Reisebericht Marokko 20. Juni 2024

Marokko: 1001 Nacht und viele Gegensätze

WORLD INSIGHT Reisegast

Von den majestätischen Königsstädten bis zur beeindruckenden Wüstenlandschaft – Corinna und Eddy erzählen von ihrer Reise durch Marokko, ein Land voller spannender Geschichten und Kontrasten.

Ein kleiner Disclaimer zum Anfang: Leider ereignete sich kurz vor der Reise das Erdbeben in Marokko, wir wurden allerdings direkt von WORLD INSIGHT informiert, dass die Reise wie geplant stattfinden kann und auch auf den Seiten des Auswärtigen Amtes gab es keine Warnung für unsere Route. Also ging es los!

 

Anreise und Transfer

 Wir sind mit Royal Air Maroc ab Frankfurt geflogen, es war also quasi von Beginn der Reise an alles Marokko. Entgegen den nicht so guten Onlinebewertungen der Airline war alles pünktlich, die Crew freundlich und es gab Getränke sowie ein warmes Essen an Bord. Der Umstieg in Casablanca verlief völlig problemlos, länger als eine halbe Stunde braucht man nicht, um das Terminal zu wechseln. Auch das Gepäck kam unversehrt an, die Einreiseformalitäten waren schnell erledigt – und wir in einer warmen Nacht in Marrakesch. Dort warteten trotz später Stunde schon Brahim (unser Reiseleiter) und Mohammed (unser Fahrer) und brachten uns zum Hotel.

Dort sind wir direkt ins Bett gefallen, um am nächsten Morgen fit zu sein.

 

Die Königsstädte – Marrakesch und Casablanca

Marrakesch – genauso zauberhaft, wie man es sich vorstellt, nach einem Frühstück mit großer Auswahl fuhren wir mit unserem Bus direkt los. Zuerst ging es für einen ruhigen Start in den Menara Garden – den öffentlichen Stadtpark. Eine wunderschöne Kulisse für den ersten Eindruck.

Corinna und Eddy in Casablanca.

Danach ging es weiter ins Zentrum: Eine Stadtführung brachte uns an der Koutoubia Moschee vorbei und über den berühmten Djemaa el Fnaa Platz, wo es die Möglichkeit zum Geldwechseln gab. Anschließend ging es in den Souk mit den vielen kleinen, malerischen Geschäften und Gassen, in denen man Handwerkern bei der Arbeit zusehen kann. Ein Besuch der beeindruckenden Koranschule Medersa Ben Youssef und eine Einführung in marokkanische Kräuter- und Gewürzkunde rundeten das Ganze ab.

Nach einer Pause am Nachmittag machten wir uns vom Hotel noch einmal auf den Weg zum Djemaa el Fnaa, um die abendliche Stimmung an dem berühmten Platz zu genießen, in einem kleinen Restaurant lecker zu Abend zu essen und auf dem Heimweg noch eine schicke Bar zu besuchen – ein vollgefüllter erster Tag!

Casablanca – am nächsten Tag ging es weiter. Nun, touristisch ist Casablanca nicht weiter erwähnenswert, aber wir hatten ein sehr schönes Hotel und besichtigten die Moschee von Hassan dem II. Gleich bei der Ankunft von außen und am nächsten Morgen auch von innen. Ein beeindruckendes Bauwerk mit Platz für 25.000 Gläubige und 30.000 außen!

 

Weiter nach Rabat, Fès und Meknès

Weiter ging es dann über Rabat nach Fès. Rabat fanden wir alle wunderschön – der Palast des Königs, der Hassan Turm und das Mausoleum von Mohammed V, die Altstadt auf dem Hügel, die Lage am Atlantik (und wieder ein ausgesprochen unterhaltsamer Stadtführer). Ein leckeres Essen am Ufer des Bouregreg. Gerne wären wir noch länger geblieben und hätten auch gerne hier übernachtet.

