20. April 2021 #wir_sind_bereit

Auf Vortour durch Uganda

WORLD INSIGHT

Wird sich das Reisen in Zukunft verändern? Unsere Country Manager Anna und Sven aus Uganda wollten es wissen und haben sich selbst auf eine Tour durch ihr Heimatland gemacht, in dem langsam die Normalität zurückkehrt.

Hallo aus dem sonnigen Uganda! Wir sind Anna und Sven, die WORLD INSIGHT-Country Manager hier vor Ort in Kampala. Wir leben beide seit fast 10 Jahren in Uganda, mittlerweile mit unseren Partnern und Kindern, und freuen uns, unsere Leidenschaft für unsere Wahlheimat immer wieder mit unseren WORLD INSIGHT-Reisenden teilen zu können. Da wir selbst viel in Uganda unterwegs sind, sind wir sehr nah dran an Land und Leuten, kennen die neuesten Entwicklungen im Land und können uns regelmäßig selbst von der Qualität der Unterkünfte und Aktivitäten überzeugen. So stellen wir sicher, dass unsere Gäste immer das beste Reiseerlebnis haben.

Uganda ist ein wunderschönes Reiseziel mit einer unglaublichen Vielfalt an Natur, Kultur und Wildtieren, einschließlich der gefährdeten Berggorillas. Wie überall auf der Welt hat auch letztes Jahr die Pandemie das Leben, und vor allem das Reisen, zum abrupten Stillstand gebracht: Die Grenzen wurden geschlossen und der Tourismus eingestellt. Unser Alltag änderte sich wie in anderen Ländern auch schlagartig. Wir richteten unsere Home-Offices ein, gewöhnten uns daran, alle sozialen Kontakte zu beschränken und alles zu tun, was wir können, um eine weitreichende Ausbreitung der Pandemie in Uganda zu vermeiden oder möglichst zu verzögern. Die strengen Vorkehrungen zahlten sich aus – mittlerweile konnten viele Regelungen wieder gelockert werden, Krankheitszahlen befinden sich im sehr niedrigen Bereich und Impfungen sind in vollem Gange. Bereits seit September letzten Jahres sind Reisen im Land wieder möglich und Reisende herzlich willkommen!

Sicheres Reisen in Uganda

Berggorillas sind die mystischen Bewohner des ugandischen Dschungels.

Da wir selbst passionierte Reisende sind, haben auch wir unsere Touren durchs Land sehr vermisst. Daher zögerten wir nach der Öffnung nicht lange und machten uns auf (Wieder-) Erkundungstour durch unser Uganda! Dabei wollten wir nicht nur unsere Wanderlust stillen, sondern uns auch selbst davon überzeugen, dass das Land wieder bereit war, Reisende zu empfangen und herausfinden wie es sich vielleicht auch verändert hat: Wie erging es den Berggorillas und Schimpansen im Lockdown und wie werden sie vor Covid geschützt? Werden unterwegs alle Sicherheitsmaßnahmen eingehalten, ist soziale Distanzierung möglich? Sind unsere Lodges vorbereitet? Wir wollten Antworten auf diese Fragen und machten uns mit unserem erfahrenen deutschsprachigen WORLD INSIGHT-Reiseleiter Julius und einem unserer besten englischsprachigen Guides, Geoffrey, auf den Weg…

Durch grüne Teeplantagen in den Regenwald

Früh am Morgen treffen wir uns für das Briefing. Alle sind spürbar aufgeregt, dass wir nun endlich wieder reisen dürfen und freuen sich auf die Tour, die wir vor uns haben – wie haben wir das Reisen vermisst! Zunächst checken wir mit unseren Guides, Julius und Geoffrey, ob wir in unserem Safari-Fahrzeug auch die jetzt nötigen Materialien dabei haben: Mund-Nase-Schutz, Desinfektionsmittel, Infrarot-Thermometer, Einweghandschuhe? Alles ist da, das Fahrzeug blitzsauber, es kann also losgehen!

Geoffrey bereitet das Safari-Fahrzeug vor.

