Interview mit Mario Goldstein 20. September 2018

Von der Faszination des Reisens

Auf seinen Reisen trifft Mario Goldstein ganz beeindruckende Menschen. Zur Einstimmung auf seine Live-Reportage „Meine Reise zum Dalai Lama“ haben wir ihm vorab ein paar Fragen gestellt.

Mario Goldstein ist ein Abenteurer par excellence. Aufgewachsen im Vogtland, zog es ihn im Alter von 18 Jahren raus aus der DDR nach Westdeutschland. Dort arbeitete er als Unternehmer, bis zum Jahr 2001, in dem sich sein Leben komplett veränderte. Er verkaufte alles und segelte mit einem Katamaran aufs Meer hinaus – das Abenteuer begann. Im Jahr 2011 brach er zu seinem nächsten Reiseabenteuer auf, mit seinem Bruder in einem ausrangierten Wasserwerfer der Bereitschaftspolizei nach Indien, zum Dalai Lama.

Deine Geschichte ist ja wirklich eine besondere. Seit deiner ersten Abenteuerreise vor 17 Jahren hast du unzählige Dinge erlebt. Eine Frage hat sich uns direkt gestellt: Möchtest Du uns erzählen, welches Ereignis es war, das dein Leben im Jahr 2001 komplett verändert hat?

Das war nicht ein einzelnes Ereignis, sondern eine Reihe von Erkenntnissen, ein Prozess, der sich über etwa drei Jahre hinzog. Nach all den Jahren der Selbständigkeit stellte ich das materielle Denken infrage und begann mein Gefühl für das ganz persönliche Glück zu hinterfragen. Ich war mir nicht mehr sicher, ob Geld die Erfüllung aller Träume und der Grundstein für ein dauerhaftes Glück ist. Ich musste einfach mehr erfahren. Also verkaufte ich alles und ließ Deutschland hinter mir, um nach dem Geheimnis des Glücks zu suchen.

Wenn man einen Blick auf deine Reiserouten wirft, fällt auf, dass du deine Abenteuer überall in der Welt findest: Du hast unter anderem Alaska, Indien, Marokko, Thailand, die Türkei, Neufundland und die Malediven bereist. Hast du eine bestimmte Vorgehensweise, nach der du deine Ziele auswählst?

Die Länder, die ich besucht habe, lagen meist auf der Strecke, die meine Route markiert hat. Meist halte ich mich mehrere Wochen in einem Land auf, oft auch Monate. In Thailand war ich zum Beispiel über ein Jahr, um segeln zu lernen. Indien habe ich schon mehrfach besucht, das Land fasziniert mich einfach, das Chaos, die Spiritualität und die Menschen. Indien ist wie eine Reise in eine andere Welt. Grundsätzlich kann ich nicht sagen, dass mich ein Land nicht interessiert. Kommt immer auf den Weg an. Wer will schon nach Pakistan? Doch um nach Indien über Land zu fahren, muss man durch dieses Land reisen. Interessantes Abenteuer, über das ich auch bei der Katalogpräsentation erzählen werde.

Wie lange dauert im Schnitt die Vorbereitung auf deine Reisen?

Auf die Reise zum Dalai Lama habe ich mich fast ein Jahr vorbereitet. Visa, Zollpapiere und der Umbau des Fahrzeuges haben Zeit in Anspruch genommen. Zudem wollte ich so viele Friedensbotschaften wie möglich sammeln. Eine Zitterpartie bis zum Schluss. Bei Kanada und Alaska waren es etwa vier Monate.

Ist dir ein Ereignis oder eine Begegnung als besonders bewegender Moment auf deinen bisherigen Reisen in Erinnerung geblieben?

Ich hatte viele bewegende, emotionale Begegnungen auf meinen Reisen. Die Walsichtung vor Neufundland, das Gespräch mit Ali, einem pakistanischen Zollbeamten, das Erreichen der Beringsee und natürlich die bewegende Begegnung mit dem Dalai Lama. Wenn dein Herz offen ist, dann kommt der bewegende Moment irgendwann zu dir. Du wirst es fühlen, wenn es soweit ist.

Bei deinen Reisen spielt auch deine Familie immer wieder eine besondere Rolle. In welcher Form, würdest du sagen, hat das gemeinsame Reisen mit deiner Freundin und deiner Tochter eure Beziehung zueinander verändert bzw. beeinflusst?

Das gemeinsame Reisen war immer sehr intensiv. Wir habe viel Zeit miteinander verbracht. In den sieben Jahren, die ich über die Weltmeere geschippert bin, habe ich mit meiner Freundin und meiner Tochter so viel Zeit zusammen verbracht, das schafft man in einem normalen Leben hier in Deutschland in 30 Jahren nicht.

Und zum Abschluss Hand aufs Herz: Die Reise zum Dalai Lama hast du zusammen mit deinem Bruder angetreten – über 22.000 km durch acht Länder. Sind bei euch beiden häufig die Fetzen geflogen oder verlief die Reise hauptsächlich harmonisch?

Die Reise mit meinem Bruder war etwas Besonderes, denn mit Anfang vierzig noch einmal für vier Monate mit seinem Bruder Tag für Tag zusammen zu sein, ist ein Geschenk. Ich liebe meinen Bruder und wir haben eine besondere Verbindung. Wir verstehen uns blind, haben eine ganz spezielle Sprache und immer viel Spaß zusammen. Jeder kennt seine Rolle und das hilft Spannungen zu vermeiden. Es gab einen Streit zwischen uns, der hat genau fünf Minuten gedauert. So mag ich es. Kurz und schmerzlos.

Gibt es noch etwas, das du unbedingt loswerden möchtest?

Ich freue mich, dass ihr mich mit meiner Reise zum Dalai Lama eingeladen habt. Eine Reise, die nicht nur außergewöhnliche Geschichten zu bieten hat, sondern auch in die Tiefe geht und letztendlich mit einer ganz besonderen Begegnung endet. Ich freu mich drauf.

Wir freuen uns, dass du uns auf unserer diesjährigen Katalogpräsentations-Tour begleitest und die Geschichte über deine „Reise zum Dalai Lama“ mit unseren Reisenden teilst!

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