Country Manager Tedy 19. Mai 2017

Frieden und Ruhe für aktive Touren in Äthiopien

Äthiopien hat unruhige Zeiten hinter sich. WORLD INSIGHT-Country Manager Tedy berichtet über die aktuelle Lage, eine Kaffeezeremonie als Beginn einer Freundschaft und eine aktive Tour durch das Hochland im Süden.

Spricht man Tedy auf die Zeit zwischen Oktober letzten Jahres und Anfang diesen Jahres in Äthiopien an, dann wird er nachdenklich: „Ohne Ruhe und Frieden kann man nichts machen.“

Unruhen hatten sich im Herbst 2016 an einem Stadtentwicklungsplan der äthiopischen Regierung für die Hauptstadt Addis Abeba entzündet. Das Volk der Oromo fürchtete Landnahmen der Regierung, die Folge waren Massendemonstrationen und teils gewaltsame Proteste. „Das war ein lokales Problem zwischen Volk und Staat. Jetzt ist aber alles unter Kontrolle. Das ist sehr wichtig für uns“, sagt Tedy.

WORLD INSIGHT-Country Manager Tewodros Mulugeta Zewdie, den alle nur Tedy nennen, weiß aus eigener Erfahrung, was ein Ausbleiben des Tourismus in Folge solcher Unruhen für sein Land bedeutet: „Unser Einkommen ist größtenteils vom Tourismus abhängig. Menschen, die in Regionen leben, in denen es viel zu besichtigen gibt, leben vom Verkauf von Kunsthandwerk. Während des Konflikts kamen keine Touristen und die Menschen hatten plötzlich kein Einkommen. Reiseleiter konnten nicht bezahlt werden.“

Doch seine Stimmung hellt sich gleich wieder auf: „Dank einer Spendenaktion von WORLD INSIGHT waren unsere deutschsprachigen Reiseleiter nicht ganz so schwer getroffen. Sie waren sehr glücklich über die Spenden. In dieser Situation an unsere Leute vor Ort zu denken, das ist großartig, dafür möchte ich mich im Namen der Reiseleiter bei allen Spendern herzlich bedanken!“

Freundschaft und Kaffee

Bettina de Matos Tomé steht vor grüner Hügellandschaft.

Bettina de Matos Tomé arbeitete als Produktmanagerin für Äthiopien lange Zeit mit Tedy zusammen, mittlerweile ist sie jedoch Produktmanagerin für das südliche Afrika.

WORLD INSIGHT teilt mit seinem Partner in Äthiopien eine besondere Beziehung: Tedy lernte Geschäftsführer Otfried Schöttle während seiner Zeit als deutschsprachiger Reiseleiter bei einer äthiopischen Agentur kennen. „Ich bekam damals gute Beurteilungen von den Kunden, Otfried hat meinen sicheren Stand gesehen und erkannte, dass ich gut selbstständig arbeiten konnte. Irgendwann haben wir darüber diskutiert, dass ich ja eine eigene Agentur gründen könnte.“ WORLD INSIGHT unterstützte Tedy bei der Unternehmensgründung, während der Gespräche lernte er auch Bettina de Matos Tomé kennen, damals noch Produktmanagerin für Äthiopien.

„Zusammen haben wir neue Touren entwickelt. Wir haben uns sehr viel ausgetauscht. Nach jeder Reise haben wir diskutiert, was gut oder schlecht war. Ihr Engagement war sehr groß“, erzählt Tedy. Die Beiden verbindet mittlerweile eine enge Freundschaft: „Bettina hat mich besucht, sie lernte meine Familie kennen, meine Frau, meine Tochter, meinen Sohn. Und natürlich haben wir eine Kaffeezeremonie gemacht.“

WORLD INSIGHT Redakteur Oleg Zurmühlen und Country Manager Tedy prosten sich mit einer Tasse Kaffee zu.

WORLD INSIGHT-Redakteur Oleg Zurmühlen (r.) traf Country Manager Tedy (l.) auf der Internationalen Tourismusmesse in Berlin und wurde gleich zu einer Kaffeezeremonie eingeladen.

Äthiopien ist das Ursprungsland des Kaffees, Gäste werden mit einer aufwendigen Zeremonie begrüßt, an deren Ende selbstgebrauter Kaffee dargeboten wird. Selbstverständlich ist dies auch Teil der Äthiopien-Touren von WORLD INSIGHT. Für Tedy ist es ein besonderes Anliegen, diesen wichtigen Teil der äthiopischen Kultur an Gäste aus Deutschland weiterzugeben. Unter anderem gehört die traditionelle Zeremonie zum Programm der aktivPlus-Reise durch Äthiopien – eine der neuen Reisen, die Tedy zusammen mit der WORLD INSIGHT-Produktmanagerin Bettina entwickelte.

Aktiv durch das Hochland Äthiopiens

Blick von oben auf eine zerklüftete grün-braune Gebirgslandschaft.