Doch schon fuhren wir nach Fès in unser gemütliches Riad-Hotel. Nach einem entspannten Abend mit Essen im hübschen Innenhof wartete am nächsten Morgen schon wieder Mohammed auf uns, um mit uns in einen sehr abwechslungsreichen Tag zu starten – beginnend mit den römischen (sehr großen) Ausgrabungen in Volubilis. Der dortige Guide schaffte es, das damalige Leben in der Stadt vor unseren Augen lebendig werden zu lassen. Moulay Idriss, die heiligste Stadt Marokkos, war nach wenigen Minuten Fahrt der nächste Halt. Auf einem Rundgang durch die Stadt konnten wir überall Gebete hören (es war Freitag) und wurden von jeder Menge Schulkindern bestaunt. Wir konnten Brot direkt aus einer Backstube probieren (dort bringen die Frauen ihre Teiglinge zum Backen im Holzofen hin) und machten Mittag in einem kleinen Imbiss bei Kefta.

Essen bei der Familie in Fès.

In Meknès machten wir nur eine Stippvisite – die Stadt ist sicher wunderschön, aber, wie auch schon vorher in den Reiseunterlagen angekündigt, „under construction“. So gut wie alles wird restauriert und ist hinter Baustellenplanen verborgen. Wenn es fertig ist, ist es sicher prachtvoll.

Am Abend waren wir bei einer Familie in der Medina von Fès in einer Privatwohnung zum Essen eingeladen – köstliche Vorspeisen und eine ausgezeichnete Tajine. Mindestens genauso spannend war es, einen Blick in eine „echte“ Wohnung werfen zu können!

Zum Abschluss unserer „Städtetour“ stand am nächsten Tag Fès selbst auf dem Programm mit seiner riesigen Medina (ohne Guide findet man vermutlich nicht mehr hinaus …), mit malerischen Gassen und Geschäften, wunderschönen Torbögen und Karawansereien. Dabei war alles ausgesprochen sauber, dank freundlicher kleiner Müllesel, die in den engen Gassen eingesetzt werden. Aufgefüllt mit Bildern und Eindrücken verbrachten wir den Abend in unserem Hotel bei selbst gekauften Leckereien.

 

Wüste und Oasen

Es folgte die lange Fahrt in die Wüste. Mit verschiedenen Zwischenstopps (u.a. an einer Skihütte!), um uns die Beine zu vertreten. Zeit, die Eindrücke der ersten Tage sacken zu lassen, Fotos durchzusehen, die Landschaft anzuschauen oder auch ein Hörbuch zu hören. Nach gut der Hälfte der Strecke machten wir ein Picknick in einer Oase. Die Straßen sind durchweg ausgezeichnet. Am frühen Abend kamen wir im Hotel am Rande der Sandwüste an – welch ein Kontrast nach den Millionenstädten in den Tagen davor!

Am nächsten Vormittag ging es via Dromedar ganz gemächlich durch die Wüste. Auch die Nicht-Reiter hatten keine Probleme beim Auf- und Absteigen, der Schaukelgang war allerdings schon gewöhnungsbedürftig. Und – nicht weiter überraschend – war es natürlich heiß, also eine gute Voraussetzung zum Nichtstun im Zelt-Camp (jedes Zelt hatte übrigens ein eigenes Bad mit Dusche und WC). Am Spätnachmittag besuchten wir eine Familie der Imazighen zur Teezeremonie, danach ging es hinauf auf die Dünen, um den Sonnenuntergang zu bewundern. Ein leckeres Abendessen und ein Lagerfeuer mit Trommelmusik rundeten das Wüstenerlebnis ab.

 

Die Straße der 1.000 Kasbas, Oasen und beeindruckende Schluchten

In den nächsten Tagen waren wir viel unterwegs (jede Nacht an einem anderen Ort). Kleine Orte mit den typischen Lehmgebäuden, viele Kasbahs (wie der Name ja schon sagt), das Imazighen-Museum, große Oasen mitten in der Wüste, in denen wir schöne Spaziergänge machten und wirklich großartige Schluchten mit spannenden Ausblicken führten wieder in eine ganz andere Welt (heiß war es immer noch …).

Am Rande der Wüste.

