Was verbindet ihr ganz persönlich mit eurem Land?
Andreas: Wir leben in diesen Destinationen – ich glaube, das ist ein ganz wichtiger Punkt. Wir haben eine authentische Liebe zu diesen Ländern. Ich selbst lebe in Havanna, Christian lebt in Playa del Carmen. Diese enge Verbindung zu den Menschen und zum Land macht einfach einen großen Unterschied.Was macht denn eine Reise mit WORLD INSIGHT nach Kuba oder Mexiko ganz besonders?
Andreas: Erst mal geht es, glaube ich, darum, dass wir WORLD INSIGHT, die Firmenkultur und auch die Kundenkultur gut verstehen und interpretieren. Nur so können wir ein wirklich authentisches Reiseerlebnis schaffen. Wir bieten ein Produkt, das sich nicht nur durch hohe Servicequalität auszeichnet, sondern vor allem durch echte Begegnungen mit den Menschen vor Ort und mit ihrer Kultur – und genau das unterscheidet uns von anderen Angeboten.Was sind die schönsten Reaktionen unserer Gäste während der Reise?
Andreas: Kundenzufriedenheit ist natürlich immer eine schöne Reaktion. Wenn Gäste dann sagen: „Ach, das war so ein tolles Essen, ein so besonderes Erlebnis“ – vor allem, wenn es um die Begegnung mit den Menschen vor Ort geht, um den Austausch und die Nähe zur Kultur – dann sind das für uns die Momente, in denen wir wissen: Wir sind in der richtigen Branche. Und wir haben es geschafft, etwas wirklich Schönes und Wertvolles zu ermöglichen.Welche Station ist denn euer persönliches Highlight – und warum? Gibt es eine besondere Anekdote?
Andreas: Bei so vielseitigen Zielen fällt es wirklich schwer, sich festzulegen. Für mich ist Kuba besonders faszinierend, weil man dort eine Art Zeitreise erlebt. Man kommt in Havanna an und fühlt sich direkt in die 50er-Jahre versetzt – mit den Oldtimern, den Häusern aus dieser Epoche, das ist einfach etwas ganz Besonderes. Am nächsten Tag geht es vielleicht weiter nach Trinidad – und dort reist man sogar noch weiter zurück, bis ins 16. Jahrhundert, als die Stadt gegründet wurde. Dieser historische Flair ist wirklich einzigartig.
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Eine Stadt wie eine Zeitreise: das kubanische Havanna.[/caption]
Und dann gibt es natürlich persönliche Highlights – zum Beispiel, wenn man Zigarrenliebhaber ist. Ein Besuch bei einem der weltberühmten Tabakbauern ist da ein absolutes Muss. Ich sage immer: Es gibt viele teure, bekannte Zigarrenmarken, aber die privat gerollte Zigarre, ohne Etikett, ganz authentisch, das ist für mich die beste Zigarre der Welt.
Christian: Mein prägendstes Erlebnis hatte ich während einer Yucatán-Rundreise, als ich in San Cristóbal de las Casas war. Ganz in der Nähe liegt ein Dorf der Tzotzil, Nachfahren der Maya, die dort noch in ihrer ganz eigenen Kultur leben, mit eigenen Bräuchen und Traditionen. Sie unterscheiden sich stark vom restlichen Mexiko, haben zum Beispiel keine Polizei, sondern eine eigene Form von Sicherheit und Ordnung.
Dieser Ort hatte für mich eine ganz besondere Energie – ich weiß nicht, wie ich es besser beschreiben soll. Ich hatte wirklich das Gefühl, dass der Ort mit einem als Mensch etwas macht, dass er spürbar etwas auslöst. Ich bin kein religiöser Mensch, wirklich nicht, aber dort habe ich zum ersten Mal gedacht: Wahnsinn, dass so ein Ort überhaupt existiert. Das war tief berührend und bleibt unvergesslich.
Wie erleben unsere Gäste die Menschen in Kuba und in Mexiko?
Andreas: Da gibt es definitiv Unterschiede. Die kubanische Lebenskultur ist stark geprägt von Lebensfreude – trotz oft schwieriger Lebensumstände. Die Kubaner sind unglaublich gastfreundlich, offen und herzlich. Es braucht in Kuba meist nur ein bisschen Musik, vielleicht ein Gläschen Rum, und schon beginnt irgendwo eine kleine Party. Diese Leichtigkeit und Wärme spüren unsere Gäste sehr schnell.
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Bunte Lebensfreude erwartet Reisende sowohl auf Kuba als auch in Mexiko.[/caption]
Christian: Ich habe ja in beiden Ländern gelebt, aktuell bin ich in Mexiko. Und die Kultur hier ist deutlich anders. Gerade in Yucatán merkt man den starken Einfluss der Maya-Kultur. Die Menschen sind sehr zuvorkommend, aber oft auch eher zurückhaltend oder schüchtern. Gleichzeitig spürt man ihre Verbundenheit mit ihren Traditionen – sei es in ihrer Art, im Alltag oder durch ihre Küche, die sehr authentisch und tief in der Region verwurzelt ist. Sie sind lebensfroh, aber auf eine andere, vielleicht etwas stillere Weise als die Kubaner. Genau dieser Kontrast macht es für unsere Gäste so spannend – zwei Kulturen, zwei Lebenswelten, beide unglaublich faszinierend.
Wie entsteht eigentlich eine neue WORLD INSIGHT-Reise?
Andreas: Das ist eine sehr interessante Frage. Ich denke, hier zeigt sich vor allem die langjährige und enge Partnerschaft zwischen uns und WORLD INSIGHT. Wir müssen uns gegenseitig gut verstehen – und gerade Christian spielt als Hauptverantwortlicher für das Travel Design eine zentrale Rolle, gemeinsam mit dem Produktmanagement bei WORLD INSIGHT.
Christian: Wie ich vorhin schon gesagt habe: Ich habe in beiden Destinationen selbst gelebt – 16 Jahre in Kuba, jetzt seit drei Jahren in Mexiko. Das macht für mich einen großen Unterschied. Ich kenne die Länder nicht nur oberflächlich, sondern wirklich aus dem Alltag heraus. Diese persönliche Erfahrung, die vielen Erkundungen, Gespräche und Begegnungen – das alles fließt direkt in die Planung ein.
Ich bin in ständigem Austausch mit WORLD INSIGHT, insbesondere mit Jenny. Wir sprechen regelmäßig, auch ganz unkompliziert per WhatsApp, tauschen Ideen aus, entwickeln gemeinsam neue Ansätze. Und es gibt auch feste Treffen: natürlich auf der ITB, aber auch durch Kundenbesuche in Deutschland oder durch Besuche von WORLD INSIGHT bei uns in den Destinationen.
So entsteht ein Produkt, das nicht nur professionell geplant ist, sondern auch persönlich geprägt – mit dem Ziel, unseren Gästen besondere Erlebnisse zu ermöglichen, die sie bei klassischen Reiseanbietern oft so nicht finden.
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Das Team rund um Christian steht in ständigem Austausch mit uns.[/caption]
Welche Begegnungen mit Einheimischen bleiben Gästen denn besonders in Erinnerung auf Reisen?
Andreas: Wir legen wie gesagt großen Wert auf die echte Begegnung mit den Menschen vor Ort. Das ist für uns ein zentraler Bestandteil jeder Reise. Gleichzeitig fördern wir soziale Projekte oder pflegen enge Beziehungen zu Künstler:innen und engagierten Persönlichkeiten aus der lokalen Gesellschaft.
Das Besondere ist: Es geht nicht nur darum, eine Galerie zu besuchen – sondern darum, den Künstler oder die Künstlerin persönlich kennenzulernen, sich auszutauschen, vielleicht sogar gemeinsam zu kochen oder zu essen. Genau solche Erlebnisse bleiben haften. Sie sind persönlich, authentisch und oft nachhaltig in ihrer Wirkung.