Unser erstes Ziel auf dieser Tour ist der Kibale Forest Nationalpark im Westen Ugandas. Während der Fahrt sehen wir das geschäftige Treiben entlang der kleinen Handelszentren, Dörfer und Felder. Nach mehreren Monaten im Lockdown, der auch die Wirtschaft Ugandas zum Erliegen brachte, sind alle froh wieder ihrer Arbeit nachgehen zu können und einen Lebensunterhalt für die Familie verdienen zu können. Uganda ist eines der Länder mit der höchsten Quote an (Klein- und Kleinst-) Unternehmern der Welt und gehörte sogar in Zeiten von Covid zu den 10 am schnellsten wachsenden Wirtschaften der Welt. Und diese positive Energie und Geschäftigkeit, gepaart mit der optimistischen Einstellung, dass man sich ein gutes Leben erarbeiten kann, spürt man auf jedem Schritt um sich herum.

Kinder mit Wasserkanistern in ihrem Heimatdorf in Uganda.

Uganda hat eine unglaubliche Vielfalt an Flora und Fauna zu bieten, aber oft ist es gerade die Herzlichkeit, Offenheit und der Optimismus der Ugander, die unseren WORLD INSIGHT-Reisenden am meisten in Erinnerung bleiben. Wir fragen uns, ob die neuen Sicherheitsmaßnahmen wie das Tragen eines Mund-Nase-Schutz oder das Einhalten der Abstandsregeln diese Herzlichkeit und den direkten Kontakt beeinträchtigen werden? Oder sind das nur kleine Details, die der zwischenmenschlichen Verbindung und Begegnung nicht im Wege stehen? Das werden wir nach dieser Tour wohl beantworten können.

Im Kibale Forest Nationalpark können wir den Einheimischen bei der Arbeit auf den Tee-Plantagen zusehen.

Nach etwa 4 Stunden Fahrt sehen wir wie die Landschaft hügeliger wird und sich die saftig grünen Teeplantagen vor uns entfalten. Wir passieren Fort Portal, Ugandas „Tourism City“, und erreichen nach einer weiteren Stunde den Regenwald. Wir kurbeln die Fenster runter und atmen tief die frische Luft ein. Große Pavian-Familien schauen neugierig unser Fahrzeug an, in der Hoffnung Essensreste zu ergattern.

On the road.

Unsere Unterkunft für heute ist das Turaco Treetops, wo wir schon erwartet und herzlich empfangen werden. Wir spüren deutlich, wie sehr sich alle darüber freuen wieder Gäste willkommen heißen zu können. Nichtsdestotrotz wird das Sicherheitsprotokoll genaustens eingehalten: Alle Mitarbeiter tragen Mund-Nase-Schutz, unsere Körper-Temperatur wird geprüft und sorgfältig notiert, sogar unser Gepäck wird desinfiziert bevor es in unsere Zimmer getragen wird. Dann heißt es für uns, angekommen zu sein: Wie schön es ist, raus aus der Stadt und mitten in der Natur zu sein! Die Cottages, in denen wir übernachten, sind über kurze Pfade mit dem Restaurant und Hauptgebäude verbunden. Sobald man aber seine Unterkunft betritt, hat man das Gefühl, den Wald ganz für sich allein zu haben.

Vulkanische Kraterseen-Landschaft

Die spiegelglatten Seen in Uganda sein ein Traum!

Gibt es etwas Schöneres, als sanft von den Geräuschen des Regenwaldes aus dem Schlaf geweckt zu werden? Nach einer erholsamen Nacht, einem fantastischen Frühstück mit tropischen Früchten und frisch aufgebrühtem Kaffee, sind wir bereit für ein kleines Abenteuer: Wir begeben uns auf eine Wanderung zu den Kraterseen. Steil geht es bergauf, die ersten Schweißtropfen bilden sich auf unserer Stirn, der Griff zur Wasserflasche versorgt uns mit neuer Energie und eine frische Brise bringt willkommene Abkühlung. Um uns herum wiegen sich Bananenblätter sanft im Wind, Kühe weiden an den steilen Hängen und Kinder winken uns aufgeregt zu. Zwischendurch immer wieder der Blick zurück – Was für eine Aussicht!

