Reisebericht China und Tibet mit Lhasabahn 16. Oktober 2017

Beeindruckende Klöster und tolle Landschaften

Monique und Nathalie Halm waren auf einer der spektakulärsten Bahnstrecken der Welt unterwegs und berichten von Millionenmetropolen, Palästen, Klöstern, Mönchen und herrlichen Landschaften.

Monique und Nathalie Halm

Monique und Nathalie Halm haben sich für ein Reiseziel entschieden, das ihnen möglichst viele neue Eindrücke liefert und ganz anders ist als ihre Heimat in der Schweiz.

Auf der Suche nach einer Reise in ein in unseren Breitengraden eher unbekanntes Land, sind wir auf die WORLD INSIGHT-Reise „China und Tibet mit Lhasabahn“ gestoßen. Mitte Juli ging es dann endlich los ins Reich der Mitte. Die ersten drei Tage verbrachten wir in Peking, wo wir bei brütender Hitze die verschiedensten Sehenswürdigkeiten besuchten. Zum Programm gehörten die typischen Highlights wie das Lama-Kloster, die Verbotene Stadt, der Aufstieg zur Großen Mauer oder die Besichtigung des Sommerpalastes.

Unsere Reiseführerin machte mit uns aber auch einen Abstecher in die „Hutongs“, die Pekinger Altstadt, zu einem Antiquitätenmarkt, zu den beiden großen Stadtparks Jingshan- und Beihai sowie auf den Nachtmarkt, wo man allerlei „exotische“ Spezialitäten erhielt. Bei diesen Ausflügen waren wir jeweils die einzigen Touristen und konnten deshalb so richtig in das chinesische Leben eintauchen. Andererseits waren wir für die Einheimischen genauso eine Attraktion und mussten bzw. durften einige Male als Fotomodell posieren.

Kung-Fu, Buddhastatuen und ein Ausflug mit dem Fahrrad

Felsenbildhauereien der Longmen-Grotten

Monique und Nathalie Halm vor den kunstvollen Felsenbildhauereien der Longmen-Grotten.

Von Peking ging es dann im Nachtzug weiter nach Zhengzhou, wo wir im 28. Stockwerk eines 5-Sterne Hotels am nächsten Morgen ein reichhaltiges Frühstücksbuffet genießen konnten. Danach stand der Besuch eines Shaolin-Klosters samt eindrücklicher Kung-Fu-Vorführung auf dem Programm. Am Tag darauf besuchten wir bei extremer Hitze die Longmen-Grotten, eine weitere Attraktion dieser Gegend. Idyllisch an einem großen Fluss gelegen, findet man dort über 10.000 in den Felsen gemeißelte Buddhastatuen. Besonders lohnenswert fand ich den Spaziergang auf die gegenüberliegende Seite des Flusses: Von dort aus hatte man eine fantastische Sicht über die gesamte Felswand und erst so wurde mir das riesige Ausmaß der ganzen Stätte bewusst.

Das nächste Etappenziel unserer Reise war die Großstadt Xi’an. Dort besuchten wir die größte Moschee Chinas, umrundeten die Altstadt per Fahrrad auf der Stadtmauer und vergnügten uns beim Feilschen auf dem Markt. Natürlich durfte auch die Besichtigung der Terrakotta-Armee nicht fehlen.

Nach diesem eindrücklichen Erlebnis ließen wir Chinas Metropolen hinter uns und flogen in das auf 3.000 Meter über dem Meeresspiegel liegende Städtchen Xiahe. Diese Stadt gehört zwar noch nicht zur Provinz Tibet, doch auch schon hier herrschte ein ganz anderes Flair und wir begegneten vielen Tibetern, Mongolen und Hui. Fasziniert besichtigten wir die riesige Anlage des Labrang-Klosters, begingen den Pilgerpfad mit seinen 1.700 Gebetsmühlen und konnten sogar bei einem Teil vom großen Mittagsgebet zusehen.

Das Labrang-Kloster liegt in einem Flusstal des Kreises Xiahe und gleicht einer kleinen Stadt – so finden sich hier unzählige Kapellen, Unterkünfte für die einst 4.000 Mönche, Tempelhallen und sechs Klosterschulen.

