Reisebericht Nepal 16. Oktober 2019

Rituale, Farbenpracht und Glücksmomente

WORLD INSIGHT Reisegast

Namaste, Nepal! Auf ihrer Reise durch das Land im Himalaya staunte Nicole Kathrin Lange nicht schlecht: über religiöse Zeremonien, farbenfrohe Gewänder, atemberaubende Ausblicke und die gastfreundlichen Nepalesen.

Nach einem langen Flug betraten wir geschafft, aber voller Reiselust nepalesischen Boden. Ganz umsonst hatte ich mir wegen der Beantragung des nepalesischen Visums vor Ort Sorgen gemacht, denn zu meinem Erstaunen ging alles einfach und ziemlich flott. So trafen wir zügig vor dem Flughafen erstmalig auf unsere gesamte Reisegruppe. Der Sonnenschein und die angenehmen Temperaturen zauberten uns sogleich ein Lächeln ins Gesicht, welches uns während der gesamten Comfort+ Reise begleitete.

Mein erstes Wow-Erlebnis hatte ich bei einem gemeinsamen Abendessen in einer Art Restaurantgarten im Herzen des Thamel Viertels unweit unseres Hotels in  Kathmandu. Als ich nach dem Mond Ausschau hielt, konnte ich ihn dort, wo ich ihn als Europäerin vermutet hatte, nicht ausmachen. Schließlich entdeckte ich ihn senkrecht über mir, ein überwältigender Anblick!

Schnell hatten wir den Willkommensgruß „Namaste“ verinnerlicht und nutzten ihn während unserer gesamten Reise, um mit den Einheimischen Kontakt zu knüpfen.  Und die Freundlichkeit der Nepalesen gegenüber uns Reisenden hat mich ebenfalls begeistert. Mit dem lächelnd ausgesprochenen Gruß war es für mich ein Leichtes, die Erlaubnis zum Fotografieren der freundlichen Menschen zu erhalten. Die farbenprächtige Umgebung sorgte für ausreichend Fotomotive. Nepal ist für mich ein bisschen „Klein Indien“, denn die (überwiegend äußerst attraktiven) Frauen kleiden sich auch hier geschmackvoll in farbenfrohen Saris.

Die Spuren des Erdbebens in 2015 sind in Nepal noch überall zu sehen und wenn man durch die Straßen spaziert, ist das mitunter eine staubige Angelegenheit. Allerdings sind bereits Fortschritte ersichtlich und so bauen die Nepalesen ihre Stadt an allen Ecken und Enden wieder eifrig auf. Viele Tempel und Gebäude werden durch Balken abgestützt und dennoch ist der Charme der alten Zeit allgegenwärtig. Von unserem Hotel in Kathmandu konnten wir den bekannten Durbar Square gut zu Fuß erreichen. An diesem quirligen Platz stießen wir auf einen anmutigen jungen Mönch, der den gesamten Tag in der prallen Sonne meditierend bewegungslos auf der gleichen Stelle stand. Dieser Anblick verschaffte mir nicht nur wunderschöne Aufnahmen, sondern auch eine Gänsehaut.

Auch die Verehrung der dort lebenden Kumari, der kindlichen Göttin auf Zeit, hat mich tief beeindruckt. Schon die Tatsache, dass ein makellos schönes Kind, welches bisher noch nie Blut verloren und sich folglich nicht einmal einen kleinen Kratzer zugezogen haben darf, zunächst diverse Aufgaben bestehen muss (die uns Europäer das Blut in den Adern gefrieren lassen), um nach einer jahrhundertealten Tradition von Priestern und Astrologen aus der buddhistischen Goldschmiedekaste der Newari als „Göttin“ auserwählt zu werden, macht dieses Brauchtum geheimnisvoll und besonders.

Ein Tempel für den Gott Shiva

Gleiches gilt für den dortigen „Totenkult“, der nichts für schwache Nerven ist. Bei unserer Besichtigung der Tempelstätte Pashupatinath bei Kathmandu erlebten wir hautnah eine hinduistische Verbrennungszeremonie, die für mich aufgrund der anwesenden „Zaungäste“ etwas von Volksfestcharakter aufwies. Der Tempel Pashupatinath ist dem Gott Shiva geweiht und gilt als der Bedeutendste des Landes. Dennoch empfinde ich die Vorstellung, nach der dortigen Verbrennung im doch wenig appetitlichen „Heiligen Fluss“ Bagmati, der an dieser Stelle eher an ein schmutziges Rinnsal erinnert, verstreut zu werden, eher makaber.

In dieser Tempelstätte und an weiteren touristischen Orten trafen wir auf aufwendig bemalte und bunt gekleidete alte Männer mit langen Bärten und teilweise kunstvollem Kopfschmuck. Sie eifern den hinduistischen Sadhus, jenen „heiligen“ Männern, die sich einem religiösen, entbehrungsreichen und teilweise asketischen Leben verschrieben haben, optisch nach. Gegen einen kleinen Obulus lassen sie sich gerne fotografieren.

