Reisebericht Sri Lanka 11. Januar 2017

Unterwegs im strahlend leuchtenden Land

Manfred Maier erlebte Sri Lanka am ersten Tag mit allen Sinnen – dank schwüler Hitze, scharfem Essen und einem Besuch auf dem Fischmarkt. Auf der weiteren Reise warteten Tempel und spannende Tierbegegnungen.

Nach dem zehnstündigen Flug aus dem nasskalten Europa empfängt uns die Insel im Indischen Ozean gleich mal mit über 30 °C und extrem hoher Luftfeuchtigkeit. Dass es dort auf den Straßen auch ganz hitzig und fast chaotisch zur Sache geht, ist für uns Mitteleuropäer schon sehr gewöhnungsbedürftig. Auf dem Fischmarkt in Negombo wird dann unsere Nase noch ordentlich gefordert, und spätestens beim Abendessen wird auch unser Geschmacksinn auf die Probe gestellt: entweder Normal, Hot oder Very Spicy, sodass uns diese Insel gleich mal mit allen Sinnen in Beschlag nimmt.

Rutschige Angelegenheit: Der Aufstieg auf den Sila-Felsen von Mihintale gestaltet sich schwierig.

Programmpunkt für die nächsten Tage: Tempelbesichtigungen, und davon gibt es hier jede Menge. Und es ist echt beeindruckend, welche Details und Hintergrundinformation unser Reiseleiter da zum Besten gibt und uns mit seinem unglaublichen kulturellen Wissen verblüfft. Die weitläufigen Tempelanlagen von Anuradhapura erkunden wir mit bequemen Drahteseln und so ist der Tempelbesuch nicht nur für Geist sondern auch für Körper förderlich. Der exponierte Aussichtspunkt am Sila-Felsen in Mihintale ist nichts für schwache Nerven, denn der Felsen ist sehr glatt und der Auf- und Abstieg erfordert unsere volle Konzentration, zumal dort wegen der vielen Gläubigen Hochbetrieb herrscht. Die Besteigung des Löwenfelsens Sigiriya ist ebenso schweißtreibend aber deutlich sicherer zu bewältigen. Und am Weg nach ganz oben darf man sich auch an den Wandmalereien von den weltbekannten Wolkenmädchen erfreuen. Am Hochplateau des Sigiriya angekommen entschädigt ein grandioser 360-Grad Panoramablick für die Mühen des Aufstieges.

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Nicht nur eine Freude für den Beobachter, auch die Elefanten haben sichtlich Spaß.

Auch eine Elefantensafari im Minneriya-Nationalpark steht auf dem Programm. Am Spätnachmittag stehen wir am Ufer eines großen See: Weit über 100 Dickhäuter geben sich ein „Stelldichein“. Sie schwimmen im See, betreiben Körperpflege, die Jungen spielen ausgelassen und ein „Tätärä“ geht durch die Luft. Die Abendsonne taucht die ganze Stimmung in ein perfektes Licht zum Fotografieren. Eine unvergessliche Idylle. (Safari-)Herz was willst du noch mehr?

Nach einem Sprung ins Pool in unserer gemütlichen Hotelanlage bekommen wir ein äußerst vielfältiges exotisches Abendbüfett kredenzt, bei dem keine Wünsche offen bleiben. Die singalesische Küche ist ein Paradies für Vegetarier und man kann wählen zwischen vielen Reisvariationen, Bohnen, Linsen, Kokosgerichte oder jede Menge Obst. Aber auch Nicht-Vegetarier dürfen sich am köstlichen Fisch oder leckeren Hühnchen laben, und die Schärfe darf dabei jeder selbst bestimmen.

Geordnetes Chaos: Am Markttag herrscht großer Trubel.

In Matale kommen wir gerade recht zum Markttag. Unzählige Tuk-Tuks, Kleinbusse und LKWs liefern ihr Obst und Gemüse an und wir sind mitten drin und live dabei bei diesem Durcheinander. Nach dem Mittagsstopp werden wir durch einen wunderbaren Gewürzgarten geführt, bekommen Einblicke in die Ayurveda-Behandlung und erhalten davon auch eine kleine, wohltuende Kostprobe.

Tags darauf sind wir pünktlich um 9:30 Uhr in Dalada Maligawa, im Zahntempel von Kandy und erleben dort mit, wie sich die Türen zum Allerheiligsten (dem Eckzahn von Buddha) öffnen und die unzähligen Gläubigen ihre Opfergaben darbieten. Trommelwirbel und Fanfaren untermalen diese eindrucksvolle Zeremonie. Wir sind zu tiefst beeindruckt von diesem Erlebnis. Kandy hat aber noch viel mehr zu bieten: Besichtigung einer Edelstein-Manufaktur, eine alteingesessene Teefabrik oder einen wunderschönen botanischen Garten. Und abends werden uns hier noch die traditionellen, farbenprächtigen Tanzkünste dargeboten.

Wir wechseln von unserem bisherigen Transportmittel, dem Bus, auf die lokale Eisenbahn über, und zuckeln ganz gemütlich durch das üppig grüne Hochland. Vorbei an malerischen Teeplantagen, über Viadukte und durch Tunnels genießen wir diese Art der Fortbewegung. In Hatton werden wir von unserem Bus wieder abgeholt und zu unserer Lodge am Fuß des Adam Peak chauffiert.