Mit der Lhasabahn nach Tibet

Begeistert setzten wir unsere Reise nach Xining fort. Dort bestiegen wir die Lhasabahn, die uns während der 22-stündigen Fahrt in die Hauptstadt Tibets brachte. Die Fahrt war zwar sehr lang, aber die schönen und speziellen Ausblicke auf das tibetische Hochland entschädigten uns dafür mehr als genug. In Lhasa verbrachten wir drei sehr spannende Tage. Wir besichtigten den weltbekannten Potala-Palast, den Jokhang-Tempel sowie die Klosteranlagen Sera und Drepung. Im Sera-Kloster hatten wir das Glück, dass wir gerade dann ankamen, als eine Gruppe Mönche lautstark über die buddhistischen Lehren debattierte, begleitet vom Klatschen und wilden Gesten.

Das Kloster Tashilhunpo gehört zu den bedeutendsten Großklöstern Tibets und ist noch heute die Residenz des Panchen Lama.

Am vierten Tag fuhren wir entlang des Yarlung Zangpo-Flusses bis nach Shigatse. Dort besichtigten wir das Tashilhunpo-Kloster, welches als das „Hauptkloster“ des Panchen Lama gilt. Obwohl wir zu diesem Zeitpunkt schon einige Klöster besichtigt hatten, war ich jedes Mal aufs Neue fasziniert von ihrem Flair. Die ruhige Stimmung, das Gemurmel der betenden Mönche, das Knarren der Gebetsmühlen, der spezielle Duft der Butterlampen und der Räucherstäbchen sowie die bunten und kunstvollen Wandgemälde erschufen eine ganz besondere Atmosphäre.

Weiter ging es dann nach Gyantse. Die Stadt im Herzen des tibetischen Hochlandes hat noch viel von der ursprünglichen Kultur beibehalten. Vor den typischen tibetischen Bauernhäusern stand meistens ein Yak (eine in Zentralasien verbreitete Rinderart) und die Menschen bewirtschafteten ihre Raps- und Gerstenfelder von Hand.

Fantastische Aussichten auf der Panoramaroute

Der türkis schimmernde Yamdrok-See

Auf dem Weg zurück nach Lhasa kam die Reisegruppe am Yamdrok-See vorbei, der bei gutem Wetter tiefblau oder türkis schimmert.

Nun näherten wir uns leider auch schon dem Ende unserer schönen Reise. Aber ein letztes Highlight stand uns noch bevor: die Rückfahrt von Gyantse nach Lhasa auf der Panoramaroute über drei Pässe. Jeder davon hielt dann auch eine Besonderheit bereit. Auf dem Simi La Pass konnten wir den gleichnamigen Stausee bestaunen. Zusammen mit den im Wind flatternden Gebetsfahnen im Vordergrund und den Siebentausender-Berge im Hintergrund ergaben sich super schöne Fotomotive. Auf dem Korla-Pass hielten wir direkt vor dem ewigen Eis des Korla-Gletschers. Auf dem letzten Pass, dem Khampa La-Pass, hatten wir dann eine fantastische Sicht über den heiligen, türkisblauen Yamdrok-See. Nach einer letzten Nacht in Lhasa starteten wir die anstrengende Reise zurück in die Heimat.

Die Reise nach China und Tibet hat uns super gefallen. Sie war einerseits vollgepackt mit kulturellen Sehenswürdigkeiten und Highlights, andererseits kamen aber auch die persönlichen Erlebnisse nicht zu kurz. Ich fand es extrem spannend, die Millionenmetropolen zu erleben und die kulinarischen Eigenheiten zu entdecken. Auch die allgemeinen kulturellen Unterschiede zwischen uns, den Chinesen und den Minderheiten wie den Tibetern oder den chinesischen Muslimen waren spannend zu beobachten. Es wurde uns auch wieder bewusst, in welchem Wohlstand und Luxus wir selbst leben. Obwohl mir der Umstand, dass die Chinesen die Meinungs-, Presse- und Reisefreiheit anders interpretieren als wir Europäer im Voraus durchaus bewusst war, stimmte mich dessen Umsetzung nachdenklich.

Nichtsdestotrotz konnten wir auf dieser Reise viele wertvolle und unvergessliche Erfahrungen sammeln und werden sie immer in bester Erinnerung behalten. Einen großen Anteil daran hat auch WORLD INSIGHT. Die gesamte Reise war perfekt bis ins Detail geplant und alles hat tadellos funktioniert!

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