Gibt es ein Projekt oder eine Station, die besonders für nachhaltiges Reisen steht?
Andreas: Wir befinden uns aktuell in einem spannenden Prozess: Wir arbeiten daran, das Travelife-Nachhaltigkeitszertifikat zu erhalten. Der erste Schritt ist bereits geschafft – wir wurden offiziell dafür anerkannt, dass wir uns im Zertifizierungsprozess befinden.
Gerade in unseren Destinationen ist es nicht immer einfach, internationale Nachhaltigkeitsstandards vollständig umzusetzen, aber wir sind zuversichtlich und engagiert. Unser Ziel ist es, nachhaltiges Reisen nicht nur zu fördern, sondern es langfristig in all unseren Angeboten zu verankern.
Und darüber hinaus arbeiten wir auch an sozial nachhaltigeren Reiseformen, etwa mit Recyclingprojekten oder Begegnungen mit lokalen Initiativen – sodass das Geld dort ankommt, wo es soll, und Gäste nicht nur reisen, sondern auch etwas Positives bewirken.
Warum sollte man denn gerade jetzt nach Kuba oder Mexiko reisen?
Andreas: Ich werde oft gefragt: „Wie ist denn Kuba im Moment?“ – und ja, es gibt kritische Presse und Unsicherheiten. Aber dennoch ist Kuba aktuell besonders reizvoll. Wir bewegen uns bewusst abseits der Touristenmassen, man erlebt das Land sehr authentisch. Trotz der Herausforderungen, mit denen die Bevölkerung konfrontiert ist, erleben unsere Gäste ein großartiges Reiseerlebnis: Unterkünfte verfügen dank Generatoren oder Solaranlagen über Strom, das Essen im privaten Bereich ist ausgezeichnet – und vor allem ist Kuba im Moment fast exklusiv zu bereisen. Und unsere Kundenzufriedenheit spricht für sich: In 25 Jahren war sie noch nie so hoch wie jetzt.
Christian: Auch Mexiko ist immer eine Reise wert, egal wann. Das Land ist riesig, kulturell unglaublich vielfältig, und man kann es mit einer einzigen Reise kaum erfassen. Gerade jetzt gibt es aber auch besondere Möglichkeiten, wie den neuen Tren Maya in Yucatán. Wer sich für die Maya-Kultur interessiert, kann mit dem Zug auf einer Rundreise viele archäologische Stätten besuchen – aktuell noch ohne Touristenmassen, da das Projekt gerade erst gestartet ist.
Ein bisschen Entspannung nach dem langen Flug: Der Spa-Bereich für unsere ComfortPlus-Gruppen.[/caption]
Los ging’s – wie bei unseren Ecuador-Reisen auch – mit einem entspannten Iberia-Flug via Madrid nach Quito. Dort wurde Paul herzlich von Country Managerin Regine und Reiseleiter Manuel empfangen. Untergebracht war er im ComfortPlus-Hotel Mercure Alameda – ein echtes Allroundtalent mit modernen Zimmern, reichhaltigem Frühstück und einem schicken Spa-Bereich, den unsere Gruppen kostenlos nutzen dürfen. Paul startete den ersten Abend stilecht im Pool und in der Sauna – Jetlag ade!
Am nächsten Morgen holten ihn gleich drei Powerfrauen ab: Regine, Andrea (unsere zweite Country Managerin für Ecuador) und unsere Galápagos-Partnerin Corina. Nach einem Abstecher ins charmante Hotel unserer Erlebnisreisegruppen ging’s mitten hinein ins Herz Quitos. Die Stadt auf 2.850 Metern begeistert mit kolonialem Flair, barocken Kirchen und farbenfrohen Häusern – da schlägt das Herz gleich schneller.
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Drei Engel aus Ecuador: Unsere Country Managerinnen Regine, Andrea und Corina.[/caption]
Ein echtes Highlight: die prunkvolle Jesuitenkirche La Compañía. Paul erklomm erstmals die Kuppel – mit perfektem Blick über den Plaza Grande, natürlich gleich fürs erste Gruppenfoto genutzt. Am Nachmittag stießen unsere sieben ecuadorianischen Guides zur interaktiven Schulung dazu. Die Themen: Nachhaltigkeit, neue Routen, Sicherheit – alles auf Augenhöhe, mit viel Lachen, Ideenreichtum und echtem Teamgeist.
Kolibri, Quetzal und Tukan an einem Tag? In Mindo kein Problem.[/caption]
Ein grüner Traum: Kolibris, Orchideen, Schmetterlinge, und ein Vogelkonzert, das jeden Soundtrack alt aussehen lässt. Auf schmalen Pfaden durch private Naturreservate entdeckten unsere Reiseleiter:innen mit geschultem Blick sogar zwei Tukane und einen Quetzal. Paul staunte: „Ich habe wirklich schon viele tropische Regionen gesehen – aber so viele Vogelarten auf einmal? Unfassbar!“ Zwischendurch: immer wieder köstlicher Kaffee aus dem Nebelwald.
Auf der Rückfahrt dann die Überraschung: Unser Guide Marco pflückte unterwegs frische Limetten – daraus wurden stilecht Caipirinhas gemixt. Ein würdiger Ausklang und ein wohl verdienter Bonuspunkt in Marcos Schulheft!
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Ein guter Guide plant voraus! Marco beim Limettensammeln.[/caption]
Fotoshooting mit den flauschigen Bewohnern Perus.[/caption]
Am Nachmittag folgte dann Teil zwei unserer Reiseleiterschulung mit unseren sieben Peru-Guides. Thema: Storytelling, Veränderungen seit Corona und neue Perspektiven. Die alten Hasen tauschten sich bestens mit unseren Jungspunden aus – und alle freuten sich alle riesig über den Besuch aus Deutschland.
Zu Besuch bei Mami Rosita[/caption]
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Unsere Reiseleiterin Elizabeth erklärt uns die Bedeutung der Inkastätte Ollantaytambo.[/caption]
Zum Mittag gab’s fangfrische Forelle mit Quinoa und Limetten – dazu ein eisgekühltes Cusqueña? Nein, das Team blieb natürlich brav bei Inka-Cola. Danach zu den spektakulären Ruinen von Ollantaytambo und Moray: unglaubliche Inka-Ingenieurskunst lebendig erklärt von unseren Reiseleitern. Zum Abschluss: die Salinas de Maras – eine weiße Wunderwelt, die beweist, dass sogar Salz fotogen sein kann.
Paul war begeistert: „Alle Guides waren top vorbereitet, die Abläufe durchdacht, die Stories spannend. So wird Geschichte zum Erlebnis!“
Unsere Guides Lourdes und Rodrigo führen Paul durch La Paz.[/caption]
Nach einem kurzen Briefing im charmanten Hostal Naira (zentral, authentisch, mit viel Flair) ging’s zum Stadtbummel. Streetart, Märkte, Politgraffiti, Aymara-Frauen mit Melonenhüten – La Paz ist schräg, lebendig, einzigartig. Der Hexenmarkt bot den idealen Schauplatz für spannende Erläuterungen unserer Guides Lourdes und Rodrigo – die Paul auch am nächsten Tag zur Schulung traf.
Das Highlight: eine Fahrt mit dem Teleférico, dem höchsten Seilbahnnetz der Welt. Über den Dächern schweben, während unten Märkte toben – einfach spektakulär. Den Sonnenuntergang erlebten alle am Aussichtspunkt Killi Killi. „Schau, schau“ – und das taten sie. Sprachlos.
