Reisender Josef vor der mongolischen Steppe mit Jurten
Im Land der Wüsten und Weiten 29. Oktober 2026

Eindrücke aus der Mongolei

Maike Wessel

Reisegast Josef begab sich in ein wahrlich unbekanntes Reiseziel: die Mongolei. Gemeinsam mit seinem Sohn tauchte er tief in die Wunder und kulturelle Vielfalt eines Landes mit endloser Weite ein.

Nach einer sehr gut organisierten Zug-Anreise mit Rail & Fly von München nach Frankfurt und einem ebenso problemlosen Flug kamen wir in Ulaanbaatar, der Hauptstadt der Mongolei an. Hier startete unsere WORLD INSIGHT Mongolei-Reise.

 

Erste Etappe: Die Hauptstadt Ulaanbaatar

mongolische Hauptstadt

 

Die Republik Mongolei ist 18-mal so groß wie Österreich und hat (Stand 2024) 3.5 Millionen Einwohner. Etwa 60 % davon leben in den Städten.Buddhastatue im Madiari Tempel In Ulaanbaatar allein leben etwa 1.5 Millionen Einwohner:innen. Dabei hat die Stadt außer Museen, dem Bogd Khan-Palast und dem Süchbataarplatz mit einem monumentalen Denkmal von Dschingis Khan eher wenig zu bieten. Auch der verrückte Verkehr in der Großstadt trug dazu bei, dass wir froh waren, als wir endlich die Stadt verlassen und uns in die Weite der mongolischen Landschaft begeben konnten. Aufgeteilt auf drei Uza, russische Allradfahrzeuge, begann unter der umsichtigen Leitung von Sootoh und seinen drei Fahrern unsere Erlebnisreise.

Für ein Highlight blieben wir dann doch noch in der Hauptstadt: Dort besuchten wir noch das Gandan-Kloster, das bedeutendste Zentrum des lamaistischen Buddhismus. Dazu gehörte auch der Maidari-Temple mit der größten Buddha-Statue des Landes.

 

Auf Tuchfühlung mit der mongolischen Kultur

Drohnenaufnahme von einem Jurtendorf im Khangi Gebirge

 

Die erste Jurten-Erfahrung wartete am Nationalpark Khustain Nuruu auf uns. Diese Jurte war die erste von 13 weiteren Unterkünften auf unserer Reise. Das Wort Jurte stammt eigentlich aus dem Türkischen und bedeutet Lagerplatz oder Zelt. Die Eingangstür zeigt dabei immer nach Süden und in der Mitte befindet sich ein Herd, der mit der Dachöffnung die Weltachse symbolisiert. Früher gab es sehr strenge Regeln in einer Jurte, z. B. über das Innenleben, die Sitzordnung, dass man nicht auf die Schwelle treten, nicht durch die Mitte gehen darf und Ähnliches.Reiseleiter Sootoh und die drei fahrer posieren vor dem Auto

Die nächsten Tage erwarteten uns lange Fahrten, die zu ca. 60 % über holprige Pisten führten. Sie waren zwar nie langweilig, weil es immer etwas zu sehen gab, aber sie verlangten unserem Sitzfleisch einiges ab. Aber es gab niemals Jammern und Geschrei aus der Gruppe, da Sootoh viel Fingerspitzengefühl bewies und genau wusste, wann es wieder Zeit für einen Foto-Stopp oder eine Pinkelpause war.

 

Ein Tipp von Josef für Mongolei-Reisende: Bei den Wanderungen im Khangai-Gebirge erwies sich die mitgebrachte Drohne als sehr nützlich.

Ein Willkommensgeschenk der besonderen ArtEin Schaf wird geschlachtet

Was die Verpflegung betrifft, waren wir etwas überrascht, dass das Essen zwar sehr fleischlastig war, es aber auch immer wieder reichlich Gemüse gab. Unsere beiden Vegetarierinnen in der Gruppe hatten so keinerlei Gründe sich zu beschweren. Am Ugii-See wurde sogar ein Schaf für uns geschlachtet und im Anschluss frisch zubereitet. Dass wir von Anfang an dabei sein konnten und zusehen durften, war allerdings nicht unbedingt jedermanns Geschmack.

 

 

Vulkane & Co.: Die mongolische Natur von ihrer besten Seite

Ein Dünenplateu in der Mongolei

 

Weiter ging es mit langen Pistenfahrten, aber auch immer wieder standen kleinere, eher leichte Wanderungen auf unserem Programm. Wir bestiegen zum Beispiel den Khorgo-Vulkan und der Rundweg bescherte uns herrliche Aussichten, außerdem wanderten wir zum „Weißen See“, zum Wasserfall in der Tokhoi-Schlucht und genossen zwischendurch immer wieder die endlose Weite um uns herum. Immer wenn sich die Möglichkeit ergab, organisierte Sootoh für uns Besuche bei Nomadenfamilien, die alle Fragen unserer wissbegierigen Gruppe beantworten konnten.

