Israel und Jordanien 27. August 2019

Israel und Jordanien – der Orient der Moderne

WORLD INSIGHT

Sie teilen sich das salzhaltigste Gewässer der Welt: Israel und Jordanien. Aber die beiden Länder verbindet weit mehr als das Tote Meer – eine gemeinsame Geschichte, fantastische Natur und gastfreundliche Menschen.

Israel ist eines der ältesten Länder der menschlichen Geschichte. Und doch ist der Staat gerade einmal 70 Jahre jung. Das Land ist kleiner als Sizilien und dennoch Wiege der drei größten monotheistischen Weltreligionen, Heimat von Menschen vielfältiger Nationalitäten und Minderheiten. Gleichzeitig ist Israel auch eine große Industrienation, in der Moderne und Tradition neben- und miteinander gelebt werden. Unsere Produktmanagerin Renate Sorban reist seit ihrer Kindheit regelmäßig nach Israel, um ihre Familie zu besuchen. Sie erzählt: „Ein Ausflug in die Heilige Stadt Jerusalem ist dabei jedes Mal Pflicht. Ehrfüchtig betrete ich die Altstadt und stelle mir dabei vor, wer auf diesen Pflastersteinen, auf denen ich Schritt für Schritt die Gassen erkunde, bereits gewandelt ist.“

Die Klagemauer, die Grabeskirche und der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al Aksa-Moschee befinden sich in unmittelbarer Nähe zueinander. Hier wird jedem Besucher bewusst, wie verknüpft die Religionen miteinander sind, ja untrennbar sind sie miteinander verbunden. Die einzigartige Bedeutung dieser Stadt, damals wie heute, erfährt man aber nur, wenn man sie selbst erlebt.

Nur 70 Kilometer entfernt der Gegensatz: Tel Aviv ist eine unglaublich lebendige und sehr junge Stadt. Moderne Galerien, Clubs und trendige Bars sind hier zuhauf zu finden. Das Gewusel auf dem Carmel-Markt, die zahlreichen, immer voll besetzten Cafés, die belebte Strandpromenade – die Stadt strotzt nur so vor Leben bei Tag und bei Nacht und zieht jeden Besucher in ihren Bann. Doch auch Kulturbegeisterte jeder Art kommen hier ganz auf ihre Kosten. Wusstet ihr, dass die Stadt auch den Beinamen „Weiße Stadt“ trägt, weil sich hier eine Sammlung von über 4.000 Gebäuden im Bauhaus-Stil befindet? In keiner anderen Stadt der Welt stehen so viele Häuser im Stil der Architekten Walter Gropius, Erich Mendelsohn und Le Corbusier.

Eine Reise durch Israel ist vor allem auch eine Reise der Begegnungen: orthodoxe Juden, Muslime, arabische Christen, Drusen der Anhänger der Bahai-Religion, Bewohner eines Kibbuz oder die jungen Wilden der pulsierenden Metropole Tel Aviv. Immer wieder betritt man eine neue Welt, in der man willkommen geheißen wird. An fast jedem Tag ist irgendwo ein Gedenk-, Feier- oder Ruhetag, an dem sich die Familien herausputzen und gemeinsam essen.

Wir wollen euch mit unserer 11-tägigen Israel-Reise, die ab November 2018 neu im Programm ist, das Erlebnis Israel hautnah ermöglichen. Bei den Israel-Reisen mit WORLD INSIGHT taucht ihr ein in den Alltag im Kibbuz und erlebt diese Gemeinschaft aus nächster Nähe. Auch das Kochen mit einer Drusen-Familie steht auf unserem Programm. Außerdem lernen wir das Judentum bei einem gemeinsamen Abendessen mit einer jüdisch-orthodoxen Familie kennen.

Ein Besuch in Palästina soll das Bild dieser Region abrunden: Wir sind zu Gast bei einer Frauenkooperative in Beit Sahur, die unter anderem einen Kindergarten beherbergt, sodass die Frauen die Möglichkeit haben, selbst arbeiten zu gehen. Ein weiteres Projekt im gleichen Haus kümmert sich um Menschen mit Behinderung. Ihnen wird das Weben, die Herstellung von Karten aus Pappmaschee oder Seife aus Olivenöl beigebracht. Die Erzeugnisse werden lokal verkauft, um die Kooperative finanziell zu unterstützen. Im Garten wird durch eine pfiffige Bewässerungsanlage unter anderem Salat angebaut. Während unserer Führung erfahren wir viel über das Leben dieser Frauen in Palästina.