Auf unseren Streifzügen durch die quirlige Hauptstadt Kathmandu ertönte stets ein angenehmes „Om mani padme hum“ aus diversen Lautsprechern. Unser Reiseleiter Anub erklärte uns sogleich die Bedeutung dieses universellen und wohl populärsten buddhistischen Mantras der Liebe und des Mitgefühls: „Oh du Juwel in der Lotusblüte“. Besonders in Kathmandu hat mich die Vielzahl an schönen, zum Teil handgefertigten Souvenirs und die Tatsache, dass man an Trekkingkleidung vor Ort so ziemlich alles erhält, überrascht. Ebenso wie die Tatsache, dass ich als Frau in der Nähe unseres dem westlichen Standard entsprechenden Marriott Hotels ohne Probleme abends spazieren gehen konnte. Meine Freundin und ich fühlten uns diesbezüglich zu keiner Zeit ängstlich oder unsicher. In diesem Viertel gibt es zudem zahlreiche Bars, Cafés und Restaurants auf Dachterrassen, von denen man einen schönen Panoramablick hat.

Bhaktapur, die kleinste Königsstadt des Kathmandutals, hat mich mit ihrem besonderen Charme verzaubert. Hier haben wir in einem zentral gelegenen Gästehaus übernachtet, das meine Erwartungen übertroffen hat.

Im Städtchen Pokhara kamen wir nach einer langen aber sehenswerten Fahrt noch rechtzeitig an, um das dort stattfindende Holifest mitzuerleben. Es war schön anzusehen, wie die fröhlichen, farbverschmierten Nepalesen ausgelassen in den Straßen tanzten. Auch wir haben uns unter die Feiernden gemischt und bekamen ebenfalls etwas Farbe ab.

Sonnenaufgang über dem Annapurna Himal

Pokhara ist nicht nur vom atemberaubenden Annapurna Himal, einer bis zu 8091 Meter hohen nepalesischen Gebirgsgruppe im Himalaya umrahmt, sondern liegt auch malerisch an einem See mit einer netten Uferpromenade. Hier habe ich gleich mehrere Highlights erlebt, zum Beispiel den atemberaubenden Sonnenaufgang über der Anapurna Gebirgsgruppe in Sarangkot. Das frühe Aufstehen hat sich für diesen Anblick in jedem Fall gelohnt! Aber auch der Abstieg zurück ins Tal von der hoch oben gelegenen Weltfriedens-Stupa mit ihrem sensationellen Ausblick auf den darunter liegenden See und die Spiegelung der Berge im Wasser war einfach nur wunderschön! Einen weiteren Glücksmoment und stimmungsvolle Aufnahmen bescherte mir dort eine abendlich durchgeführte hinduistische Zeremonie, die vor dieser traumhaften Seekulisse stattfand.

Im Chitwan Nationalpark erwartete uns dann ein komplettes Kontrastprogramm. Die etwas in die Jahre gekommene Safari Lodge lag idyllisch an einem Fluss und gegenüber dem Nationalpark. Der Service in dieser Lodge war fantastisch und das allabendliche gemeinsame Grillbuffet unter freiem Himmel mit den Lauten des Dschungels im Hintergrund ließ ein besonderes Urlaubsfeeling aufkommen. Das in der Nähe gelegene Dorf, das wir während einer Ochsenkarren-Tour besuchten, bot einen hübschen Anblick mit einigen wunderschönen Blumenvorgärten.

Spannende Tierwelt und ein Rundflug über den Mount Everest

Die nachmittägliche Bootsfahrt zu einer Aufzuchtstation für Krokodile fand ich sehr kurzweilig und entspannend. Schon während dieser Fahrt konnten wir den ein oder anderen versteckten und leider vom Aussterben bedrohten Gavial, eine Art Spitzmaulkrokodil, entdecken, bevor wir sie in voller Pracht in den Aufzuchtgehegen bewundern konnten. Zu meiner Überraschung gab es beim abschließenden Buschwalk in dem Park wirklich sehr viele Tiere zu entdecken! Nicht nur Nashornvögel, Marabus und andere Vogelarten, sondern auch Flusskrokodile, Hirsche, Rehe, Wildschweine und sogar ein Panzernashorn ließen sich bei unserem Fußmarsch blicken.

Während unserer optionalen Ganztagessafari haben wir schließlich erfahren, dass sich Geduld am Ende doch noch auszahlt. Nachdem wir verschiedene Vögel und die schon fast obligatorischen Rehe gesehen hatten, wurde uns schnell klar, dass wir keinen der seltenen Tiger zu Gesicht bekommen würden. Umso mehr freute es uns, als wir nach gut einer Stunde geduldigen Wartens auf einem Aussichtsturm einen zwar kurzen, aber doch beeindruckenden Blick auf einen Lippenbären erhaschen konnten! Neben den zahlreichen, in einer Art Tänzchen balzenden Pfauenmännchen, denen wir sehr häufig begegneten, war dies ein weiterer Gänsehautmoment für mich!

Das Reisehighlight schlechthin durfte ich am Ende dieser eindrucksvollen Tour erleben, als es zum optionalen Rundflug zum Mount Everest ging. In einem ruhigen einstündigen Flug präsentierten sich die Achttausender bei strahlendem Sonnenschein von ihrer eindrucksvollsten Seite! Ein Schnappschuss auf den höchsten Berg der Welt aus dem Flugzeugcockpit, in welches jeder Fluggast zu einem kurzen Fototermin eintreten durfte und das anschließend erhaltene Flugzertifikat brachten es auf den Punkt: Den Mount Everest habe ich zwar nicht bestiegen, aber dafür mit meinem Herzen berührt!

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