Abenteuer vor der Haustür 16. Juni 2017

Faszination Europa

Oleg Zurmühlen

Wer Abenteuer sucht, braucht nicht unbedingt immer eine Fernreise: In Europa überraschen die oft unterschätzten Reiseziele Albanien, Georgien, Armenien und das Baltikum mit landschaftlichen und kulturellen Schätzen!

Ob lange Tango-Nächte in Argentiniens Metropole Buenos Aires, die tierreiche Savanne in Südafrika, die majestätischen Landschaften der Herr der Ringe-Trilogie in Neuseeland oder Indochinas mystische Tempelstädte: Es sind meist ferne Ziele, die unsere Entdeckerlust wecken.

Doch stillen können wir diese Sehnsucht nach neuen Entdeckungen, Abenteuern und Erlebnissen auch vor unserer Haustür – in Europa! Eher unbekannte Länder wie Albanien, Georgien, Armenien und die baltischen Staaten bieten viel Platz für Überraschungen und lassen jedes Entdeckerherz höher schlagen.

Überraschungen in Albanien

Gerade einmal zwei Stunden Flug braucht es, um „das letzte Geheimnis Europas“ zu erreichen. Albanien, dessen Politik lange Zeit das Land im Klammergriff hatte und von ausländischen Besuchern abschirmte, hat sich mittlerweile Entdeckern geöffnet – wie eine Muschel, die eine kostbare Perle freigibt. Eine dieser Perlen ist der Koman-See, den wir auf der Albanien- Erlebnisreise vom Boot aus entdecken. Während wir auf dem spiegelglatten Wasser entlang schippern, erheben sich steile Gesteinsflanken zu unserer Linken und Rechten, die jedem Vergleich mit den spektakulärsten Canyons und Schluchten der Welt standhalten. Nicht umsonst gilt die Bootsfahrt auf dem Koman-See als eine der eindrucksvollsten überhaupt.

In Berat erstaunen die zahlreichen Fenster der Häuserfassaden.

Eine echte Überraschung ist die Museumsstadt Berat: Sie schmiegt sich in einer hügeligen Landschaft an die Rücken zweier gegenüberliegender Hügel – getrennt von einem durch die Mitte der Stadt mäandernden Fluss. Die Besonderheit der Stadt ist aber nicht ihre Lage, sondern die Fassaden ihrer weiß gestrichenen Häuser, die mit zahlreichen Fenstern versehen sind. Da die Hügel, die die Stadt einrahmen, die meiste Zeit des Tages die Sonnenstrahlen fernhalten, haben die Bewohner so viele Fenster wie möglich eingebaut. So können sie die wenigen Sonnenstrahlen, die die Häuser erreichen, am besten durchlassen. Das mittelalterliche Berat wird deshalb auch „Stadt der 1001 Fenster“ genannt.

Berge und Klöster in Georgien und Armenien

In Ushguli hat man einen atemberaubenden Blick auf die Gipfel des Kaukasus.

Spektakuläre Landschaften, Kulturdenkmäler und moderne Städte erwarten uns am östlichsten Rand Europas. Georgien gehört zweifellos zu den vielseitigsten Reiseländern. Eine der schönsten Landschaften bietet Swanetien. Die entlegene Region beheimatet die höchsten Berge und Gletscher Georgiens und neben der dritthöchsten Staumauer der Welt auch das höchstgelegene Dorf Europas: Uschguli auf 2.400 m Höhe. Die zahlreichen mittelalterlichen Wehrtürme des Dorfes sollten einst vor Feinden warnen, heute könnten wir sie gut und gerne als Aussichtstürme auf die bis zu 5.000 m hohen Gipfel des Kaukasus interpretieren.

Einen echten Kontrast bietet die Hauptstadt Tiflis – ein Schmelztiegel der Religionen, denn hier existieren Kirchen, Moscheen und Synagogen schon seit Jahrhunderten friedlich nebeneinander. Die Millionenmetropole ist fester Bestandteil unserer Rundreisen durch Georgien. Highlight unserer Besuche ist zweifellos die mittelalterliche Altstadt mit ihren engen Gassen und dem Bäderviertel Abanotubani, dessen heiße schwefelhaltige Quellen den Ursprung der Stadt begründeten. Oberhalb der Altstadt thront die Festung Narikala, die Ende des 3. Jahrhunderts erbaut wurde. Von dort bieten sich beeindruckende Ausblicke auf die Stadt.

Das Kloster Tartev liegt bedrohlich am Abgrund.

Armenien steht seinem Nachbarland Georgien in nichts nach. Faszinierend ist die große Dichte an bedeutenden mittelalterlichen Klöstern in Armenien, das als erstes christliches Land gilt. Sie fungierten als Bildungszentren und Bibliotheken und boten den Menschen Schutz im Krieg. Oft sind die Klöster eindrucksvoll in die Landschaft eingebettet: Das Kloster Tatev aus dem 10. Jahrhundert etwa thront über der spektakulären Worotan-Schlucht. Wir erreichen das „Kloster am Rande des Nichts“ über die längste Seilbahn der Welt – elf Minuten dauert eine Fahrt über sechs Kilometer, ein echtes Erlebnis!

Naturparadies Baltikum

Die Dünenlandschaft an den Küsten des Baltikums ist traumhaft.

Eine der oft unterschätzten Regionen Europas ist das Baltikum.Die wenigsten wissen um die Naturparadiese, die sich in Litauen, Lettland und Estland verstecken. Wie wäre es mit einer Kanufahrt zu den Toten Dünen? Die großen Wanderdünen im litauischen Nagliu-Naturschutzgebiet sind ein faszinierendes Naturschauspiel, das über Jahrhunderte vier Dörfer unter sich begraben hat. Die Dünenlandschaft gehört zur Kurischen Nehrung, einer idyllischen sichelartigen Halbinsel, die wir auf unserer Baltikum aktivPlus-Reise gemütlich mit dem Fahrrad entdecken.

In der wilden Natur Estlands sind Bären zu Hause.

Im benachbarten Lettland gibt es weniger Dünen, dafür aber seltene Tiere zu entdecken. Im Gauja-Nationalpark gehen wir auf Wanderung und begegnen mit etwas Glück Luchsen, Wolfshunden und Elchen. Letztere finden sich auch im estnischen Lahemaa-Nationalpark, der an die Westküste Kanadas erinnert und Bären beheimatet. Es muss also nicht immer weit sein bis zum nächsten Abenteuer!

 

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