Ausblick auf den „Nyamirima“-See vom „Top of the world“.

Und dann endlich, nach mehreren Kilometern bergauf, haben wir unser Ziel erreicht: der zurecht „Top of the World“ getaufte Aussichtspunkt auf knapp 1.800 Metern über dem Meeresspiegel. Hier, in der hügeligen Landschaft, zwischen dem Kibale Forest Nationalpark und Fort Portal haben sich mehr als 40 Krater-Seen gebildet und wir stehen nun am höchsten Punkt und bestaunen die einzigartige Kulisse. Ein paar hundert Meter unter uns liegt der Lake Nyamirima, spiegelglatt und tiefblau. Im Hintergrund schlängelt sich eine Straße den Berg empor, dahinter erstreckt sich der Kibale Forest Nationalpark: grün so weit das Auge reicht, herrlich! Wir genießen die Sicht und sind stolz auf unsere sportliche Leistung.

In der Savanne des Queen Elizabeth Nationalpark

Elefant im Queen Elizabeth Nationalpark

Weiter gehts zum Queen Elizabeth National Park. Die Landschaft verändert sich während der dreistündigen Fahrt, es wird zunehmend flacher und ab und zu kann man in der Ferne schon die Savanne erkennen. Westlich der Straße ein ganz anderes Bild: Hier erheben sich die Rwenzori Mountains auf bis zu 5.100 Meter über den Meeresspiegel. Übersetzt aus der lokalen Sprache bedeutet „Rwenzori“ Regenmacher; international ist das Gebirge auch unter dem magischen Namen „Mountains of the Moon“ bekannt und ist die Heimat zahlreicher Mythen und Legenden. Die mit Gletscher-, Schneewasser und unzähligen Quellen gespeisten Gebirgsbäche schießen ins Tal und reißen in der Regenzeit immer wieder riesige Felsbrocken mit sich. Hier merkt man was für eine ungeheure Naturgewalt da am Werk ist. Wir lassen die Berge neben uns und fahren weiter Richtung Steppe.

Landschaften wie aus dem Bilderbuch im Rwenzori Gebirge.

In der Ihamba Lakeside Safari Lodge am Queen Elizabeth Nationalpark werden wir von einem freundlichen Mann in Empfang genommen. Zuerst Hände desinfizieren, dann Temperatur nehmen, das Protokoll wird immer eingehalten. Wir sind heute die einzigen Gäste. Liebevoll kümmert man sich um uns und für einen kleinen freundlichen Plausch ist hier immer Zeit.

Nach der Einweisung in der Lodge springen wir gleich in den Pool. Hinter uns die majestätischen Rwenzori Mountains, vor uns der Lake George mit seinen Papyrus-Sümpfen, den darin lebenden Nilpferden und unzähligen Vogelarten. Schöner kann eine Lodge kaum liegen. Bei einem wohlverdienten Sundowner lassen wir die letzten zwei Tage Revue passieren. Hier draußen, fast allein in der Natur, scheint unser Alltag mit den üblichen kleinen und größeren Sorgen ganz weit weg zu sein und wir wären jetzt nirgendwo lieber als genau hier.

Gemütlich tummeln sich die Nilpferde bei Sonnenuntergang im Lake George.

Safari-Abenteuer im Nationalpark

Am nächsten Morgen klingelt der Wecker schon um 5:30 Uhr. Es ist noch stockdunkel draußen und vor unseren Cottages hören wir Flusspferde grasen und wie die Vögel ihr Morgenkonzert beginnen. Während die ersten sanften Sonnenstrahlen am Horizont erscheinen, treffen wir uns auf eine starke Tasse Kaffee am Lodge Restaurant – der Tag kann starten.

