Ramesh engagiert sich neben der Tourismustätigkeit noch im sogenannten „Club 50“, einer kleinen gemeinnützigen Organisation aus gut zwei Dutzend namensgebenden Mittfünfzigern. Für das speziell abgestellte Erdbebenkomitee des Clubs hat Ramesh die Leitung übernommen und koordiniert mit einigen weiteren Mitgliedern die zielgerichtete Unterstützung für den Wiederaufbau des Landes. Mithilfe der Organisation konnten bereits 70 Zufluchtsorte in den Städten geschaffen werden, um die nun teilweise obdachlosen Menschen aus den Bergdörfern aufzufangen. In der nächsten Zeit soll diese Zahl noch auf rund 100 anwachsen.

Der Club plant außerdem den schnellen Wiederaufbau vieler Schulen, damit die Kinder wieder einen geregelten Alltag erfahren und ihnen trotz der aktuellen Schwierigkeiten ein stabiler Start in die spätere Berufswelt garantiert wird. Neben diesen akuten Maßnahmen für die Erdbebenopfer spendet der Club auch regelmäßig Rollstühle an die Menschen, die sich die teure Hilfe nicht leisten können. In einem weiteren Projekt werden seit einiger Zeit immer wieder Bäume gepflanzt, um die Umweltbilanz Nepals noch zu verbessern. Mit diesen Aktionen möchten Ramesh, unsere Partner vor Ort und viele Reiseleiter des Landes ihrer sozialen Verantwortung nachkommen und dem Land, das jährlich so viele Reisende bestaunen, etwas zurückgeben.


Wir liegen sehr weit abgelegen, hier kommen nicht sehr viele Leute hin. Menschen, die uns helfen möchten, können dies am besten als Reisende tun. Wir lieben es, ihnen unser Land zu zeigen und wer weiß – vielleicht kann man ja an manchen Stellen noch mit anpacken? Die Menschen hier freuen sich trotz allem stets über Besuch aus dem Ausland.

– Ramesh Luintel


Auch wir als Reiseveranstalter wollen Nepal mit Tourismus unterstützen, am besten möglichst einfach und ohne große Hürden. Dafür haben wir die Mindestteilnehmerzahl unserer Nepal-Reisen jetzt auf 2 Teilnehmer heruntergesetzt. Das gilt für folgende Reisen, bei Terminen, die noch in diesem Jahr stattfinden:

Nepal aktivPlus

Nepal mit Chitwan Nationalpark aktivPlus

Nepal Vagabunt

Nepal ComfortPlus

Das heißt für Sie, dass alle hier aufgeführten Reisen schon ab zwei Personen garantiert durchgeführt werden! Unsere Kombinationsreise 19 Tage Nepal und Tibet ist aktuell nur auf der nepalesischen Seite realisierbar, da die chinesische Regierung noch den Zugang ins Nachbarland von nepalesischem Staatsgebiet aus untersagt.

Für weitere Infos dazu beachten Sie auch unsere aktuellen Hinweise.

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