Madagaskar 3. Mai 2017

Stifte und Spielzeug für die Kinder in Ranohira

WORLD INSIGHT-Country Managerin Hely Rakotomanantsoa hat in einem Dorf im Süden Madagaskars ein Schulprojekt aufgebaut – auch dank der Hilfe von WORLD INSIGHT-Reisegästen lernen Kinder dort für eine Zukunft ohne Armut.

Wer an Madagaskar denkt, hat meist die einzigartige Natur der Insel vor Augen – die Lemuren, Baobabs und Tsingys. Doch der zweitgrößte Inselstaat der Welt beheimatet nicht nur endemische Tiere, ungewöhnliche Bäume und bizarre Felsformationen. Madagaskar ist auch Heimat großartiger Menschen wie unsere Country Managerin Hely Rakotomanantsoa.

Als sie in den 1970er Jahren für ein Tourismusmanagement-Studium in die belgische Hauptstadt Brüssel ging, hätte sie einfach dort bleiben können. Sie hätte in einer reichen Industrienation leben können anstatt in dem von Armut geplagten Entwicklungsland Madagaskar. Doch dieser Gedanke kam ihr nie. Sie wollte in ihrem Heimatland etwas aufbauen.

1980, nach abgeschlossenem Studium, kehrte sie deswegen nach Madagaskar zurück und ist heute WORLD INSIGHT-Country Managerin, leitet ihr eigenes Tourismusunternehmen und ein eigenes Hotel in der Hauptstadt Antananarivo – dort, wo sie in einfachen Verhältnissen aufwuchs.

Doch sie wollte auch für die Menschen etwas aufbauen, die sich kein Studium leisten können. So half sie unter anderem in ihrer Heimatstadt Antananarivo ein Kindergarten-Projekt für Waisenkinder auf den Weg zu bringen. „Organisieren ist mein Hobby“, sagt sie.

Eine Grundschule für Ranohira

Ein ganz besonderes Projekt ist für sie heute eine Grundschule im Dorf Ronahira in der Nähe des Isalo-Nationalparks. „Ich war dort und habe gesehen, wie Kinder auf dem Boden geschlafen haben, sie hatten nichts. Ich habe selbst Kinder und wollte unbedingt helfen“, berichtet Hely.

Das Dorf Ronahira liegt im Süden Madagaskars, dem Teil des Landes, der besonders unter Armut leidet. „Im Süden gibt es keine Industrie, in der die Menschen Geld verdienen können. Mütter müssen auf Feldern arbeiten, um ihre Kinder zu ernähren. Es ist dort sehr schwierig, Kinder zur Schule zu schicken.“

In der Grundschule in Ronahira bekommen die Kinder nun regelmäßig Mahlzeiten. „Dadurch, dass die Eltern ihre Kinder in der Schule mit einer Mahlzeit versorgt wissen, können sie die Kinder guten Gewissens in die Schule gehen lassen“, erklärt Hely. 2017 sollen die Eltern außerdem Saatgut erhalten, sodass sie selbst anpflanzen können. Dies, so das Ziel, soll ihnen eine nachhaltige Einkommensgrundlage bieten, um Essen und Bildung für die Kinder bezahlen zu können.

Das Projekt startete 2014 auf Initiative eines Paares aus Isalo. Damals gab es nur einen Raum, nur Wände und Dach. Hely half die Grundschule zu renovieren, besorgte Zement für den Boden, ließ die Wände bemalen und richtete die Schule mit Tafeln, Tischen und Stühlen ein. „Die kleinen Tische wurden in einem nahegelegenen Dorf angefertigt. Die Stühle sind von einer WORLD INSIGHT-Reisegruppe“, berichtet Hely. Mittlerweile freuen sich 64 Schulkinder im Alter von 1-5 Jahren über die neue Grundausstattung.

Jede Spende hilft

Die Hilfsbereitschaft unter den Reisegästen von WORLD INSIGHT ist der Country Managerin sofort aufgefallen: „Es gibt mehr und mehr Reisende, die etwas zurückgeben wollen.“ Seit Januar 2016 bringen WORLD INSIGHT-Reisegruppen nun Spendenpakete mit in die Schule, die vor Ort besorgt wurden. WORLD INSIGHT-Produktmanagerin Claudia Mendrok war vom ersten Moment an von der Idee begeistert, einen Besuch der Grundschule in Ronahira in das Programm der Madagaskar-Erlebnisreise aufzunehmen.

Eine WORLD INSIGHT-Reisegruppe besucht die Schule in Ranohira.

„Die Gruppen bringen zum Beispiel gebrauchtes Spielzeug, Schulbücher und Stifte mit. Die Kinder lieben es zu malen! Manchmal gibt es auch einen Sack Reis. Wir haben eine Liste, auf der steht, was am meisten gebraucht wird.“ Auch kleine Dinge für wenig Geld, wie zum Beispiel Säfte, seien für die Kinder viel, erzählt Hely.

„Das hilft den Menschen dort sehr. Besonders schön ist aber auch der Austausch zwischen den Reisenden und den Menschen vor Ort. Statt nur Fotos zu machen, sind die Menschen in Kontakt.“ Die Reisenden zeigen den Kindern auf einer Weltkarte etwa, wo sie her kommen. So lernen die Kinder etwas über die Geographie und im Austausch auch etwas über die Kultur in fremden Ländern.

Solches Engagement ist auch an anderen Stellen nötig, berichtet Hely: „Wenn du das erste Mal nach Madagaskar reist, dann kommst du um zwei Dinge nicht herum: Armut und Abholzung. Reisende reden oft über diese Themen.“

Spuren hinterlassen

Bevor die ersten Menschen Madagaskar besiedelten, war die Insel fast komplett mit Wald bedeckt. Durch Abholzung und Brandrodung sind heute nur noch vier Prozent der Regenwald-Fläche erhalten. Savannen bedecken mittlerweile den Großteil der Insel.

Mit einem Baum hinterlassen die Reisegäste Spuren auf Madagaskar.

Beim Besuch eines Wiederaufforstungsprojekts in der Nähe des Périnet-Naturreservats können Reisegäste der Madagaskar Erlebnisreise dem Land etwas von seinem ursprünglichen Wald zurückgeben. Das Projekt einer lokalen Organisation setzt sich gegen die Abholzung und Brandrodung des Regenwalds ein.

„Reisegäste können dort ihren eigenen Baum pflanzen und hinterlassen damit eine Spur auf Madagaskar. Mitarbeiter des Projekts kümmern sich danach um die Bäume. Sie achten darauf, dass sich der Baum gut entwickelt. Das ist ein Langzeitprojekt“, erzählt Hely. Reisegruppen können so nachverfolgen, welche Bäume andere Gruppen bereits gepflanzt haben.

„Es ist auch eine Form von Bildung, denn die Einheimischen sehen, dass Gäste aus anderen Teilen der Welt Bäume pflanzen. Sie hinterfragen dann vielleicht die Brandrodung oder Abholzung der Bäume.“

Bildung ist für Hely Rakotomanantsoa der Schlüssel für eine Zukunft ohne Armut. Die Grundschule bei Ranohira ist nur eines der zahlreichen Hilfsprojekte, die sie mit ihrem Organisationstalent ins Leben gerufen hat. Doch es ist eines der Wichtigsten – für die Kinder in Ranohira und für die Zukunft Madagaskars.

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