Reisebericht Myanmar 9. Juni 2017

Reise unter feuerroten Sonnen

Myanmar verzauberte das Ehepaar Hans und Freya Liepold mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang über dem Tempelmeer in Bagan, freundlichen Menschen und einer abenteuerlichen Fahrt zum „Goldenen Felsen“.

Es ist unsere dritte Rundreise mit WORLD INSIGHT. Wir sind gespannt auf dieses relativ unbekannte Land, auf unsere Reisegefährten – wir sind dieses Mal nur zu fünft, die absolute Mindestzahl – und natürlich auf unsere Reiseleitung.

Von den vorherigen Reisen wissen wir, dass Leute, die mit WORLD INSIGHT reisen eher unkompliziert sind, die Reiseleiter kompetent, die Routen gut gewählt, das Verhältnis von aktiver Fortbewegung zu beschaulichem Faulenzen ausgewogen und die Hotels und Fahrzeuge in der Regel sehr angenehm. Wird es auch dieses Mal so sein?

Zu Gast bei der Familie der Reiseleiterin

Die Reisegruppe ist zu Gast bei der Reiseleiterin.

Unsere kleine Reisegruppe passte gut zusammen, unsere Reiseleiterin Kyu Kyu – mit einer siebzehnjährigen Berufserfahrung und einem extrem angenehmen Wesen ausgestattet – gab uns tiefe Einblicke in die burmesische Lebensart. Wir wurden sogar in ihr Elternhaus zum Essen eingeladen, was natürlich bei einer normalen Gruppengröße nicht möglich gewesen wäre. Die Kleinbusse waren bequem und sauber und die Fahrer zuvorkommend und sehr gute Fahrzeugführer auf teils extremen Serpentinenstraßen. Alle Stadthotels waren sehr zentral gelegen, in Hsipaw, Bagan, am Inle-See und am Goldenen Felsen hatten die Hotels ein ganz besonderes Flair durch Architektur und Lage.

Aufgrund dieser Voraussetzungen, der unglaublichen Schönheit der kulturellen Sehenswürdigkeiten und der (noch) touristisch „unverdorbenen“, freundlichen Menschen und einer Reiseroute, die sich häufig abseits der touristischen Zentren bewegte, wurde unsere Tour zu einer Aneinanderreihung von Highlights. Jedes Mal, wenn wir dachten, dieser Tag ist nicht mehr zu toppen, war der nächste noch imposantere Anblick einer Pagode, eines Sonnenaufgangs oder -untergangs schon da. Überhaupt war es die Reise der feuerroten Sonnen am frühen Morgen oder Abend.

Abenteuer am „Goldenen Felsen“

Bagan im Morgennebel ist ein faszinierender Anblick.

Es gab Momente, die uns so tief berührten, wie wir es selten an anderen Plätzen unserer schönen Erde erlebt haben: Da war der Sonnenaufgang in Bagan, den wir auf dem Dach einer ehemaligen Klosteranlage nahe einer Pagode, und unsere drei Gefährten aus dem Ballon erlebten. Aus tiefster Dunkelheit wachsen mit zunehmender Helligkeit einzelne Stupas aus dem grünen Dickicht bis endlich die Sonne allen roten Ziegelbauten oder vergoldeten Stupas Leben einhaucht – unbeschreiblich schön und mit keinem noch so guten Foto wiederzugeben. Da war der Blick aus dem Fenster des Hotels am Inle-See auf Einbeinruderer, die ihre Netze auswarfen oder einholten.

Der Goldene Felsen ist eines der großen Pilgerziele in Myanmar.

Die schon allein für sich beeindruckende, abenteuerliche, rumplige Fahrt mit rund dreißig Pilgern aller Altersgruppen auf einem alten LKW in atemberaubendem Tempo, um die extreme Steigung der Serpentinenstraße hinauf zum „Goldenen Felsen“ zu überwinden, wird dann getoppt von dem Anblick des im Licht der untergehenden Sonne erstrahlenden Goldenen Felsens, den betenden Gläubigen, den vielen Mönchen und der friedlichen Menge von Tausenden von Pilgern. Die meisten von ihnen, vom Baby bis zur Großmutter, verbringen die Nacht auf einfachen Schlafmatten und nur mit einer Decke vor der Kälte in 1.200 m Höhe geschützt im weitläufigen Tempelbereich unter freiem Himmel. Spätestens hier weiß jeder, dass man diese Reise und speziell diese Bilder für immer im Kopf haben wird!