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Vom Adam’s Peak bietet sich eine tolle Aussicht auf das Umland.

Am nächsten Tag ist um 2:30 Uhr Tagwache, um rechtzeitig für den nächtlichen Aufstieg auf den Adam’s Peak – diesen heiligen Berg zu starten. Gezählte (!) 4.550 Stufen geht es stetig bergauf bis wir nach fast 1.000 Höhenmetern auf diesem geschichtsträchtigen Berg stehen und einen wunderschönen Sonnenaufgang erleben. Ein atemberaubender Fernblick in alle Himmelrichtungen entschädigt uns voll und ganz für die nächtlichen Strapazen. Nach diesen fast 10.000 Stufen (im Auf- und Abstieg) genießen wir in Nuwara Eliya eine ganz spezielle Ayurveda-Behandlung inkl. Dampfkammer.

Vollkommen relaxt geht es am nächsten Tag ans Ende der Welt. Bei dieser mehrstündigen Wanderung hängen die Wolken leider ganz tief und immer wieder müssen wir unsere Regenbekleidung hervorholen. Aber trotzdem hat dieser Nationalpark seinen ganz besonderen mystischen Reiz.

Bei der nächsten Wanderung im Horton Plains-Nationalpark herrscht Bienenalarm! Ein ganzer Schwarm Wildbienen fällt über uns her. So schnell wie nur irgendwie möglich versuchen wir, aus der Gefahrenzone zu kommen, aber die Bienen sind hartnäckig. Hilfe bekommen wir von einer einheimischen Familie, die gleich ein Feuer anzündet und uns mit einer ganz speziellen Tinktur versorgt. Bei diesen Wanderungen heißt es aber auch, Augen auf wegen der heimtückischen Blutegel, die sich immer wieder neue Opfer suchen.

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Eine einheimische Band sorgt in der Unterkunft für tolle Unterhaltung.

Nach all diesen unliebsamen Begegnungen genießen wir umso mehr ein erfrischendes Bad in einem aufgestauten Fluss und rekeln uns nach Herzenslust im kühlen Nass. Nach der Rückkehr in unser Quartier in Belihuloya werden wir von unserem Reiseleiter wieder überrascht. Ein einheimisches Trio spielt live, und nur für uns! Singalesische Volkslieder wechseln sich ab mit alten Pop- und Rockrhythmen. Es wird gesungen, geklatscht und getanzt bis spät in die Nacht. Dieser Abend sollte nie mehr enden.

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Die Fütterung kleiner Elefanten erweist sich als echtes Spektakel.

Der nächste Tag bringt uns ein weiteres Highlight. Wir sind zu Besuch im Udawalawe Elefantenwaisenhaus. Die Touristen steht in Reih und Glied auf der Besucherplattform bereit, als um Punkt 15 Uhr das Tor aufgeht und süße Elefantenbabys im Laufschritt zur „Tankstelle“ eilen, so schnell wie es ihnen mit ihren kurzen Beinen eben nur möglich ist. Die Pfleger erwarten die kleinen Dickhäuter schon mit Milch und verabreichen ihnen kübelweise ihre Ration über einen Trinkschlauch. Und so manch gieriger Halbwüchsiger muss schon mit sanfter Gewalt von der Fütterung weggetrieben werden, weil er hofft, doch noch eine Extraration Milch zu bekommen. Ein Spektakel, das wohl seinesgleichen sucht.

Ebenso unvergesslich ist eine Safari im Yala National Park. Dieser Park ist auch für die größte Leopardendichte weltweit bekannt. Und er macht diesem Ruf auch alle Ehre: Unser Fahrer erkennt mit seinem geschulten Blick ein braun geflecktes Fell im Gebüsch und behutsam nähern wir uns diesem Ziel unserer Begierde. Majestätisch liegt er auf einer Anhöhe, keine 15 Meter von uns entfernt. Da taucht noch ein zweites Prachtexemplar aus dem Dickicht auf. Durch die Objektive unserer Kameras erkennen wir ganz genau alle Details: Die tolle Musterung, das prächtige Fell, die geballte Kraft und die atemberaubende Schönheit dieser wunderschönen Raubkatzen.

Ist das vielleicht nur eine Fernsehdokumentation? Nein, das ist viel besser als jede Reportage! Das ist Safari live – „Made in Sri Lanka“. Wir können uns eigentlich gar nicht satt sehen an den Leoparden, aber vor Einbruch der Dämmerung müssen wir den Nationalpark dann leider doch verlassen.

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Für Manfred Maier hätte die Reise ruhig nochmal von vorne beginnen können.

Unsere Rundreise geht schön langsam dem Ende entgegen und an der Südwestküste erleben wir bei Galle noch den Charme dieser ehemaligen Kolonialstadt mit seinem markanten Leuchtturm. Bei der Rückreise nach Colombo würden wir am liebsten gleich wieder bis Negombo weiterfahren, und dort die Reise nochmal von vorne beginnen, denn es gibt (noch) so viel zu sehen auf dieser Insel – dieser Perle im indischen Ozean – Sri Lanka.

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