Abschied nehmen von der Isla del Sol: Indígenas, ein paar Esel und unser Motorboot warteten bereits.[/caption]
Streetfood, das verbindet
Unser Tipp: Wer mit uns auf die Philippinen reist, sollte unbedingt neugierig bleiben – und hungrig. Denn zwischen Inseln und Begegnungen wartet immer auch ein Geschmack, der überrascht.
Schmelztiegel der Kulturen, Schauplatz großer Umbrüche und Spiegelbild der kolonialen wie modernen Geschichte des Archipels. Hier treffen spanische Kirchen auf gläserne Hochhäuser, Jeepneys schlängeln sich durch alte Gassen, und zwischen Streetfood-Ständen und Einkaufszentren spürt man den Pulsschlag einer Megacity mit Herz.
Wir starten unsere Entdeckungstour in Intramuros, dem kolonialen Kern Manilas. Fort Santiago, das Rizal-Museum, die Casa Manila und die San Agustin Kirche erzählen von Geschichte, Besatzung und Identität. Jedes Gebäude, jeder Innenhof birgt eine Geschichte – von Schmerz und Stolz, Verlust und Aufbruch. In Gesprächen mit Kulturvermittlern und Historikern wird uns bewusst, wie stark die Vergangenheit das Selbstverständnis vieler Filipinos prägt – und wie lebendig Geschichte hier erzählt wird.
In Binondo, dem ältesten Chinatown der Welt, mischen sich Kulturen, Gerüche und Sprachen.
Wir spazieren durch die lebhaften Straßen, kosten Dim Sum, besuchen Tempel und tauchen zum Schluss noch in eine ganz eigene Welt ein: den chinesischen Friedhof, wo Grabstätten wie Villen gebaut sind – stille Zeugen einer faszinierenden Tradition, die den Tod nicht als Ende, sondern als Teil des Lebens begreift.
Manila ist laut, bunt, manchmal überwältigend – aber immer faszinierend. Und es ist ein idealer Einstieg, um sich auf das einzulassen, was die Philippinen im Kern ausmacht: ihre Vielfalt, ihre Widerstandskraft, ihren ganz eigenen Rhythmus.
In Palawan war das einfacher. Zuerst arbeitete John als Fischer, doch als der Tourismus nach und nach an Bedeutung gewann, sattelte er um – wurde Bootsführer für die beliebten Inselhopping-Touren rund um El Nido. Seit 2004 ist er nun täglich auf dem Wasser – außer sonntags, da ist Familientag: Kirche, Zeit mit den Kindern, vielleicht ein bisschen Ruhe im Haus. „Montag geht’s dann wieder los“, lacht er.
Besonders berührt hat uns, wie John über die Natur spricht:
„Früher haben viele sie einfach ignoriert“, erzählt er. „Aber durch die Touristen habe ich gelernt, wie wertvoll sie ist. Jetzt liebe ich sie.“
Seine Lieblingsmomente? Wenn er den Gästen die stillen Lagunen zeigt, oder wenn beim Schnorcheln Papageienfische, Zebrafische oder sogar eine Meeresschildkröte auftauchen. „Manchmal sieht man sogar einen Manta-Rochen“, sagt er mit leuchtenden Augen.
Das Boot selbst, erklärt er uns, heißt Bangka – typisch für die Philippinen. Die seitlichen Bambusstreben sorgen für Stabilität, auch bei rauerem Wasser. „Es ist ein gutes Boot. Und ein Teil unserer Kultur.“
Auch seine Familie ist hier fest verwurzelt. John hat zwei kleine Töchter – sieben und zwei Jahre alt. Die Bildung seiner Kinder liegt ihm am Herzen: „Früher war es für viele Familien schwer, das Schulgeld aufzubringen. Heute kostet es zwar immer noch etwas – so um die 200 Pesos im Jahr –, aber das ist machbar. Und ich will, dass meine Kinder ihren Schulabschluss machen.“
Zum Schluss verrät er uns noch etwas über den Namen „El Nido“ – Spanisch für „das Nest“. Gemeint ist nicht etwa das Nest der Schildkröten, sondern das der kleinen schwarzen Balin-Sasayaw-Vögel, die ihre Nester aus Speichel bauen. „Daraus wird dann die berühmte Vogelnestersuppe gemacht“, erklärt John schmunzelnd.
Als wir am Ende der Tour zurück ans Ufer gleiten, sind wir uns einig: Mit John unterwegs zu sein war nicht nur ein Ausflug – es war ein echtes Erlebnis.
Einblicke ins Leben, Gedanken über Natur und Familie, Geschichten aus erster Hand – genau solche Begegnungen machen eine Reise unvergesslich.
Danke, John.
Die Visitenkarte Usbekistans: der Registan-Platz in Samarkand[/caption]
Ein zweiter ganz besonderer Ort ist die Stätte Schah-e-Sinda. Dabei handelt es sich um eine alte Nekropole mit vielen prachtvoll verzierten Grabstätten. Am schönsten ist es, sie am Vormittag zu besuchen, wenn noch nicht so viele Besucher da sind. Da es immer noch ein aktiver Pilgerort ist, kommen viele Usbeken und Muslime dorthin.
Ein weiteres Highlight ist der Besuch von Gur-Emir, dem Mausoleum von Timur. Wenn am Nachmittag das Sonnenlicht auf die großen, blauen Kuppeln fällt, leuchten die Farben besonders schön.
Natürlich geben wir unseren Gästen auch Tipps, wie sie Samarkand auf eigene Faust entdecken können: zum Beispiel bei einem Spaziergang durch die Altstadt mit ihren engen Gassen.
Reisende lernen auch das traditionelle Dorfleben kennen[/caption]
Die Natur dort ist einfach wunderschön. Es gibt Berge, aber anders als die, die viele aus Europa kennen. Sie sind nicht hoch, eher sanft, karg, aber sehr ausdrucksstark. Und wenn es regnet und alles grün wird, dann entstehen fast mondähnliche Landschaften – mit Steppen, Felsen und Weite. Das wirkt alles ganz natürlich und harmonisch. So eine Phase dauert manchmal nur ein paar Wochen, also braucht man auch etwas Wetterglück, um diesen Moment zu erleben. Aber selbst wenn es trocken ist: Ein Spaziergang durch das Dorf und die Natur lohnt sich immer.
Plov, das Nationalgericht Usbekistans – ohne geht es nicht![/caption]
Plov ist ein herzhaftes Reisgericht mit Fleisch, Gemüse und Gewürzen.
Typischerweise besteht es aus:
Die Märchenstadt Chiwa weiß zu beindrucken.[/caption]
Am Abend, wenn die Stadt stimmungsvoll beleuchtet ist, ist die Atmosphäre wirklich magisch. Die engen Gassen sind dann ruhig, fast menschenleer, denn die Einheimischen gehen meist früh nach Hause. Für uns Gäste aber beginnt dann ein ganz besonderes Erlebnis: Man fühlt sich, als wäre man im Mittelalter gelandet – wie in einem orientalischen Märchen.
Lagerfeuerromantik vom Feinsten[/caption]
Meine anfänglichen Mücken-Bedenken werden schnell zerstreut. Ich gehöre zu den Glücklichen, welche - egal wo sie sich an einem Feuer platzieren - gefühlt immer im Qualm mit tränenden Augen sitzen. Ein unübertroffener Vorteil von Gruppen-Touren ist die Hilfsbereitschaft der Mitreisenden. Es ist ganz reizend, wenn mir direkt am ersten Lagerfeuer unterschiedlichste Mückenschutzmittel angeboten werden. Natürlich habe ich die Nerven verloren und meinen Schutz-Bedarf einige Tage später doch noch gedeckt. Augentropfen habe ich mir auch gegönnt, da keine KI den Rote-Augen-Effekt auf Grund von Qualm beheben kann.