Eine unwirkliche Stadt

Die bunten Märkte liefern hervorragende Fotomotive.

Vor allem auf dem Land hat sich uns das noch sehr traditionelle Leben erschlossen, wenn auch hier heute das Smartphone zum ganz normalen Alltagsgegenstand geworden ist. Dies hat sich in den letzten fünf Jahren extrem verändert – wie unser Sohn, der 2012 das Land bereist hat, uns berichtete. Die vielen unterschiedlichen Ethnien des Vielvölkerstaats lassen ein harmonisches Bild entstehen, obwohl man weiß, dass in mehreren für Touristen nur begrenzt zugänglichen Regionen des Landes ethnische Minderheiten verfolgt und unterdrückt werden.

Nur wenige Fahrzeuge nutzen die achtspurige Straße bei Nay Pyi Taw.

Wenn man bei Straßenarbeiten sieht, wie Frauen schwere Körbe mit Steinen tragen, Steine zerkleinern, Männer ohne Schutzkleidung und in Flip Flops mit heißem Teer hantieren, kann man nicht glauben, dass man soeben die total unwirklich erscheinende, moderne, aber fast unbewohnte neue Hauptstadt Nay Pyi Taw besucht hat, die mit unzähligen unbenutzten Hotels, 24-spuriger Prachtstraße, auf der fast kein Auto fährt und einem kitschigen Nachbau der wunderschönen Shwedagon-Pagode glänzt. Auch dieser Besuch in der von uns „Fake City“ getauften Hauptstadt war irgendwie ein Highlight der besonderen Art.

Natürlich haben uns auch die vielen großen und kleinen Märkte mit ihrem bunten Leben einige gute Fotomotive geliefert und durch die kleinen Restaurants sowie die von unserem Reiseleiter als unbedenklich empfohlenen Garküchen hat sich uns das Herz Myanmars erschlossen.

Die bei WORLD INSIGHT üblichen Wanderungen waren auch in diesem Land mit den einheimischen Guides ein abwechslungsreiches Erlebnis. Etwas Besonderes war bei der Wanderung am Inle-See die Mittagspause in einem einfachen, dörflichen Wohnhaus bei zwei alten Männern. Man saß einfach auf dem Boden bei Tee und Suppe und ließ die Zeit verstreichen.

Rasante Veränderungen im Land der Gegensätze

Moderne und Tradition schließen sich am Inle-See in Myanmar nicht aus.

Leider gibt es natürlich auch bedenkliche Zustände in diesem Land, die einem aufmerksamen Reisenden nicht entgehen. Neben den furchtbaren Arbeitsbedingungen im Straßenbau war es die überall im Land nicht übersehbare Umweltverschmutzung: Das Land, die großen Flüsse und der Inle-See werden zunehmend von Plastikmüll verschmutzt – in einem so großen Maß, das man Angst um die Gesundheit der Bevölkerung haben muss. Leider ist es auch unnütz, sich Gedanken um eine umweltbewusste Erziehung der Menschen zu machen, da es keine Müllentsorgung gibt. Nur in Yangon und im großen Handelsumschlagplatz Mawlamyine haben wir Müllentsorgung gesehen. Weiterhin ist die Luft durch Brandrodung und Staubbelastung von den Steinbrüchen verunreinigt, sodass über weiten Teilen des Landes ein dicker Dunstschleier liegt. Aber es gibt auch noch scheinbar intakten Regenwald in der Region um den Goldenen Felsen zu sehen.

Wie wenig man von Myanmar weiß bzw. wie rasant sich das Land verändert, merkt man schon allein an den unterschiedlichen Angaben auch in den aktuellsten Informationen und Reiseführern. So hatten wir in allen Hotels kostenloses WLAN und überall sind ATM-Automaten vorhanden, sodass wir Dollars und Euros in bar nicht hätten mitnehmen müssen. Am Gokhteik-Viadukt gibt es auch kein Fotoverbot, wie es in den Infos hieß.

Ein sehenswertes Land der Gegensätze haben wir in harmonischer Gruppe mit kompetenter Reiseleitung auf einer interessanten Route besucht. Wer große Hitze nicht so verträgt sollte nicht im März reisen, allerdings sind zu dieser Zeit auch wenig Touristen unterwegs. Ansonsten können wir nur empfehlen auf unseren Spuren zu wandeln und ein noch relativ unbekanntes Land zu entdecken!

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