Äthiopiens Flora und Fauna überrascht Reisende mit einer hohen Vielfalt.

„Die Reise vereint auf einzigartige Weise kulturelle Highlights, mehrtägige Wanderungen und Begegnungen mit traditionellen Volkgruppen. In 26 Tagen haben die Reisenden Gelegenheit aktiv alle Landesteile Äthiopiens zu entdecken“, schwärmt Tedy. Besonders die Hochland-Region überrascht immer wieder die Reisenden, denn sie ist das genaue Gegenteil der häufig mit Äthiopien verbundenen trockenen Landschaft: „Die Region blüht geradezu, das birgt tolle Fotomotive!“

So zum Beispiel während des 3-tägigen Trekkings im Simien-Mountains-Nationalpark: Vom Startpunkt aus geht es durch eine grüne Naturlandschaft aus Schluchten, Tafelbergen, Wäldern und Wasserfällen hinauf bis auf 3.230 m Höhe.

Ein Dschelada zeigt sich vor Gebirgslandschaft im Hintergrund.

Dscheladas kommunizieren untereinander mit einer Vielfalt von Schmatz-Lauten, die einer Sprache sehr nahe kommt.

„Man kann mit zunehmender Höhe sehen, wie sich die Landschaft verändert, felsiger und schroffer wird“, berichtet Tedy. Während der Wanderung stößt man auf Dscheladas, Blutbrustpaviane, die ganze Hügel bevölkern, und mit etwas Glück auf den Abessinischen Steinbock, der die steilen Hänge der Simienberge bewohnt und nirgendwo anders auf der Welt zu finden ist. Die imposanteste Erscheinung der vielfältigen Tierwelt ist aber zweifellos der Lämmergeier mit seiner Flügelspannweite von bis zu 3 m: „Der Lämmergeier ist der größte Raubvogel in Äthiopien. Hauptsächlich ernährt er sich von den Knochen toter Tiere. Manchmal nimmt er auch lebende Beute mit in die Luft und wirft sie dann ab, um danach dann das tote Tier aufzusammeln“, erzählt Tedy.

Trekking und Begegnungen in Äthiopiens Süden

Besonders schwärmt der Country Manager vom Bale-Mountains-Nationalpark: „Das ist der schönste Nationalpark in Äthiopien. Die Natur ist faszinierend, sehr viel Wald und Pflanzen. In den über 4.000 m hohen Bergen des Parks entspringen Wasserquellen, die die Menschen im Tiefland versorgen.“ Auf Wanderung laden Flussläufe zu kleinen Pausen ein und man trifft, wenn man Glück hat, auf Füchse, Affen und den seltenen Bergnyala, eine endemische Antilopenart. „Während des 2-tägigen Trekkings hat man stets den Gipfel des Tullu Dimtu, des zweitgrößte Bergs Äthiopiens, im Blick. Übersetzt heißt Tullu Dimtu übrigens ‚roter Berg‘“, erklärt Tedy.

Ein Mann mit dem Rücken zum Bild zeigt seine mit Lehmpaste bearbeitete Frisur.

Im Omo-Tal trifft man auf eine hohe ethnische Vielfalt.

Highlight der aktivPlus-Tour sind neben den Wanderungen im Hochland auch die Begegnungen mit den Volksgruppen entlang des Flusses Omo im Südwesten Äthiopiens. Das Omo-Tal, das als Wiege der ältesten Kulturen der Welt gilt, gehört seit 1980 zum Weltkulturerbe der UNESCO. „Alle 40 km trifft man auf unterschiedliche Volksgruppen mit ganz eigenen Traditionen: Die Karo haben ihre Körperbemalung von den Vögeln abgeschaut, die Frauen der Mursi tragen Lippenteller. Bei den Hamar machen die jungen Männer den Friseur für ihre Freundinnen und schmücken ihre Haare mit einem sandfarbenen Gemisch aus Butter“, berichtet Tedy.

Tedys großes Glück

Glücklich macht ihn nicht nur, den Reisegästen die Kultur seines Heimatlandes nahezubringen, sondern auch der Umstand, dass seine 18-jährige Tochter irgendwann in seine Fußstapfen treten möchte. Aktuell macht sie ihr Abitur in Äthiopien und lernt nebenher die deutsche Sprache. Weil es in Äthiopien keinen Kurs für das Sprachniveau B2 gibt, will sie in Deutschland studieren, um die Sprache zu weiter lernen zu können. Ihr Wunschstudium: Tourismusmanagement. „Ich bin sehr glücklich, dass ich eine solche Tochter habe, die meine Arbeit übernehmen will, dafür bedanke ich mich bei Gott“, erzählt Tedy freudestrahlend. Nachdenklichkeit ist ihm nun nicht mehr anzumerken. Aktuell gäbe es auch keinen Grund mehr dazu, sagt er, „die Touristen sind zurück!“

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