Spielstruktur: Wir werden auf dieser Reise an dem Gesellschaftsspiel „Stempel-it 2.0“ teilnehmen. Bei unserer Einreise in Namibia gibt es nach Formularausfüllung den ersten Stempel – zum Warmwerden. Diese Bustour wird von uns Spielteilnehmern volle Konzentration verlangen. Drei Länder, drei unterschiedliche Formulare in knapp drei Wochen. Bei jedem Grenzübertritt ist von uns ein Aus- und/oder Einreiseformular analog auszufüllen. Stifte sind selbstredend mitzubringen. Unser Kfz-Kennzeichen und wechselnden Unterkunftsadressen müssen bereitgehalten werden, sowie ein Ansprechpartner und eine Telefonnummer in dem jeweiligen Land. Mal muss das ganze Formular ausgefüllt werden und manchmal nur ein Teil. Signatur nicht vergessen. Bitte keine Fehler – die Grenzer haben es schon so schwer genug in der Hitze mit uns schnatternden Touristen. Die Prozeduren haben ihren individuellen Charme. Am Ende der Reise sind es sage und schreibe 17 Stempel. Eigentlich müsste es eine gerade Anzahl von Stempeln sein. Egal – es ist trotzdem mein absoluter Stempel-Rekord im Pass in 3 Wochen. Bürokratie liebe ich schon immer. Dieser leicht chemische Geruch der Formulare, deren Farbabrieb an meinen Patschefingern und Stempel im Allgemeinen. Herrlichst! Ja – möglicherweise hatte ich früher eine Kinderpost und war vielleicht auch schon auf dem Jakobsweg.
Mondscheintour: Des Öfteren werden wir uns auf dieser Reise fernab von ziviler Lichtverschmutzung aufhalten. Ich bin immer noch an Milchstraßenfotografie interessiert und freu mich schon seit Wochen darauf, nachts um 3 Uhr aufzustehen, um den Himmel zu fotografieren. Klar - Sternschnuppen liebe ich auch ein wenig. Es wäre schon schön, wenn es mir gelingen würde, eine Wunsch-Schnuppe festzuhalten. Ein unbedachter, positiver Nebeneffekt des sehr frühen Aufstehens ist – der Kreislauf kommt in Schwung und mir wird wieder warm. Natürlich gebe ich mich vor Ort einer Generalprobe mit Stativ hin, um meine Kameraeinstellungen zu überprüfen. Knips-knips. Das Ergebnis? Schwarz auf Schwarz. Kein Stern. Kein Nix. Unter dem Schein meiner Stirnlampe führe ich eine Nachkontrolle der Einstellungen durch und finde keinen offensichtlichen Fehler. Die Kamera muss kaputt sein – alles andere ist undenkbar. Mist! Und das am Anfang der Reise! Ich schwenke den Sucher auf unser Lagerfeuer. Das Display bleibt schwarz auf schwarz? Vielleicht hilft es ja den Objektivdeckel abzunehmen? Aha! Doch nicht kaputt. Diese Probe breche ich hier und jetzt unter Eigengelächter ab. Später auf der Reise gelingt mir tatsächlich doch noch das ein oder andere Bild.
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Ein Sternenhimmel wie aus dem Bilderbuch![/caption]
Natur: Einer der ersten Campingplätze am Kaziikini Schutzgebiet hat keinen Zaun, um die niedlichen Tiere auf Distanz zu halten. Das finde ich prinzipiell gut. Die Gruppe bekommt direkt bei Ankunft drei Anweisungen:
Bringen Herzen zum Schmelzen: Löwenkinder[/caption]
Infrastruktur: Straßenmärkte und Souvenir-Shops haben es mir weltweit wirklich angetan und noch nie herrschte ein Mangel an Einkaufsgelegenheiten. Ich kann eigentlich alles gut gebrauch und weiß oftmals gar nicht wie dringend. Ich sag mal so, nach dieser Reise bin ich stolze Besitzerin von Wollsocken, eines Springbockfells, diverser Armbänder und Statuetten. Ein T-Shirt mit unserer Reiseroute und ein Hemd in einem fröhlichen Braunton mit wertiger Eine Elefant-Sands-Lodge-Stickerei habe ich mir auch noch genehmigt. Das Hemd sieht verdächtig nach Ranger-Oberbekleidung aus. Passt hervorragend zu meinem Camouflage-Rock. Die Kleidungskombination sorgt auf der weiteren Reise dafür, dass mich andere – ja, richtige Ranger - mit dem Hang-Loose-Handzeichen und einem ebenso lässigen "Whatsup?" in diversen Städten auf offener Straße begrüßen. Naturgemäß grüße ich mit einem freundlichen, leichten Nicken und überschwänglichem, norddeutschen „Moin!“ zurück.
Kreatur: Es sprengt den Schreibrahmen alle Tiere einzeln zu erwähnen, welche auf unseren diversen Pirschfahrten zu Wasser oder zu Lande durchs Bild gelaufen, geflogen oder geschwommen sind.
Auf Elefanten – als großes Ziel meiner Reise - möchte ich trotzdem noch eingehen. Für den heutigen Tag auf der A3 in Botswana platziere ich mich vorne auf dem Beifahrersitz und hoffe auf tierische Motive. Am Straßenrand ist eine Wasserleitung unter der Erde verlegt. Betonschächte mit Betondeckeln sollen die Zugänge vor unbefugtem Gebrauch schützen. Es ist heiß. Die Sonne brennt. Keine Frisur sitzt mehr. Alle dösen und dämmern hinten vor sich hin. Ich zähle tote Insekten auf der Frontscheibe. Wir fahren an so einigen Pfützen, verschobenen Deckeln oder zerborstenen Schächten vorbei. So eine Betonabdeckung ist für einen Elefanten offensichtlich kein Hindernis, sondern eher eine Herausforderung, welcher man sich gerne stellt und daran rüsselt.
Und dann geht´s los - alle 50 Meter steht plötzlich in der Mittagshitze ein Elefant. Entweder wie bestellt in einer Pfütze oder unter Bäumen in Gruppen - beides direkt an der Straße. Ich dreh beim ersten Anblick steil und muss meiner Freude und Verblüffung akustischen Raum geben. Der Satz: „Schaut - dort steht ein Elefant!“ ist mir völlig entfallen. Raus rutscht mir rutscht nur ein infantiles: „Oh-oh-oh-da. Vorbei! Oh-oh-oh-da-da!“ Fahrer Ewald ist sichtlich verwundert und tritt abrupt auf die Bremse. Alle sind wieder wach und ich bin jetzt verliebt in Elefanten. Diese Verblüffung nutzt sich übrigens beim 20. Seitenstreifen-Elefanten etwas ab.