 

Von kulinarischen Abenteuern und tierischem Reichtum

traditioneller Auftritt mit Kehlkopfgesang und Pferdegeige

 

Selbstverständlich war die Mongolei auch kulinarisch ein Abenteuer und wir bekamen immer mal wieder Sachen zum Kosten. Der Suutei-Tee, ein gesalzener Milchtee, war beispielsweise eher gewöhnungsbedürftig. Aaruul, ein in Stücke gepresster Quark, der auf den Jurtendächern getrocknet wird, war auch nicht jedermanns Sache. Besser schmeckte uns dafür Joghurt aus Yakmilch und manche wagten sich auch an den berüchtigten Milchschnaps.

An einem Punkt der Reise waren wir bei einer Pferdezüchterfamilie eingeladen und erfuhren viel Interessantes über die Pferdezucht in der Mongolei. Pferde sind hier nämlich nicht nur Reittiere, Stutenmilch zum Beispiel ist eine wichtige Vitaminquelle. Unserer Frage, wieviel Pferde die Familie denn hielt, wurde allerdings eher ausgewichen, weil nach alter Tradition der Reichtum einer Familie danach bewertet wird, wieviel Vieh man besitzt.

Übrigens: Die Mongolei hat, gemessen an der Einwohnerzahl, die größte Anzahl an Pferden in der Welt.

Neben den Besuchen des Klosters Erdene Dsuu, dem Lavran-Tempel, dem Ongi-Kloster, um nur einige zu nennen, war ein Highlight für uns der Auftritt einer Gruppe, die uns den Kehlkopfgesang und die Pferdegeigen vorführten. Dabei werden Lippen, Zunge, Kiefer, Gaumensegel und Kehlkopf eingesetzt, um den Eindruck einer Mehrstimmigkeit zu vermitteln. Dieser Obertongesang klingt unglaublich und lässt sich kaum beschreiben. Also: In die Mongolei reisen und hinhören!

 

Eine grüne Überraschung: Willkommen in der Wüste Gobi!

Schließlich kamen wir in die Wüste Gobi. Etwas überraschend für uns Europäer war, wie grün die Wüste war. Sootoh klärte uns auf, dass der letzte Winter sehr streng war und es deswegen erst später als üblich zu regnen und blühen begonnen hatte. Schnittlauch und andere Pflanzen konnten daher auch im September noch blühen.

Am 11. Tag unserer Reise ging es nach Bayanzag, wo Roy Andrews, ein Amerikaner, 1920 in einer Expedition von Peking aus die ersten Dinosauriernester weltweit gefunden hatte. Die Sandsteinformationen sind als „Flaming Cliffs“ bekannt.

 

Die „Singende Düne“ als krönender Abschluss

WORLD INSIGHT Reisegruppe auf der singenden Düne

 

Der krönende Abschluss für die jüngeren Teilnehmer:innen war die Wanderung, bzw. das Erklimmen der „Singenden Düne“. Diese Wanderdüne erstreckt sich auf 180 Kilometern, ist sechs Kilometer breit und an manchen Stellen 300 Meter hoch. Der Aufstieg ist extrem anstrengend, weil man immer zwei Schritte vorwärts macht und wieder einen zurück, aber es hat sich für alle gelohnt.

Bevor wir am 17. Tag zurück in die Hauptstadt fuhren, machten wir noch einen Abstecher in den Chan Chentii-Nationalpark. Die 40 Meter hohe Reiterstatue von Dschingis Khan wurde 1962 zu seinem 800-jährigen Geburtstag errichtet. In der rechten Hand trägt er ein goldenes Schwert, das seinen Aufstieg aus bescheidenen Verhältnissen zum Herrscher des größten zusammenhängenden Reiches der Geschichte symbolisieren soll.

 

Das Ende einer besonderen Reise

Kulturelle Aufführung

 

Den letzten Tag verbrachten wir wieder in Ulaanbaatar. Natürlich fiel uns angesichts der Verkehrsverhältnisse schnell auf, wie sehr wir die Weite und Ruhe der Natur vermissten. Wenn du aus dem Auto aussteigst und lieber zu Fuß gehst, weil du dann doppelt so schnell bist, stellt man sich die Frage, wo das hinführt. Die mongolische Hauptstadt ist eine der am meisten luftverschmutzten Städte der Welt. Das liegt auch daran, dass viele Nomaden in die nahe Umgebung der Stadt ziehen, mit alten Öfen heizen und so zu diesem Dunst über der Stadt beitragen. Zum Abschluss unserer gemeinsamen Reise gab es noch ein Galadiner und eine Aufführung mit Kehlkopfgesang sowie mongolischen Liedern und Tänzen.

Es würde zu weit führen, alle Eindrücke in Worte zu fassen. Für mich besonders bemerkenswert war die Tatsache, dass sich die Gruppe unter der ruhigen und kompetenten Führung unseres Reiseleiters immer sicher und gut aufgehoben fühlte. Eine wunderschöne Reise nicht nur für mich (69 Jahre) und meinen Sohn (21 Jahre), sondern für die gesamte Reisegruppe.

 

Weitere Eindrücke von Josefs Reise:

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