Reisebericht 12. April 2017

Unter der Sonne Südafrikas

Fantastische Nationalparks, abenteuerliche Canyons, quirlige Strauße und todesmutige Bungee-Springer: Auf unserer Südafrika-Reise beeindruckte dieses faszinierende Land Hannelore Koch immer wieder aufs Neue.

Eigentlich ist Asien, mit seinen Tempeln und all den exotischen Orten, mein bevorzugtes Reiseland. Aber ich dachte, man sollte auch mal Afrika, insbesondere Südafrika, besucht haben, um mitreden zu können. Ich buchte also drei Wochen Südafrika mit WORLD INSIGHT. Und ich habe es nicht bereut: Die Landschaft im Landesinneren und entlang des Indischen Ozeans ist traumhaft schön – die Wanderung in den Drakensbergen ein besonderes Erlebnis. Sowie natürlich auch die Tierwelt, die wir in vier Wildschutzparks entdecken durften! Jede Pirschfahrt war ein aufregendes Erlebnis. Jeder von uns klebte buchstäblich am Fenster und versuchte, den Busch mit seinen Augen zu durchdringen.

Ein Blick durch God’s Window

Ankunft in Johannesburg: Wir halten uns gar nicht länger dort auf, denn wir sind jetzt im „Naturmodus“ – keine Großstädte bitte! Nach ungefähr 400 km erreichen wir die Mpumalanga-Provinz und eine sehr schöne Lodge. Gleich am nächsten Morgen gibt es schon einen Höhepunkt: die große Panorama-Rundfahrt mit dem unter Denkmalschutz stehenden ehemaligen Goldgräberstädtchen Pilgrim’s Rest. Durch God’s Window schauen wir auf die 1.000 m tiefer gelegenen bewaldeten Hänge der Drakensberge. Die Bourke’s Luck Potholes zeigen uns, was Steine und Sand im Zusammenwirken mit den Wassern des Blyde River und Treur River in Millionen von Jahren bewirkt haben. Spektakulärer Abschluss der Fahrt ist der Blyde River Canyon, eine 26 km lange und 800 m tiefe Schlucht. Die drei Rondavels, mächtige Felsklötze, sehen in der Tat aus wie die gleichnamigen hier üblichen Rundhütten  – etwas groß geraten natürlich.

Im berühmten Krüger Nationalpark

Gazelle im Krüger Nationalpark

In dem berühmten Krüger Nationalpark trifft man auf faszinierende und sehr fotogene Tiere.

Am nächsten Tag steht unsere erste große Safari in den Krüger Nationalpark an, das älteste Wildreservat der Welt und mit einer Fläche von ca. 20.000 qkm fast so groß wie Israel. Auf den ersten Blick bin ich enttäuscht, denn aufgrund langer Trockenheit zeigt sich die Landschaft trostlos grau in grau. Aber es lässt sich doch schon einiges „Getier“ blicken, größeres und kleineres: Nashörner, Büffel, verschiedene Antilopenarten, Springböcke, Gnus und vor allem die ganz großen wie Elefanten, Zebras und Giraffen, die mich mit ihrem sehr eleganten Dahinschreiten einfach faszinieren. Leider können wir an diesem Tag keine Löwen oder Leoparden finden, aber es gibt ja noch viele Gelegenheiten…

Bevor wir in das kleine Königreich Swasiland kommen, fährt uns Guido, unser lieber Reiseleiter, Fahrer und manchmal auch Koch, noch durch den südlichen Teil des Krüger Nationalparks und alle unsere Erwartungen und Träume gehen in Erfüllung: Wir treffen, neben den schon erwähnten Tieren, die ersehnten Löwen und einen Leoparden, der malerisch in einer Astgabel hängt.

Begegnungen auf Augenhöhe

Zwei Bewohnerinnen des südafrikanischen Dorfes in traditioneller Kleidung

Beim Besuch eines traditionellen Dorfes lernt Hannelore viel über die Lebensweise der Einheimischen.

Das Mlilwane Beehive Village ist ein weitläufiges Camp mit bienenkorbförmigen Hütten, die voll meine romantische Ader treffen. In der Anlage trifft man auf herumstreichende Gazellen und Impalas. Am Lagerfeuer wärmt sich abends eine Warzenschweinmutter mit ihren drei Kleinen. Nachmittags sind wir beim Chief eines traditionellen Dorfes zu Gast – selbst hier weit ab von der Zivilisation ist die Emanzipation angekommen, denn der Chief ist weiblich. Die fröhlichen Bewohner erzählen uns etwas von ihrer Lebensweise, ihrer Kultur und ihren Traditionen. Dann tanzen und singen sie und haben viel Spaß dabei.