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Ein kleines Malheuer auf der Strecke[/caption]
Reparatur: Auf irgendeinem Teilabschnitt im Nirgendwo gibt unser Truck ein neues, lautes Geräusch von sich. Ewald kommt am Rand des Highways zum Stehen. Kurze Diagnose - der Keilriemen ist gerissen. Zum Glück sind Ewald und Stephan nicht nur Köche, Kindermädchen und Übersetzer – sondern auch Mechaniker. Die beiden machen sich souverän daran einen neuen Keilriemen aufzuziehen. In der Zwischenzeit dürfen wir alle aussteigen. Die Anweisung lautet: „Bleibt in der Nähe des Buses.“ Nähe ist ja relativ und wieviel Distanz verträgt Sie? Die im Kopf formulierte Antwort von allen: „Ja, ja!" Ein paar Bus affine Mitreisende bleiben neben der improvisierten Werkstatt stehen – natürlich mit wohlgemeinten Tipps und Tricks. Nikolaus nutzt diesen Stopp um Interessierte mit einer Feldenkrais-Methode, in bewusste, neue Bewegungsabläufe einzuweisen. Die Neigungsgruppe bildet neben dem defekten Bus einen Halbkreis und bewegt sich langsam, fast schon bedächtig und synchron hin und her, vor und zurück. Alle anderen nehmen sich eine persönliche Auszeit – in Afrika Buschi-Buschi genannt - und sind nicht mehr zu sehen. Ich suche auf der anderen Straßenseite schlendernd Fotomotive. In zirka 70 Meter Entfernung treten acht Elefanten inklusive Kälbern aus dem Busch. Sie wechseln auf meine Straßenseite und kommen mir entgegen. Ich bin mir meiner Ranger-Verantwortung natürlich seit Hemd-Besitz bewusst und informiere die anderen über die Möglichkeit einer Elefantenbegegnung. Guide Stephan trommelt die Menschen-Herde sofort zusammen - es tauchen alle aus der Buschi-Buschi-Deckung auf und bewegen sich schnell - überhaupt nicht mehr synchron – Richtung Bus.
Bootstour: Ein Bootsausflug im Gewitter auf dem Chobe-Fluss? Ja oder nein? Die Alternative im Zimmer zu sitzen, ist nicht ganz so verlockend - wir sind schließlich Reisende. Ich habe den Poncho der Ponchos im Gepäck und könnte – wenn es notwendig erscheint – damit ein Biwak bauen. Die Dauer der Entscheidungsfindung trägt dazu bei, dass es nur noch leicht regnet. OK – den Poncho nehme ich aber trotzdem mit. Wir werden mit der Aussicht auf Büffel und Nilpferde auf den Ausflugsdampfer verbracht. Zwischendurch pladdert es aber doch noch ganz schön - von oben - da es relativ windstill ist. Ich ergattere einen Sitzplatz in der noch überdachten ersten Reihe - merkwürdigerweise will da überhaupt keiner sitzen. Warum? Sobald der Wind auffrischt - damit umschließe ich auch Fahrtwind - kommt der Regen frontal. Aha! Es gibt ja spritzwassergeschützte Kameras. Ratet doch mal, was ich wohl nicht habe. Am Horizont läuft ein dramatisches Gewitter ab und im Vordergrund stehen malerisch Büffel und Nilpferde mit Silberreihern knietief im Schwemmland. Wunderschöne Kontraste.
Tanz-Kultur: In einer Lodge wird um 19 Uhr eine Tanzvorführung dargeboten. Ich suche mir frischgeduscht durch das Hotel-Labyrinth meinen Weg zum Aufführungsort. Ich habe mir einen Videoauftrag erteilt und erfülle diesen vom Rand aus - in der ersten Reihe. Alles in allem wird es eine sehr rhythmische Darbietung. Keine Instrumente - nur Stimme, Klatschen, Stampfen, dramatische Mimik und große Gestik. Es sieht nach Spaß aus. Wer hätte gedacht, dass zum Abschluss der Aufführung freiwillige Mittänzer aus dem Publikum gesucht werden? Unter der ersten mir entgegengestreckten Hand des größten Tänzers ducke ich mit weg und täusche eine Ohnmacht vor. Mit dem Gebaren komme ich bei einer kleinen, sehr energischen Lady nicht durch. Sie schnappt lächelnd meine Hand und lässt nicht mehr los. Hm.... sie hat ja keine Ahnung. Es fängt mit einfachem Armeschwenken an und steigert sich zu mehr oder minder komplizierten Schrittkombinationen. Ich werde an den Zeremonienmeister und Einpeitscher abgeben. Ich bin irritiert, ob des Personenwechsels und direkt raus aus dem Takt. Mein Freestyle-Talent ist jetzt gefragt - sehr zur Verwunderung meines Tanzpartners. Humor ist ebenfalls von Vorteil, um diese Darbietung für mich zu einem einigermaßen würdevollen Ende zu bringen.
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Wenn zwei Kulturen aufeinandertreffen[/caption]
Kultur: Zusammen mit zwei Stammesangehörigen der San wollen wir durch eine weite, wilde Landschaft im Erongo-Gebirge schlendern. Feuermachen und Spurenlesen steht auf dem Vorführungsplan. Eine Schar Kinder beobachtet uns unter Gekicher - natürlich mit Sicherheitsabstand. Nicht mit mir. Ich fordere die frechste Kleine mit einer pantomimischen Einlage auf, an unserem Walk teilzunehmen. Es schließen sich alle bezaubernden Kinder an. Auf dem Weg suche ich mir drei etwa gleichgroße Steinchen und biete meine quasi nicht vorhandenen Jonglierkünste dar. Das scheinen noch nicht so viele Reisende vorgeführt zu haben. Es wird noch mehr gekichert – nicht mehr ganz so schüchtern. Feuermachen und Spurenlesen? Ach - die Interaktion mit den Mini-San ist für mich viel spannender. Auch ohne Worte kann man sich hervorragend auf das Spiel „Fangen und Werfen“ verständigen. Wobei ich versuche, gezielt jedem Kind einen Stein zuzuwerfen. Als Belohnung werden von den Kindern alle gefangenen Steine gleichzeitig in meine Richtung geworfen. Ein paar kann ich sogar mit einem artistischen Auftritt fangen - sehr zu meiner Freude!
Bei der Feuer-mach-Präsentation hocke ich mich abseits in den Hintergrund und zeige der Kindergruppe auf meinem Kameradisplay die von mir bereits gemachten Fotos. Ich tippe auf die abgelichteten, einzelnen Persönchen in den Gruppenbildern und mir werden die Namen leise ins Ohr geflüstert. Alle wollen die Fotos sehen und müssen daher auf Tuchfühlung mit mir gehen. Irgendwann habe ich eine kleine Hand im Nacken, welche unbewusst und trotzdem fasziniert an meinen Haaren nestelt. Das liegt nicht unbedingt an meiner Haarpracht, sondern vielmehr daran, dass San die Haare einfach und sehr kurz tragen. Letztendlich wollen alle mal die Haare der komischen Tante streicheln oder zum Zopf zusammen zupfen. Ich bin genauso fasziniert von den jungen Menschen, wie sie von meinen Haaren.
Entdeckungstour: In Swakopmund ist ein Tag der Freizeit gewidmet - dachte ich. Um 7:30 Uhr sitze ich ausgeruht und ohne mir bekanntem Plan für den Tag beim Frühstück. Ich lasse es mir gut gehen. Ein richtiger Tisch und richtige Stühle. Nichts kann zusammengeklappt werden. Fantastisch! So eine Camping-Reise lässt mich vor Freude über Kleinigkeiten - wie ein Bett mit Decke - fast in Tränen ausbrechen. Eine Mitreisende ist schon gestiefelt und bereit für ihren gebuchten Ausflug um 8 Uhr. Ich schlürfe in aller Seelenruhe meinen Kaffee, gucke Löcher in die Luft, frage höflich nach den Tagesplänen der anderen und verneine die Frage, ob ich etwas vorhabe. Ein stattlicher, im Safari-Look gekleideter Mann holt meine Mitreisende ab – es wird in der Lobby diskutiert. Ich verfolge den Prozess interessiert. Es scheint ein Problem zu geben. Logisch. Immer ist irgendetwas. Ich grinse und schlürfe meinen Kaffee. Die Rezeptionistin kommt in den Frühstücksraum und fragt alle anwesenden, wer sich noch für die Tour angemeldet hat. Eine Person fehlt noch. Ich denke mir meinen Teil lächelnd – es hört ja immer jemand nicht richtig zu. Nur sehr langsam kommt mir der Gedanke, dass ich vielleicht dieses fehlende Geschöpf sein könnte. Ist das möglich? Ein kurzes Handzucken meinerseits bei der Interessensabfrage am gestrigen Tag und schon ist der Vertrag geschlossen? Könnte sein? Ich war gestern etwas unkonzentriert auf Grund von genereller Erschöpfung durch Eindrücke und Erlebnisse. Ich bequeme meinen ausgeruhten Körper zur Rezeption um mich als Ersatzkandidat anzubieten. Hm – mein Name steht schon auf der Liste. Komisch.