Julius und Geoffrey stehen schon an den Fahrzeugen, die Safari-Dächer bereits geöffnet und erwarten uns wie immer bestens gelaunt und voller Tatendrang. Es ist wirklich bewundernswert, was für eine tolle Arbeit unsere WORLD INSIGHT-Reiseleiter auf Tour leisten. Sie haben nicht nur immenses Wissen über Flora und Fauna, Kultur und Leben in Uganda, sondern sorgen für einen reibungslosen Ablauf der Reise, haben immer ein offenes Ohr und sind jederzeit glücklich über ein Pläuschchen. Uns ist wichtig, auf unseren WORLD INSIGHT-Reisen Einheimische einzusetzen, ugandische Reiseleiter, sowohl deutsch- als auch englischsprachig, um unseren Reisenden ein authentisches Reiseerlebnis zu ermöglichen. Sie sind stolz, ihren Gästen die Schönheit ihres Landes aufzuzeigen und können darüber hinaus viele Geschichten aus ihrer eigenen Perspektive erzählen uns Erlebtes teilen.

Unsere Reiseleiterinnen und Reiseleiter schulen wir regelmäßig bei Trainings in unseren Zielgebieten. Hier 2019 bei Kampala, Uganda.

Aber nun: „Tugende“ – los geht’s auf Safari! Nach nur wenigen Minuten Fahrt mitsamt Äquator-Überquerung kommen wir an der Pforte zum Queen Elizabeth Nationalpark an. Wir steigen aus, lassen uns registrieren und bezahlen den Parkeintritt. Temperatur-Check, Hände desinfizieren… Das kennen wir ja schon und jeder scheint zu wissen, was zu tun ist. Auf der Fahrt im Park saust uns die frische Morgenluft um die Ohren. An einer Büffelherde vorbei, sehen wir Uganda Kobs, Wasserböcke, Elefanten und Flusspferde. Kleine und große Vögel begleiten unsere Fahrt, sie flattern vor und neben dem Landcruiser, drehen spielerisch ihre Pirouetten und scheinen uns den Weg weisen zu wollen. Dann, in der Ferne, ein ungewohnter Anblick, ein Fahrzeug! Wir fahren hin und fragen nach, was es zu sehen gibt: „Da hinten, zwei Löwen“, sagen die beiden Touristen knapp, mit Fernglas und Teleobjektiv bewaffnet und voll auf ihr Motiv konzentriert. Wir bleiben kurz und entscheiden dann, dass wir weiter fahren. So richtige Lust auf andere Fahrzeuge haben wir heute keine. Und schon sind wir wieder allein auf weiter Flur.

Mit etwas Glück sichten wir während unserer Safari im Queen Elizabeth Nationalpark Leoparden.

Plötzlich hält Julius das Fahrzeug an. Er zeigt auf eine Gruppe Wasserböcke, die nervös die Hälse in die Luft strecken und setzt sein Fernglas an. Geduldig warten wir. Dann bewegt sich etwas… da, ein Ohr, dann ein Kopf… wir erspähen einen Leoparden! Er streift behutsam durch das hohe Gras und setzt jäh zum Sprung an. Beute? Nein, ein zweiter Leopard! Die beiden Geschwister spielen unbeschwert miteinander, nehmen kaum Notiz von uns und kommen dabei immer näher. Aufgeregt über den relativ seltenen Anblick machen wir schnell Fotos und Videos. Dann legen wir die Kamera beiseite und genießen den Moment. Nach unserem erfolgreichen Safari-Abenteuer gönnen wir uns noch einen entspannten Nachmittag in der Ihamba Lodge bevor wir am Tag darauf wieder weiterziehen.

Berggorillas im undurchdringlichen Regenwald

Eine Familie Silberrücken-Gorillas im Bwindi-Nationalpark.