Der nächste Park ist der Hluhluwe-Imfolozi-Nationalpark. Und hier trifft man auf die „Großen Neun“, nämlich Elefanten, Büffel, Spitz- und Breitmaulnashörner, Giraffen, Löwen, Leoparden, Geparden und Hyänen. Wir bemerken sofort den großen Unterschied zum Krüger Nationalpark: Es ist die einmalig grüne Landschaft mit ihren hohen Bergen. Leider haben wir dort auch ein trauriges Erlebnis, denn wir sehen zwei riesige Nashornkadawer, welche von mindestens 20 Geiern belagert werden. Das Horn ist nach wie vor, besonders in Asien, sehr beliebt als „Viagra“. Man jagt die Tiere aus der Luft, schneidet das Horn ab und lässt sie liegen.

Kamerascheue Flusspferde und Kapelefanten

In San Lucia an der Küste des Indischen Ozeans machen wir eine kleine Schiffstour in die dortige Brackwasserlagune. Am Rande des Mangrovenwaldes tauchen Unmengen von Flusspferden auf und dann auch wieder ab, sobald man sie endlich im Sucher der Kamera hat. Die normalerweise auch dort lebenden Krokodile haben sich zum Brüten verzogen.

Bei Durban biegen wir ins Landesinnere ab und halten kurz an der Stelle, an der man 1962 Nelson Mandela verhaftete. Wir besichtigen das kleine Museum und staunen über das gelungene Denkmal, das aus vielen Stelen besteht und von einer bestimmten Stelle aus betrachtet sein Portrait ergibt. The Old Hatchery in den Drakensbergen ist wieder eine herrliche Unterkunft und unsere Wanderung in dieser wunderschönen Landschaft ein Erlebnis  –  nur das Wetter hätte etwas besser sein dürfen. Ein Traum ist auch Crawford’s Beach Lodge: unmittelbar am breiten leeren Sandstrand gelgen mit Sicht auf den brausenden Ozean und einem wunderbaren kulinarischen Angebot. Und noch ein „Luxus“: der nächste Tag ist frei zur jeweiligen Selbstgestaltung.

Über East London und Port Alfred, einem luxuriösen Ferienort, kommen wir zu unserem letzten Naturschutzpark, dem Addo Elephant Park. Er schließt auch ein Stück Meeresgebiet mit ein, in welchem Buckelwale und Weiße Haie geschützt werden. Wie der Name verspricht, gibt es hier wieder große Mengen an Kapelefanten, die schon fast ausgerottet waren

Zu Gast auf einer Straußenfarm

Gehege der Straußenfarm

Auf einer der vielen Straußenfarmen kann man die quirligen Riesenvögel hautnah erleben.

Noch nie habe ich den ersten Advent bei mehr als 30°C verbracht: Da kommt keine Adventsstimmung auf! Über Port Elizabeth, die fünftgrößte Stadt Südafrikas, erreichen wir den Tsitsikamma-Nationalpark, wo unsere Blockhütten auch wieder direkt am Strand liegen. Dann gibt es wieder einen Wandertag, diesmal auf dem Otter-Trail – Otter wurden aber keine gesichtet. Der Pfad mündet in einem Felsenmeer, dessen Begehung leider für Leute in einem gewissen Alter nicht mehr ratsam ist. Ich habe gehört, dass man an seinem Ende dann mit dem Anblick eines Wasserfalls belohnt wird. Mittags laufen wir dann noch zu der berühmten sehr fotogenen Hängebrücke, die über die Mündung des Storms Rivers führt.

Am nächsten Morgen machen wir dann gleich einen Halt bei der Bloukrans Bridge, wo sich „lebensmüde“ Bungee-Springer 214 m in die Tiefe stürzen – von uns wollte keiner! Vorbei an den herrlich gelegenen Ferienorten Plettenberg und Knysna, kommen wir ins Land der Strauße und des Weins. Aber bevor wir uns den irdischen Genüssen wie Straußensteaks und Wein hingeben dürfen, befassen wir uns noch etwas mit Kultur. Genauer gesagt mit Höhlenkultur. Die Cango Caves sind sehr sehenswerte Tropfsteinhöhlen, von denen der erste Teil für Besucher zugänglich sind.