Inventur: Laut Mark Twain ist Reisen tödlich für Vorurteile. Das kann ich bestätigen. Auf dieser Reise habe ich wieder Tribut gezahlt - diesmal in Form eines Vorbehalts. Ich war dem arroganten Irrglauben aufgesessen, dass ich nicht mehr von Reisegruppen überrascht werden kann. Weit gefehlt. So viele unterschiedliche Lebensentwürfe, Herangehensweisen, liebenswerte Eigenarten und persönliche Spezialeffekte habe ich selten in einer Gruppe vereint erlebt. Eine ganz tolle und auch sehr besondere Mixtur. Das Ziel, auf einer Reise, unvergessliche Eindrücke und Erlebnisse zu sammeln vereint uns ja doch irgendwie. Akzeptanz der Verschiedenheit und Humor, lassen persönliche Differenzen - welche in jeder Gruppe auftreten - im Hintergrund verschwinden. Besondere Begegnungen mit phänomenalen Tieren, außergewöhnlichen Menschen und beispiellosem, klare Sternenhimmel springen in den Vordergrund. Offenheit schafft oft Verständnis. Eine Portion Gelassenheit oder Ohrstöpsel helfen natürlich auch.
Den Kampf für ordentliche Fingernägel, eine adrette Frisur und saubere Füße habe ich direkt aufgegeben. Auch hier hilft die Akzeptanz des Iss-Halt-So-Zustandes weiter. Die daraus resultierende Freizeit und die weitest gehende Internetlosigkeit habe ich genutzt um mich Gesprächen, dem Staunen oder dem Schreiben zu widmen.
Eigentlich wollte ich doch nur Elefanten sehen und habe schon wieder so viel mehr erhalten!
Merci beaucoup an alle!
Rosen in Sofia[/caption]
Mit reichlich Lewa in der Tasche begann die Rundreise in der Hauptstadt Bulgariens: Sofia. Beeindruckend, wie grün diese Stadt doch ist. Es gibt unheimlich viele kleine und große Parkanlagen, in denen man die Sommerhitze gut ertragen kann. Es blieb neben der offiziellen Stadtführung durch unsere sehr kompetente und bestens organisierte Reiseleiterin Vjara noch ausreichend Zeit, sowohl bei der Ankunft als auch am Folgetag, um die Stadt auf eigene Faust zu erkunden. Zum Reinkommen war es ein wunderschöner Einstieg in das Land. Die umliegenden Berge kamen mit jedem Tag näher, sie wirkten zunehmend mächtiger und majestätischer. Ratternd setzten wir unsere Fahrt mit der Schmalspurbahn fort und erlebten eine tolle und entschleunigende Panoramafahrt durch das Rhodopen-Gebirge. Im Gästehaus von „Tante Deshka“ fühlten wir uns mehr als willkommen. Wir genossen an beiden Tagen die Gastfreundschaft bei Musik, Tanz und landestypischem Essen.
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Blick aus dem Gästehaus von „Tante Deshka“[/caption]
Nun saßen wir wieder im Bus: Plattgedrückt war meine Nase schon von den vorbeiziehenden Berglandschaften. Die Fahrt war zuweilen sehr abenteuerlich, wenn wir Asphalt gegen Schotterpisten tauschten. Die Tropfsteinhöhle Yagodina mit ihren herausragenden Stalaktiten, Stalagmiten und seltenen Höhlenperlen war beeindruckend. Leider war das Fotografieren dort verständlicherweise verboten. Dies galt auch in der Christi-Geburt-Kirche in Arbanassi, deren Wände und Decken über und über mit biblischen Szenen wie ein großes Bilderbuch geschmückt sind.
Römische Spuren in Plovdiv[/caption]
Eingestreut ins Programm waren zwei- bis dreistündige Wanderungen in der Natur, die einen schönen Kontrast zu dem wuseligen Treiben in den Großstädten boten. Beeindruckend war der weite Blick von oben über Täler und Seen. Wer die schöne Berglandschaft wie die Wunderbrücken oder die Überreste der Festung Moniak erkunden möchte, dem seien Wanderstöcke durchaus empfohlen.
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Im Archäologischen Museum von Varna wartete der älteste Goldschatz der Welt![/caption]
Zur Halbzeit der Reise erreichten wir Nessebar, das Hotel, das malerisch in der Küstenstadt gelegen ist. Wunderschön ausgesucht, mit Blick auf das Schwarze Meer. Absolut hilfsbereit waren die Mitarbeiter, die die Koffer bis unters Dach schleppten und sich lächelnd von einem verabschiedeten. In der Vorsaison ist diese kleine Perle eine Wohltat, die engen, verwinkelten Gassen fast menschenleer. So konnte man sich in Ruhe treiben lassen, begleitet vom sanften Meeresrauschen im Ohr.
Eine Wohltat war auch Varna, eine Stadt, die für wunderbare Aha-Momente sorgte. Da war ein dreiviertel Tag fast zu wenig, um sich alles in Ruhe anzuschauen. Wir besuchten das archäologische Museum mit dem ältesten Goldschatz der Welt. Den muss man einfach gesehen haben!
Ausblicke auf das Schwarze Meer[/caption]
Am Hafen säumten Rosen in den schönsten Farben blühend und ihren betörenden Duft verströmend den Weg. Wo sonst die großen Kreuzfahrtriesen liegen, standen Männer mit der Angel in der Hand. In den Restaurants fand sich problemlos ein Platz, und die Erholungs- und Unterhaltungszone mit Riesenrad und anderen Fahrgeschäften war noch verwaist. Wer mochte, genoss das abendliche Flair auf dem breiten Boulevard in Richtung Muttergottes-Kathedrale. Für mittags und abends versorgte uns unsere Reiseleiterin Vjara mit Geheimtipps der einheimischen Küche.
Als Alternative für den ausgefallenen Programmpunkt, den Besuch des Bärenreservats in Belitza, besuchten wir ein anderes Paradies. An der Straße zwischen Burgas und Sozopol liegt das Naturschutzzentrum Poda. Zu sehen gab es dort gefährdete und seltene Vogelarten. Wir bekamen Ferngläser, sahen Seeschwalben, kleine Kormorane, Reiher, Brandgänse und Stelzenläufer. Wir konnten Fragen stellen, die Mitarbeiter waren sehr hilfsbereit und erzählten uns, dass sich dieses Zentrum vollständig aus Eintrittsgeldern, verkauften Souvenirs und Spenden trägt. Es ist wirklich eine sehr schöne Station, die dank der Mitarbeiter und freiwilliger Helfer am Leben gehalten wird.
Die ehemalige Hauptstadt Bulgariens gehört zu den schönsten Städten des Landes. Zu Recht![/caption]
Irgendwo im Balkangebirge liegt das schöne Dorf Bozhentsi. Es beeindruckte mit seinen gut erhaltenen zwei- und dreistöckigen Häusern und öffentlichen Gebäuden. Mehrere Häuser wurden in Museen umgewandelt. In diesem bezaubernden Dorf schien die Zeit still gestanden zu sein. Wir aßen dort zu Abend, lernten, wie der typisch bulgarische Joghurt hergestellt wird und verkosten diesen beim gemeinsamen Abendessen in geselliger Atmosphäre.