Heute führt uns unsere Reise weiter in den Südwesten des Landes, zum Bwindi Impenetrable Forest Nationalpark. Dieser „undurchdringliche Regenwald“ erstreckt sich über mehr als 300 Quadratkilometer und beheimatet über die Hälfte der gesamten Weltpopulation der stark gefährdeten Berggorillas. Für viele WORLD INSIGHT-Reisende ist genau das der Grund, warum sie unbedingt einmal nach Uganda reisen möchten: die einmalige Möglichkeit, diesen sanften Riesen in ihrem natürlichen Lebensraum zu begegnen und damit einem der engsten Verwandten des Menschen so nah zu sein, ist unbeschreiblich und gehört zu den Reiseerlebnissen, die man sein Leben lang nicht vergessen wird.

Das Gorilla-Tracking unterliegt strengen Regeln, denn so sehr es eine der Hauptattraktionen Ugandas ist, hat das Wohlbefinden und der Erhalt des Bestandes der Berggorillas immer Vorrang vor kommerziellen Aktivitäten. Zurzeit gibt es 18 habituierte Gorilla Gruppen im Bwindi Nationalpark, so werden die Gorilla-Familien bezeichnet, die an Besuche von Menschen gewöhnt sind. Jedoch wird pro Tag pro Gorilla-Familie nur eine Besuchsgruppe von maximal 8 Personen zugelassen und die Begegnung darf höchstens 1 Stunde dauern, um die Tiere nicht länger zu stören. Die sogenannten „Permits“, die zum Gorilla-Tracking berechtigen, müssen aufgrund der limitierten Verfügbarkeit meist einige Monate im Voraus gekauft und für ein festgelegtes Datum und ein festgelegtes Gebiet des Nationalparks ausgestellt werden. Das Tracking-Gebiet bestimmt sich nach der Unterkunft, in der die Reisenden am Vortag übernachten, denn die Fahrt zwischen verschiedenen Gebieten im weitläufigen Nationalpark kann mehrere Stunden dauern. Für unsere Reisegruppen kümmern wir uns immer um alles im Voraus, die Unterkunft wird gebucht und die entsprechenden Permits sofort bei Buchungsbestätigung gesichert, sodass sich unsere Reisenden sorgenfrei auf ihre Reise freuen können.

Die grünen Hügel des Bwindi Impenetrable Forest Nationalparks.

Während des Lockdowns im letzten Jahr sind die Nationalparks geschlossen worden, um die Tiere keiner Ansteckungsgefahr auszusetzen. Da wir genetisch so sehr mit Menschenaffen wie Schimpansen und Gorillas übereinstimmen, könnten Viren wie auch der Coronavirus, vom Menschen auf die Menschenaffen übertragen werden und verheerende Folgen für die Gorilla- und Schimpansen-Population haben.

Auf dieser Tour freuen wir uns nicht nur darauf, die wunderschönen Landschaften Ugandas genießen zu können, sondern haben auch ein wichtiges Anliegen: Wir möchten herausfinden, wie es den Gorillas während des Lockdowns ergangen ist. Haben sie wohl bemerkt, dass sie gar keine Besucher mehr bekommen? So sehr die Tiere sich ungestört in ihrem natürlichen Lebensraum bewegen, so waren sie es doch gewohnt ab und an eine kleine Besuchergruppe zu empfangen. Werden sie sich erst wieder an Menschen gewöhnen müssen? Wird das Gorilla-Tracking überhaupt möglich sein, solange wir mit der Pandemie zu kämpfen haben? Wie wird sichergestellt, dass die Gorillas vor dem Virus geschützt sind? Für unsere WORLD INSIGHT-Reisenden möchten wir genaustens wissen wie das Tracking aussehen wird, wie sie sich vorbereiten sollten und welche Vorkehrungen getroffen werden.

Wer könnte das besser beantworten als die Experten, die durch ihre herausragende Arbeit den Primaten-Tourismus überhaupt möglich machen und unermüdlich vor Ort die Stellung halten: Wir treffen wir uns auf ein Gespräch mit dem Chief Warden der Uganda Wildlife Authority (UWA), Nelson Guma, der für den Bwindi Nationalpark zuständig ist und am nächsten Tag mit Dr. Ricky Okello, der als Veterinär für die gemeinnützige Organisation „Gorilla Doctors“ arbeitet.

