Reisebericht Peru 14. August 2019

Im Land der Andenkondore

WORLD INSIGHT Reisegast

Nicole Kathrin Lange erlebte auf ihrer Reise nach Peru die spektakuläre Bergwelt der Anden, traf die Uros auf ihren schwimmenden Inseln und beobachtete im Colca Canyon fasziniert den Flug der größten Greifvögel der Welt.

Auch meine sechste Reise mit WORLD INSIGHT hat mir viele schöne Momente in einer harmonischen Reisegruppe beschert und mich mit einem gelungenen Ausflugsprogramm überzeugt. Um den Rahmen meines Berichts nicht zu sprengen, beschränke ich mich auf meine persönlichen Lieblingsmomente dieser unvergleichlichen Reise.

Nach unserem Flug begrüßte uns Perus Hauptstadt Lima bei Sonnenschein und versüßte uns damit die ersten Eindrücke während unserer informativen Citytour. Am Folgetag warteten auf mich schon die ersten Highlights meiner Reise, denen noch viele weitere folgen sollten. Mit einem 400 PS starken Speedboot preschten wir zu einem Ausflug in die Tierwelt der Ballestas-Inseln. Dort lag eine gigantische Stimmung in der Luft. Rundherum kreisten so viele Vögel, dass wir gar nicht wussten, wohin wir zuerst schauen, oder vielmehr fotografieren sollten. Große Pelikan-Kolonien, Scharen von Inkaseeschwalben, diverse Tölpel und auch Pinguine flogen uns buchstäblich vor die Linse.

Ein besonderes Spektakel herrschte bei der Seelöwenbank. Die Tiere kommunizierten lautstark miteinander und wir staunten auch über das eine oder andere Gerangel. Sehr zu unserer Freude zeigte sich während des Fotostopps im Meer direkt neben unserem Boot eine neugierige Seelöwenmutter mit ihrem Jungtier. Kleiner Tipp: Wer zur Seekrankheit neigt, greift vor dem Ablegen des Bootes am besten zu einer Tablette gegen Reisekrankheit.

Am gleichen Tag gerieten wir bei der Besteigung einer Riesendüne ordentlich ins Schwitzen. Für die Anstrengungen wurden wir jedoch mit einem sensationellen Blick auf die Oase Hucachina und mit einem wunderbaren Sonnenuntergang hoch oben auf der Sanddüne belohnt. Bei einem Gläschen Pisco Sour, dem wohlschmeckenden peruanischen Nationalgetränk, ließen wir das Erlebte vor dem Zubettgehen noch einmal Revue passieren.

Beeindruckender Colca Canyon und verschmuste Lamas

Perus vielfältige Landschaft, die wir während unserer gesamten Reise bestaunen durften, bescherte mir nicht nur einmalige Aufnahmen, sondern vor allen Dingen zahlreiche Gänsehautmomente. Unvergesslich wird für mich das Tal der Kondore bleiben, in dem die größten Greifvögel der Welt, mit einer Flügelspannweite von immerhin gut drei Metern, in faszinierender Leichtigkeit über uns hinweg segelten. Aber auch die Heimat der Andenkondore, der Colca Canyon, hat mich mit seinem zwischen 1.200 und 3.000 Meter tiefen Abgrund sehr beeindruckt. Der Canyon ist die zweittiefste Schlucht unserer Erde und übertrifft damit den „nur“ 1.800 Meter tiefen Grand Canyon in Arizona.

Die Lamas in Freiheit und ihrer natürlichen Umgebung erleben zu dürfen und auch der Kuschelkurs für das ein oder andere Erinnerungsfoto mit den gutmütigen Tieren gehört zu meinen persönlichen Glücksmomenten dieser Reise. Auch die farbenprächtigen Trachten der freundlichen Peruaner werden mir in angenehmer Erinnerung bleiben.

Unser Reiseleiter Marco sprach nahezu perfekt Deutsch und hat mit viel Witz und Herzblut ebenfalls zu besonderen Reisemomenten beitragen. So kam es, dass wir nach einem spektakulären Sonnenuntergang hoch oben in einer Bar an der Kathedrale in Arequipa in eine weitere Bar zogen, in der wir unsere eigenen Pisco Sour Cocktails gemixt haben. Ein absolut gelungener Abend!