Jordanien zwischen Tradition und Moderne

Im Vergleich zu Israel, so scheint es, schreitet Jordanien eher mit Trippelschritten in eine moderne Zukunft. Hier lebt mit einer konstitutionellen Monarchie und einem gemäßigten Islam eine eher traditionelle Gesellschaft. Dennoch steht das Land nicht still, und an vielen Stellen sind Veränderungen – besonders im gesellschaftlichen Leben – zu beobachten. So hat sich das Land in den letzten Jahrzehnten bei der Aufnahme von palästinensischen und syrischen Flüchtlingen sehr hervorgetan. Gerade auch das aktuelle Königspaar Abdullah II. und Raina setzt sich für die Modernisierung des Landes und für die Sache der Frauen ein. Neben vielen anderen Projekten gibt es seit Mitte der 80er-Jahre eine sehr erfolgreiche Frauenkooperative in den Beni Hamidah-Bergen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die lokalen Frauen finanziell unabhängiger zu machen. Die Frauen weben Teppiche in traditionellen Mustern und mit den von ihren Großmüttern überlieferten Techniken, die typisch für die Region um Mukawir, nahe der Stadt Madaba, sind. Auch die älteren Frauen können sich hier einbringen und die Techniken und althergebrachten Muster an die junge Generation weitergeben. So kann dieses Kulturgut vor dem Vergessen bewahrt werden. Über 1.650 Frauen profitierten bisher von ihrem Beitrag für die Erstellung der Teppiche von dieser Kooperative. Die reine Schafwolle wird gesponnen und gefärbt, und erst dann können daraus die bunten Teppiche, Einzelstücke, in denen leuchtende Farben dominieren, gewebt werden. Bevor sie in die ganze Welt verkauft werden, erhalten sie abschließend das „Handmade with Pride by Bedouin Jordanian Women“-Label. Denn Stolz auf ihre eigene Produktion schwingt in jedem Fall bei den jordanischen Frauen mit: Ihre aufwendigen Arbeiten erhalten nicht nur internationale Anerkennung, sondern mit dem wirtschaftlichen Gewinn verbessert sich auch die Lebenssituation der Frauen und ihrer Familien. Damit unsere Reisenden einen Eindruck von dieser Initiative gewinnen können, besuchen wir das Frauenprojekt bei unserer 13-tägigen ErlebnisReise nach Jordanien. Doch auch die Reformierung des Staates sowie die Reduzierung von Armut und Arbeitslosigkeit im Land sind wichtige Anliegen des Monarchen und der Staatsführung. Sich auf diese Aufgabengebiete zu konzentrieren, ist kein leichtes Unterfangen in einem Land, das sich in einer ständigen Unruheregion befindet. Der israelisch-palästinensische Konflikt, der Bürgerkrieg in Syrien und der Wunsch nach guten Beziehungen zum Westen und mit Israel stellen die Außenpolitik vor immense Herausforderungen.

Diese Hintergründe ein klein wenig in Gedanken zu haben, ist sicher nicht unwichtig, wenn wir das kleine Land besuchen. Doch vor allem werden uns die Schönheiten an Natur, Kultur und Menschen in Jordanien auf Schritt und Tritt begeistern.

Petra ist ein einzigartiges Kulturdenkmal, seit 1985 bereits auf der Liste der UNESCO-Weltkulturerbestätten. Ebenso das Schutzgebiet des Wadi Rum mit seinen Felswänden aus Sandstein und Granit, das 2011 in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen wurde. Hier sind es die Beduinen, die uns mit ihrer herzlichen Gastfreundschaft in ihre Zelte einladen. In Jordanien erlebt ihr ein Land, das sich zwischen Tradition und Moderne seinen Weg bahnt und eine wahre Schatzkammer für jeden Reisenden bereithält.

Und wenn nach all den vielen kulturellen Eindrücken, landschaftlichen Schönheiten und persönlichen Begegnungen das Gemüt des Reisenden nach etwas Ruhe verlangt, dann ist das Tote Meer ein guter Ort zum Entspannen. Inmitten der Wüste liegt der salzhaltigste See der Welt auf 428 m unter dem Meeresspiegel am tiefsten Punkt der Erde auf beiden Seiten – in Jordanien wie in Israel. Sein 33%iger Salzgehalt, der fast das Zehnfache der Ozeane beträgt, und der damit verbundenen hohen Dichte trägt das Wasser den menschlichen Körper außergewöhnlich gut. An den Ufern des Toten Meeres lassen wir zum Beispiel unsere Israel- und Jordanien-Kombireise ausklingen. Auch Aquaba lädt zum Entspannen ein: Die Stadt am Roten Meer bildet zum Beispiel den Abschluss unserer 13-tägigen Jordanien Bestseller-Tour.

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