Im Gespraech mit UWA im Bwindi Nationalpark

Nelson Guma treffen wir in Buhoma, im Norden des Bwindi Nationalparks, wo sich das Hauptquartier der Uganda Wildlife Authority befindet. Der Chief Warden freut sich über unseren Besuch und empfängt uns herzlich. Von ihm erfahren wir, dass täglich ein Monitoring stattfindet, bei dem ein Team von Rangern zu den Gorillas wandert, um nach ihrem Wohlbefinden zu schauen. Die Gorilla-Familien ziehen frei umher und können innerhalb eines Tages lange Strecken innerhalb des Regenwaldes zurücklegen. Deshalb werden auch bei jedem regulären Gorilla-Tracking sogenannte „Tracker“ vorgeschickt, die anhand der Spuren der Gorillas ausmachen sollen, wo sich die Familie befindet. Beim Monitoring findet eine Zählung statt, um sicherzustellen, dass alle Familienmitglieder da und wohlauf sind. Trotz der fehlenden Touristen über einen längeren Zeitraum, konnten die UWA-Ranger keine Verhaltensänderungen bei den Gorilla-Gruppen feststellen, es geht ihnen gut.

Dichter Regenwald in Uganda.

Der Chief Warden erklärt auch, dass die Tracking-Regeln überarbeitet und Hygienemaßnahmen erlassen worden sind, um die Sicherheit der Gorillas zu gewährleisten. Seit Beginn der Pandemie gelten neue Regeln, wonach nun ein Mindestabstand von zehn Metern eingehalten werden muss, Hände müssen regelmäßig desinfiziert werden, und der Mund-Nase-Schutz muss gewechselt werden, sobald sich die Gruppe den Gorillas nähert. Es bleibt weiterhin dabei, dass die Besucher eine Stunde bei den Gorillas verbringen dürfen. Dann geht es wieder zurück auf den Heimweg.

Es gibt uns ein gutes Gefühl zu wissen, dass alle Maßnahmen getroffen worden sind, um die Primaten zu schützen und das Gorilla-Tracking für Touristen möglich sein wird. Darüber wie wichtig Tourismus für den Erhalt der Gorilla-Bevölkerung ist und welchen Beitrag jeder Reisende durch seinen Besuch leistet, wollen wir uns morgen mit Dr. Ricky Okello unterhalten, einem Tierarzt, der seit Jahren für die gemeinnützige Organisation „Gorilla Doctors“ arbeitet.

 

In Uganda und Ruanda nutzen wir Allrad-Kleinbusse für unsere Tour.

Aber dafür müssen wir zunächst weiter zu unserem nächsten Ziel: Wir fahren Richtung Süden, unweit der kleinen Stadt Kisoro, an den malerischen Lake Mutanda. Auf dem letzten Teil der Strecke schlängelt sich die Straße durch Berg und Tal. Von Weitem sehen wir schon den mächtigen Mount Muhavura, dessen massive Größe Respekt einflößt. Übersetzt aus einer der lokalen Sprachen bedeutet Muhavura „Wächter“ oder „Guide“, und tatsächlich thront der erloschene Vulkan mit seinen 4.100 Meter Ehrfurcht gebietend über allen Dingen. Ab hier verlassen den Asphalt und biegen in eine schmale, mit Vulkangestein geschotterte Landstraße ein und Julius und Godfrey manövrieren uns meisterhaft die Hänge entlang. Endlich sehen wir in der Ferne die kleine Halbinsel, auf der sich unsere Unterkunft befindet: das Mutanda Lake Resort.

Der malerische Lake Mutanda.

Nach einer wohlverdienten Dusche gehen wir auf die Restaurant-Terrasse, bestellen Getränke und lassen den Blick über den See schweifen. Für viele ist das der schönste Aussichtspunkt in ganz Uganda. Vor uns ruht der Lake Mutanda, mit seinem tiefblauen Wasser, den Schilf umsäumten Ufern, den vielen kleinen Inseln und den dahinter liegenden Vulkanen, die in der weichen Abendsonne zum Träumen einladen. Mit dem kühlen Bier in der Hand und einem zufriedenen Lächeln auf den Lippen sind wir uns einig, dass sich die lange Fahrt mehr als gelohnt hat.