Auf der Straußenfarm erfahren wir, dass die schönen Federn, die die vornehmen Damen früher als Federboas getragen haben, heute nur noch als Staubwedel Verwendung finden. Die Ledertaschen aus der Straußenhaut sind allerdings heute noch sehr teuer, wovon wir uns im nebengelegenen Laden selbst überzeugen können. Dann werden Mutige gesucht, die mal auf einem Strauß reiten wollten. Man hält sich sehr bedeckt. In der Nähe von Stellenbosch gibt es dann eine Weinprobe, aber da ich aus dem Weinland Rheinland-Pfalz bin, reißt mich der probierte Wein nicht vom Hocker.

Auf nach Kapstadt

Kapstadt von oben ist ein herrlicher Anblick.

Wir nähern uns Kapstadt mit Riesenschritten: Die Rückfront des Tafelbergs taucht auf. Morgens wurde festgestellt, dass die Bahn wegen starken Windes nicht fährt. Aber jetzt ist der Himmel strahlend blau und wir nehmen die Gelegenheit wahr und fahren direkt zum Tafelberg, wo uns natürlich Menschenmassen erwarten. Aber das ist normal, meinte Guido. Eingequetscht zwischen Leuten aus aller Herren Länder üben wir uns also in Geduld. Endlich sind wir unter den genau abgezählten 68 Glücklichen, die pro Fahrt einsteigen dürfen. Der Blick auf Kapstadt an diesem wunderbaren Sonnentag war einfach unbeschreiblich! Ich habe den Eindruck, dass ich bis zum Südpol blicken kann. Oben auf dem Plateau mit seiner schönen Vegetation verteilen sich die Menschenmassen etwas. Man läuft von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt. Die Szenerie ist überwältigend und reizt zum übermäßigen Fotografieren.

Am folgenden Tag gibt es eine ganztätige Rundfahrt um die Kap-Halbinsel. Wir fahren die Westküste entlang und halten an spektakulären Aussichtspunkten. Aber auch die einmalige Vegetation verdient Aufmerksamkeit. Wir steigen gefühlte 1.000 Stufen hinauf zu dem alten Leuchtturm auf dem Cape Point. Wieder unten angekommen setzen wir unsere Wanderung, auf einem sehr schönen Pfad mit einmaliger Szenerie und ohne eine weitere Menschenseele, fort.

Auf der Rückfahrt besuchen wir noch die Pinguine bei Simon’s Town, auch eine Massenattraktion, aber nett: Hunderte von Pinguinen zusammen mit noch mehr Kormoranen lassen sich bewundern und kaum aus der Ruhe bringen. Man sagt, es sind Eselspinguine, denn ihr Brunftschrei ähnelt dem Schrei eines Esels.

Romantik am Hafen

Die Victoria & Alfred Waterfront in Südafrika

An der Victoria & Alfred Waterfront kann man viel erleben.

Abends nutzen wir den kostenlosen Shuttlebus des Hotels und fahren zur Victoria & Alfred Waterfront. Die spektakuläre Lage der beiden ältesten Hafenbecken mit dem Tafelberg im Hintergrund ist einmalig. Außerdem ist dieser Ort ein gelungenes Gemisch aus Touristenattraktionen, Kunstmärkten, Kinos, Theatern und Geschäften. Während die Sonne langsam untergeht, deckt sich der Tafelberg mit einer Decke aus weißen Wolken zu, die sich langsam rosa und orange färbt. Sehr romantisch!

Wieder ein Tag zur freien Entfaltung! Ich fuhr mit dem „Hop on-Hop off“-Bus in die Stadt. Am besten hat mir das malaiische Viertel Bo-Kaap mit seinen kleinen bunten Häusern gefallen. Auch in Kapstadts Zentrum gibt es noch einige Gebäude aus der Kolonialzeit. Da der Flieger erst am nächsten Abend startet, haben wir auch noch einen großen Teil des nächsten Tages frei und ließen uns nochmal zur quirligen Victoria & Alfred Waterfront fahren.

Selbst nach einigen Wochen denke ich noch immer sehr intensiv an diese wunderbare Reise! Ich möchte mich ausdrücklich für die sehr gut ausgesuchten Unterkünfte während der gesamten Reise bedanken.

 

 

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