Vom schönen Dorf ging es danach ins bezaubernde Tal der Rosen. Duftendes Gold aus Bulgarien: Das Land ist einer der weltgrößten Erzeuger von Rosenöl. Die Ernte der Rosenblüten begann bereits in den ersten Maitagen, früher als sonst, aufgrund des trockenen und milden Frühlings. Geerntet wurde vor Sonnenaufgang, nur per Hand. Keine Schere, keine Handschuhe, so erklärte es uns Alexej. Die familiengeführte Rosenölmanufaktur befindet sich am Rande von Kazanlak, ein Hektar großes Rosenfeld direkt hinter dem Haus. Dort erhalten wir einen Einblick in die Produktion. An einer weißen Wand ist der Herstellungsprozess dargestellt, die Destillierapparate sind modern ausgestattet. Natürlich dürfen duftende Mitbringsel für die Daheimgebliebenen nicht fehlen. Wir verlassen Kazanlak, die blühenden Rosenfelder begleiten uns. Leider nicht bis Sofia, wo unsere Reise endet.
Guide Woubshet freut sich, Reisenden sein Land vorzustellen.[/caption]
Ein Afrika, das man laut Woubshet unbedingt kennenlernen sollte – nicht irgendwann, sondern so schnell wie möglich: „Ich glaube“, erzählt unser Reiseleiter, „man sollte dieses Gebiet wegen der einzigartigen Kultur sehen – bevor es zu spät ist. In ein paar Jahren kann all das schon anders aussehen.“
Doch was sind die Erlebnisse, die Abenteurer in die Tiefen der afrikanischen Kultur führen – und hinein in eine scheinbar vergangene Zeitzone? Die Reisetopps der WORLD INSIGHT-Erlebnisreise nach Äthiopien beantworten die Frage. Der erste dieser Art entführt Reisende in die Konso-Dörfer, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe ausgezeichnet wurden – die Erwartungen sind dementsprechend hoch, keine Frage. Doch dieser Ort weiß sie zu erfüllen. Reisegäste besuchen die Dörfer der Konso, die bekannt für ihre kunstvolle Bauweise und Terrassenlandschaften sind. Sie streunen nicht nur durch die Terrassenlandschaften, in denen die Konso vorbildlich Permakultur betreiben, sondern lernen an ihren Kultplätzen auch mehr über ihre Glaubensvorstellungen und wie sie ihren Ahnenkult pflegen – spannend! Als besonderer Höhepunkt wartet der König von Konso darauf, Interessierten über sein Volk zu berichten.
Mit einzigartigen Bildern auf der Kamera und im Kopf, geht die Reise weiter – heraus aus dem Konso-Bergland, bis hin zum Fuße der Buska-Berge, ins dörfliche Turmi an der kenianischen Grenze. Die Strecke mag zwar ihre Länge haben, langweilig ist sie dadurch aber nicht. Denn immer wieder halten wir am Wegesrand, um hier ansässigen Völkergruppen, wie etwa den Benna und Arbore, einen Besuch abzustatten. Der Fakt, dass es nirgendwo sonst auf der Welt eine ähnlich große kulturelle Vielfalt auf einem derart kleinen Raum gibt, fällt hier im Omo-Tal nicht schwer zu glauben. Da ist es nicht verwunderlich, dass sich der Wunsch bildet, noch tiefere Einblicke zu erhaschen.
Die Karo und die Hamer kommen da gerade recht. Sie begeistern mit die mit Körperkunst und indigenen Ritualen. Die Karo, die die Uferregionen des Omo-Flusses besiedeln, begeistern mit ihrem kunstvollen Schmuck aus Naturmaterialen – die bemalten, kunstvoll verzierten Körper sind Fotomotive, die geradezu nach der Kamera rufen. Doch auch bei den Hamer, die im Anschluss auf dem Reiseplan stehen, fällt es schwer, die Kamera wegzulegen. „Die Hamer legen viel Wert auf ihre Frisur. Die Haare färben sie mit Kalk, Erde und Butter. So schimmern die Haare besonders, wenn die Sonne auf sie strahlt“, weiß Woubshet.
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Beim Volk der Hamer genießt die Frisur eine große Relevanz.[/caption]
Man muss ein wenig Glück haben, um die Traditionen der Völkergruppen beiwohnen zu können, aber Woubshets letzte Reisegruppe hatte es – sie konnte eine typische Rindersprung-Zeremonie miterleben. „Dabei wird der Übergang von der Kindheit zum Erwachsenen gefeiert. Die jungen Männer versuchen dabei dann, das Interesse der Frauen zu gewinnen, indem sie auf den Rücken hintereinander aufgestellter Kühe laufen.“
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Der Lippenteller gilt bei den Mursi als Schönheitsideal.[/caption]
So viele ursprüngliche Einblicke haben fast ein wenig Suchtcharakter. Glücklicherweise steht aber ein weiterer Besuch eines spannenden indigenen Volkes noch bevor: die Mursi. Angekommen im Mago-Nationalpark, ihrer Heimat, staunen Reisende zunächst einmal nicht schlecht: Frauen mit riesigen Tellerlippen hebend grüßend die Hand. „Dafür sind die Frauen dieses Volks berühmt“, erzählt Woubshet. „Die Lippenscheiben gelten bei den Mursi als Schönheitsideal.“ Hatten Reisende zuvor doch das Gefühl, in der Zeit zurückgereist zu sein, trübt dieses Gefühl bei den Mursi doch etwas – der Konflikt zwischen Vergangenheit und Gegenwart ist hier spürbar, denn zunehmend wird versucht, die Mursi sesshaft zu machen, ihre einstigen Weideflächen werden nun vermehrt von Baumwollplantagen zurückgedrängt.
Nach dem Besuch der Mursi steht noch ein weiterer Besuch einer Urvölkergruppe statt: das Dorze-Volk, für das es hoch hinaus geht. Auf knapp 3.000 Meter erwartet uns das gleichnamige Dorze-Hochland mit einmaligen Ausblicken über den afrikanischen Grabenbruch und die Seen. Das wahre Highlight sind jedoch die Dorze selbst, die besonders für ihre Webekunst bekannt sind. Sogar in der Hauptstadt werden ihre Waren verkauft – und als besonders wertig angesehen. Manch einer wird in Anbetracht der Behausungen dieses spannenden Volkes ein wenig lächeln, denn ihre Häuser erinnern fast an zornige Elefantengesichter. Und hier ist er wieder – der Moment, in dem WORLD INSIGHT seinem Namen alle Ehre macht, in dem echte Einblicke warten: Eine Familie heißt Reisegäste in ihrem Zuhause willkommen und führt in das Innenleben ihrer einzigartigen Behausung. Dabei erfahren Reisende viel über die kunstvolle Bauweise dieser besonderen Häuser. Währenddessen bereitet die Familie auf offenem Feuer das traditionelle „Kojo“-Brot aus den Blättern der „falschen Bananenpflanze“ zu. Selbstverständlich dürfen auch wir diesen köstlichen Bissen probieren!
„Die meisten Menschen kommen vorrangig wegen der Völkergruppen nach Äthiopien“, weiß Woubshet. Doch dass sich Flora und Fauna des Landes in Sachen Vielfalt verstecken müssen, heißt das nicht – im Gegenteil: „Die Landschaft in Äthiopien ist wirklich einzigartig.