Malerischer Lake Mutanda

Morgentau über den Feldern des Kisoro Distrikt.

Am nächsten Morgen besucht uns Dr. Ricky im Mutanda Lake Resort und wir laden ihn ein, uns auf unserer geplanten Bootstour auf dem See zu begleiten. Als Veterinär des „Gorilla Doctors“ Teams ist Dr. Ricky regelmäßig im Einsatz und kümmert sich um das Wohlbefinden der Gorillas in Uganda, Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo. Dr. Ricky erzählt uns, wie wichtig Tourismus für den Erhalt der Gorillas ist: Durch die Corona-Krise und den Tourismus-Stopp ist vielen Menschen in den Gemeinden um die Nationalparks der Lebensunterhalt entzogen worden. Damit geht leider ein bemerkbarer Anstieg in Wilderei einher. Auch wenn die Gorillas nicht das Ziel der Wilderer sind, so kann es zu Vorfällen kommen, bei denen vor allem nicht habituierte Gorillas bei einer überraschenden Begegnung mit Wilderern getötet worden sind. Tragisch, in Anbetracht der kleinen überlebenden Population dieser Tiere. Tourismus bietet eine Alternative zur Wilderei und eine überlebenswichtige Einnahmequelle für viele Mitglieder der umliegenden Communitys. Von jedem Permit, das verkauft wird, geht ein Anteil direkt an die lokale Bevölkerung. Somit hat jeder WORLD INSIGHT-Reisende, der an einem Gorilla-Tracking teilnimmt, nicht nur ein unvergessliches Erlebnis mitgemacht, sondern hat mit dem Kauf eines Gorilla-Permits auch einen Beitrag zum Erhalt des Bestandes der letzten wild lebenden Gorillas geleistet. Was für ein inspirierendes Gespräch! Wir drücken unsere Wertschätzung für die Arbeit von Dr. Ricky und seinem Team aus, denn sie tragen erheblich dazu bei, dass das Gorilla-Tracking für Reisende angeboten werden kann.

Unser Boot schippert weiter gemütlich auf dem Kratersee, vorbei an vielen kleinen Inseln, mit freier Sicht auf die Vulkane am Horizont. Den Nachmittag verbringen wir mit Schwimmen und Entspannen.

Der Mutanda-See bei Sonnenuntergang mit Blick auf die Vulkane Muhavuru und Gahinga

Lake Mburo Nationalpark

Unsere letzte Station ist der Lake Mburo Nationalpark. Der kleinste Savannen-Park in Uganda, aber auch einer der schönsten. Wie so oft auf unserer Rundreise ändert sich die Landschaft wieder vollkommen. Die Gegend hier ist eher trocken, mit sanften Hügeln, den weitläufigen Weidegründen und den vereinzelten Ranch-Häusern, die man von Weitem sehen kann. Unsere Unterkunft, die Mpogo Lodge, ist eines der hier so typischen Farmhäuser. Rustikal, mit eigener Viehherde, Ziegen und einer Mango-Plantage. Nach der anstehenden Pirschfahrt am Nachmittag, der letzten unserer Tour, werden wir am nächsten Morgen mehr über die Kultur der Menschen und die Bedeutung der Ankole Rinder erfahren.

Die Pirschfahrt im Lake Mburo Nationalpark macht noch einmal richtig Spaß. Die Tiere kommen hier im Vergleich zu anderen Parks sehr nah an die Fahrzeuge heran. Ein Grund dafür mag der Mangel an Raubtieren im Park sein, die Tiere sind also weniger scheu. Ein tolles Erlebnis! Wir genießen noch einmal die Natur und sehen Giraffen, Zebras, Nilpferde, Warzenschweine und viele Antilopen.

Giraffen entspannen unter den Bäumen des Lake Mburo Nationalparks.