In dem wunderschönen Hotel in Boumaine Dades fühlten wir uns wie die Könige im Palast. Ein Essen bei einer Familie auf dem Dorf gab uns einen Einblick in das Wohnen einer einfachen Familie, wir wurden dort sehr freundlich aufgenommen und bekamen den leckersten Couscous der ganzen Reise.

 

Aus der Filmkulisse über den Anti-Atlas zu Küste

Nach der Besichtigung von AÏt Benadou – man fühlt sich wirklich wie im Film – stand wieder ein langer Fahrtag an, unterbrochen von einem Besuch bei einer Teppichweberei und einem Betrieb für Safran (ein sehr schönes Mitbringsel – klein und leicht). In einem malerischen Hotel bei Taroudant konnten wir den frühen Abend im Pool genießen und bekamen ein wunderbares Abendessen in gemeinsamer Runde an einer langen Tafel.

Taroudant am nächsten Morgen war etwas enttäuschend, da die Stadtmauer aufgrund von Erdbebenschäden gesperrt war. Auf dieser Strecke konnte man auch sehen, dass viele (große) Zelte an der Straße standen, da offenbar die Gebäude noch nicht alle wieder bewohnbar waren. Da Freitag war, war auch der Souk nicht sehr belebt, sodass wir schnell zur Weiterfahrt aufbrachen. Und dann ging es wieder in Richtung Meer – kühlere und frische Luft schlug uns entgegen. Am frühen Abend kamen wir in Essaouria an und machten noch eine kurze Stadtführung.

Ein Hafen in Essaouria.

Den Abend und den nächsten Tag verbrachten wir ganz entspannt in kleineren Gruppen in Essaouria, mit schönen Restaurants, in einer coolen Café-Bar, an der Festung und in den Gassen mit den hübschen Geschäften. Leider zog es am Nachmittag zu und wurde neblig, sodass wir vom Strand nicht ganz so viel sahen. Im bekannten Hafen herrschte dafür eine ganz besondere Atmosphäre – und abends leuchtete der Vollmond über der Roof-Top-Bar!

Am letzten Tag ging es nach einem ca. 3-stündigen Strandspaziergang an weiten, menschenleeren Stränden (diesmal ohne Nebel) und einem gemeinsamen Picknick unter Arganbäumen zurück nach Marrakesch. Dort verabschiedeten wir uns von Brahim und Mohammed und der Gruppe. Nach einer köstlichen letzten Mahlzeit (Fisch und Meeresfrüchte) in einem einfachen Lokal in der Nähe des Hotels ließen wir bei einem Casablanca-Bier diese wunderbare Reise noch einmal Revue passieren, bevor es am nächsten Morgen zum Flughafen ging.

 

Fazit

Ein spannendes Land mit langer Geschichte und voller Gegensätze – in jedem Fall eine Reise wert. Unsere Köpfe sind voller Bilder und Eindrücke! Unser Reiseleiter Ibrahim hat uns mit viel Engagement und Herzenswärme sein Land nähergebracht und unser Fahrer Mohammed brachte uns sicher und wohlbehalten an alle Ziele. Ein herzlicher Dank an die beiden: Shukran!

Lesetipp: LeÏla Slimani – Das Land der Anderen

 

Gut zu wissen

  • Alkohol gibt es in den meisten Restaurants und Hotels nicht. Wir haben (zumindest in den Städten) ab und an ein Casablanca Bier im Carrefour Supermarkt gekauft, Kühlschränke im Hotel gab es fast immer. In der Wüste und im Süden gab es wenig Läden mit Alkohol, hier waren dann eher Softdrinks, Wasser und natürlich Tee das Getränk der Wahl.
  • Medikamente gegen Magenbeschwerden und Durchfall sollten mit, es gibt aber auch überall Apotheken.
  • Mit bedeckten Schultern und Knien ist man richtig angezogen und fühlt sich auch nicht fehl am Platze.
  • W-LAN gab es in allen Hotels und sogar im Zelt-Camp in der Wüste. Mit dem entsprechenden Tarif hat man überall Internet.

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