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Von Dorze zum Abaya-See: eine wundervolle Landschaftswelt![/caption]
Im Süden gibt es hohe Bergformationen bis hin zu weiten Steppen – es ist vielfältig. Man kann kein Gebiet mit einem anderen vergleichen, man hat einfach immer die Augen offen.“ Und das ist auch gut so: Denn sonst würden wir vielleicht verpassen, wie der Eisvögel nach Beute suchend über die Gewässer des Abijata-Shalla-Nationalpars schwirrt. Oder wie die imposanten Marabou-Störche auf ihren langen Stelzenbeinen durchs Wasser waten, während sich Flamingos, Pelikane und Kormorane an den Ufern tummeln.
Dass mehr Reisende sich trauen, auf unbekannten Pfaden zu wandeln, um sein Äthiopien kennenzulernen – das wünscht sich Woubshet für das Jahr 2025. Es ist ein Land, das sowohl abenteuerlustige Entdecker als auch kulturinteressierte Besucher anzieht und vor allem mit einem nicht geizt: einer Authentizität, die ihresgleichen sucht.
Reiseleiter Gurban sorgt für gute Stimmung.[/caption]
April 2023) und Armenien (September/Oktober 2023) ging es diesmal eben nach Aserbaidschan und wir können nur allen an der Kaukasus-Region Interessierten dazu raten, es uns gleichzutun: Man wird nicht nur fünf Tage lang, sondern zwei intensive Wochen an Erfahrungen und Eindrücken belohnt und nach der Rückkehr ein unvergessliches und gleichzeitig äußerst differenziertes Bild der gesamten Region erhalten haben.
Wir haben also ganz bewusst genau diese Reise gebucht, um ein wenig mehr von der speziellen Kultur und dem Leben der Menschen kennenzulernen. In diesem Sinn waren die Reiseroute, die Schwerpunktsetzung, die Organisation, besonders jedoch die angenehme, engagierte und äußerst kompetente Betreuung durch unseren Reiseführer Gurban Alaskarov nahezu perfekt. Seine fürsorgliche Art, sehr oft für ein Mittagessen in Form eines schmackhaften Picknicks zu sorgen, wird uns in Erinnerung bleiben. Gurban ist übrigens ausgezeichneter Musiker, weshalb uns nachfolgenden Reisenden zu empfehlen ist, nach herumliegenden Saiteninstrumenten Ausschau zu halten und sie ihm in die Hand zu drücken. Es lohnt sich…!
Für das Gelingen einer Reise sehr wichtig sind vor allem auch die Mitreisenden: Diesbezüglich hat alles bestens funktioniert und jede(r) Einzelne hat dazu beigetragen, eine für alle TeilnehmerInnen angenehme Atmosphäre zu schaffen...!
Was ist das Besondere an dieser Reise nach Aserbaidschan…?
Meiner Meinung nach sind die besuchten Orte, Regionen und Sehenswürdigkeiten in einem sehr ausgewogenen Verhältnis zueinander ausgewählt worden, sodass man nicht nur einen hervorragenden Eindruck von den allgemeinen Charakteristika dieses Landes gewinnt, sondern auch einige lokale Besonderheiten zu schätzen lernt. Der Umfang des Gesehenen und Erlebten ist jedenfalls so groß, dass man in einem kurzen Bericht gar nicht auf alle Attraktionen und Höhepunkte dieser Reise eingehen kann. Aus diesem Grund möchten wir vor allem auf jene besonderen Erinnerungen verweisen, die uns sehr überrascht haben und auf die wir zukünftige Reisende gerne aufmerksam machen möchten.
Baku überrascht mit einzigartiger Kultur.[/caption]
Es war von Vorteil, die Stadt Baku in zwei Etappen kennenzulernen: Einmal in ihren Grundzügen und wesentlichsten Sehenswürdigkeiten in teilweise auf Grund des gerade überstandenen Nachtflugs nicht ganz ausgeschlafenem Zustand. Ein andermal im Rahmen selbst zu gestaltender Freizeit im Sinne einer Vertiefung besonderer Interessen kurz vor der Heimreise. Die Stadt ist so vielfältig in ihren frühzeitlichen und mittelalterlichen Elementen, dem bedeutsamen Bezirk mit Bauten aus der Gründerzeit zu Ende des 19. Jahrhunderts sowie der zum Teil futuristischen Architektur der Gegenwart…
Ganz wichtig war zunächst der Blick von oben, vom beeindruckenden Highland Park, um die Stadt in ihrer Totalität, aber auch recht deutlichen Gliederung wahrzunehmen: Die von einer Mauer umgebene, mittelalterliche Altstadt und unmittelbar daneben die sehr großzügig angelegten Geschäfts- und Wohnviertel mit zum Teil sehr breit angelegten Boulevards, auf denen einmal jährlich sogar ein Formel 1 – Grand Prix genug Platz findet.
Der Orientierung dient zunächst ein Spaziergang über das Kopfsteinpflaster der engen Gassen, vorbei an ehemaligen Karawansereien, kleinen Moscheen, aber auch an den zu Recht bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt, nämlich den Palast des Schahs von Schirvan und dem geheimnisvollen Mädchenturm. Der moderne Kontrapunkt dieser Eindrücke ist ein Besuch des nicht nur architektonisch überaus interessanten Kulturzentrums Heydar Aliyev, errichtet von Zaha Hadid.
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Eine Stadt wie aus dem Bilderbuch: Lahij.[/caption]
Ganz im Bewusstsein, noch einmal in diese Stadt zurückzukehren und die Besichtigung später fortzusetzen, führt uns schon der nächste Tag ins Gebirge, in das uralte, kleine, aber äußerst malerische Handwerkerstädtchen Lahij. Spätestens an diesem Ort lernt man eine Besonderheit Aserbaidschans kennen: Diese Nation hat viele verschiedene ethnische, sprachliche und kulturelle Wurzeln. Ein Teil der Bevölkerung dieser Gegend, sind Taten, die vor Jahrhunderten von Persien kommend sich hier angesiedelt haben. Lahij wirkt mit seinen gepflasterten Gassen, Höfen und alten Häusern wie eine Stadt aus dem Bilderbuch und die Zeit wirkt wie stehengeblieben.
Der nächste Höhepunkt der Reise folgt schon am nächsten Tag und vermittelt ein wenig Geschichtsunterricht: Man ist plötzlich mit einem etwas anderen Albanien konfrontiert, als man es vom Balkan gewohnt ist. Es gibt nämlich ein längst untergegangenes, antikes Königreich gleichen Namens, dessen Hauptstadt, einst sowohl Handelszentrum als auch Bischofssitz, sich unweit des heutigen Qabala befunden hat. Heute staunt man über die noch erhaltenen, gigantischen Stadttore und Mauern, die sich über mehrere, zum Teil archäologisch noch gar nicht untersuchten Stadtteile erstreckt.
Unser nächstes Ziel ist Sheki, erneut eine Stadt, die viel älter ist, als jene in Europa und voll mit großartigen Sehenswürdigkeiten: Der Palast des ehemaligen Khans, von außen eher unscheinbar, zeigt eine prächtige Innenausstattung mit dekorativ-bunten Fresken und wunderbaren Glasfenstern. Eindrucksvoll sind die Größe und die mächtige Bauart der wunderschön restaurierten Karawansereien sowie die Vielfalt der am Markt angebotenen Sortiments an Obst und Gemüse.
Spätestens beim Besuch des oberhalb von Sheki gelegenen Bergdorfs Kish wird uns erneut das christliche Erbe der Gegend bewusst: Die kleine Dorfkirche St. Elisæus geht auf eine Gründung im 1.Jhdt. zurück und präsentiert in einem kleinen Museum sehr interessante historische Artefakte und sakrale Gegenstände. Wenig später genießen wir einen kurzen Spaziergang zur Georgskirche von Kurmuk unweit der georgischen Grenze, von der man eine großartige Fernsicht hat.
Der hirkanische Wald ist UNESCO-Weltkulturerbe.[/caption]