In der UNESCO-Welterbestätte Cusco ließ es sich herrlich flanieren und dabei das ein oder andere Souvenir erstehen. Zudem kann man dort diverse Museen besuchen, gegen ein kleines Trinkgeld einen ganz persönlichen Lama-Fotostopp einlegen, oder in den hübschen Lokalen einfach nur gut essen und trinken. Auch unser Abschiedsabend fand in einem Lokal statt, das, begleitet von diversen Tanzeinlagen, sämtliche typischen peruanischen Köstlichkeiten anbot (einschließlich gegrilltem Meerschweinchen!). Ein schöneres Abschiedsessen hätte ich mir gar nicht vorstellen können!

„Bestrickendes“ Brauchtum beim Volk der Uros

Dann ging es zu den schwimmenden Inseln der Uros im Titicaca-See, dem größten Süßwassersee Südamerikas. Nachdem unser Reiseleiter das Eintrittsgeld am Zugang zu den Inseln der Uros bezahlt hatte, legten wir an einer uns zugeteilten Insel an. Dort erhielten wir eine kurze Einführung über die Beschaffenheit und Herstellung dieser schwimmenden Inseln. Im handgefertigten, großen Boot aus Totora-Schilf haben uns die beiden Bootsbesitzer anschließend gegen einen kleinen Obolus und nur durch ihre Muskelkraft auf die Nachbarinsel gebracht. Mit nur zwei Ruderern eine wirklich schweißtreibende Angelegenheit! Ich fand es übrigens lustig, dass bei den Uros die Männer stricken können. Unser Reiseleiter erzählte uns, dass die Männer keine Frau bekommen, wenn sie diese Handarbeit nicht beherrschen. Anhand selbstgestrickter Mützen signalisieren sie, ob sie verheiratet, auf der Suche oder wie auch immer gestimmt sind. Wenn den Männern eine Frau gefällt, bewerfen sie die Auserwählte mit Steinen. Hat die Frau Interesse, stiehlt sie im Umkehrschluss dem Single-Mann die Mütze. Wenn der Mann dann um ihre Hand anhalten möchte, nehmen die zukünftigen Schwiegereltern ihm den selbstgefertigten Kopfschmuck ab, um ihn einem Wassertest zu unterziehen. Die Mütze wird deswegen umgedreht und mit Wasser gefüllt. „Nur wenn sie wasserdicht ist, stimmen sie der Heirat zu“, so unser Reiseleiter. Das Strickwerk braucht deswegen einige Monate, weil es von den Heiratswilligen so aufwendig und entsprechend sorgfältig gearbeitet wird.

Stilvolles Hotel und majestätische Bergwelt

Während unserer gesamten Reise waren wir in ansprechenden Hotels untergebracht. Als etwas ganz Besonderes habe ich die Übernachtung im Hotel Majoro empfunden. Das frühere Kloster besticht durch seine mondäne und herrschaftliche Art. In dem hübsch angelegten Garten konnten wir uns nicht nur an dem großen Pool, sondern auch an den freilaufenden Tieren in Form von Pfauen, Pferden und einem neugierigen Alpaka erfreuen. Letzteres ließ es sich auch nicht nehmen, uns Gästen an der Bar Gesellschaft zu leisten. Wann trifft man schon mal beim Absacker auf ein Alpaka? Ein wirklich witziges und bleibendes Erlebnis!

Auch meine Befürchtungen höhenkrank zu werden, waren zum Glück unbegründet. Die Erfahrungen von WORLD INSIGHT und von unserem einheimischen Reiseleiter sorgten dafür, dass wir durch stetig steigende Aufenthalte und Übernachtungen sehr langsam an den höchsten Punkt der Reise, den „Mirador de los Volcanes Patapampa“, auch als „Mirador de los Andes“ bekannt, auf stolzen 4.910 Metern Höhe herangeführt wurden. Nicht nur der zugige Wind, sondern auch der Rundumblick auf die majestätischen Vulkane und Berge ließ mich ehrfürchtig erschaudern. Die Ruinenstadt Machu Picchu auf gerade mal 2.430 Metern Höhe war dagegen ein Kinderspiel. Dennoch fand ich es genau richtig, dass der bekannteste Ort Perus bis zum Ende unserer Reise aufgespart wurde. Somit rundete die ausgiebige Besichtigung dieser eindrucksvollen Inka-Stätte die gelungene Reise ab.

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