Ankole Langhornrinder

Am nächsten Morgen stehen wir schon früh auf und gehen zusammen mit einem Guide auf die Koppel. Die hier heimischen, berühmten Ankole-Langhornrinder haben einen ganz besonderen Stellenwert, nicht nur für die Menschen hier, sondern in ganz Uganda. So zieren die anmutigen Tiere zum Beispiel die Zwanzigtausend-Schilling-Note. Die Farbe und Maserung des Fells bestimmt den Namen der Kuh und es gibt Dutzende Namen, für jede, für ein ungeübtes Auge, kaum zu erkennende Abwandlung einen eigenen. Reichtum bestimmt sich traditionell nach der Anzahl der Kühe, die man besitzt, aber die majestätischen Tiere werden keineswegs als Gegenstand gehandhabt, sondern vielmehr wie der kostbarste Freund behandelt. So wird zum Beispiel abends ein Feuer aus duftenden Gräsern für sie angezündet, dessen Rauch in der Nacht störende Insekten vertreiben soll; Tradition gebietet auch, dass sie morgens zur Begrüßung zunächst mit einem speziell angefertigten Geflecht gesäubert und massiert werden bevor sie gemolken werden dürfen.

Das Ankole-Rind ist bekannt für seine riesigen Hörner.

Die hiesige Milch ist im ganzen Land bekannt für ihre hervorragende Qualität. Unser Guide ermuntert uns, es auch einmal mit dem Melken zu versuchen. Gar nicht so einfach, wenn man so ungeübt ist wie wir, und die riesigen Hörner der Kühe schüchtern uns auch etwas ein, aber am Ende schlagen wir uns gut.

Danach führt uns der Guide ins traditionelle Milk-House. Ein aus Lehm und Kuhdung errichteter Rundbau, mit hohem, spitzem Strohdach, der auch der größten Hitze trotzt und immer angenehm kühl bleibt. Hier spielt sich das Leben tagsüber ab, wenn es draußen zu heiß ist. Hier werden Gäste empfangen und Freundschaften gepflegt, Probleme besprochen und Konflikte gelöst, Hochzeiten geplant, es wird entspannt und geschwatzt, kurz gesagt, hier wird gelebt. Wir finden kunstvoll verzierte Kalebassen vor, Kuhfelle auf dem Boden und den Wänden und eine steinerne Rundbank entlang der Innenmauer, auf der wir Platz nehmen. Unser Guide erzählt Anekdoten und erklärt uns, dass die Kalebassen jeden Morgen geräuchert werden, bevor sie zur Milchaufbewahrung benutzt werden. Das soll die Milch zum einen haltbar machen und zum anderen gibt es ihr einen unvergleichlichen Räuchergeschmack. Wir hören zu, lernen viel Neues und erfreuen uns an diesem kleinen Einblick in die Geschichte und Traditionen dieser Region.

Selbstverständlich darf ein Selfie am Äquator nicht fehlen.

Aber leider ist es nun an der Zeit, uns zu verabschieden, da wir uns heute auf den Heimweg nach Kampala machen. Unterwegs halten wir noch kurz für das obligatorische Foto am Äquator-Denkmal, bevor wir weiterfahren.

Viel zu schnell ist unsere Tour zu Ende gegangen! Es war fantastisch nach langer Zeit wieder einmal selbst Reisender zu sein und unser Uganda neu zu entdecken, Kollegen zu treffen und viele interessante Gespräche zu führen. Nicht zuletzt, konnten wir uns auch davon überzeugen, dass tatsächlich alle Vorkehrungen getroffen sind, um Reisen möglich zu machen und Sicherheit für Reisende und Einheimische, ob Mensch oder Tier, zu gewährleisten.

Wir können mit Überzeugung sagen: Wir sind bereit und freuen uns bald wieder unsere WORLD INSIGHT-Reisegruppen in Uganda willkommen zu heißen!

Sonnige Grüße vom Äquator senden Anna und Sven

Reiseleiterschulung am Victoria See in Uganda mit Geschäftsführer Otfried Schöttle (vorne) und Country Managern Sven und Anna (links und rechts außen)

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