Reisebericht Ägypten 20. März 2017

Von Pharaonengräbern und versunkenen Tempeln

Susanne Daßler erlebte Ägyptens spannende Geschichte und lebendige Kultur hautnah: In den verschlungenen Gängen und dunklen Grabkammern der Pyramiden, auf dem Nil, in prachtvollen Tempelanlagen und hoch in der Luft.

WORLD INSIGHT – Mehr als nur ein Einblick, sondern wirklich mittendrin! Ich hatte diesen Reiseveranstalter schon länger im Blick und auch seinen Stand auf der Freizeitmesse in Nürnberg besucht. Es sollte eigentlich erst eine Reise nach Kambodscha im Sommer 2017 werden. Doch wir hatten dann das Vergnügen, bereits zum Jahreswechsel 2016/17 mit WORLD INSIGHT verreisen zu können. Zu Silvester bot man uns zum Beispiel Costa Rica, Kambodscha oder Ägypten an. Die Entscheidung war schnell gefallen und ebenso schnell auch gebucht: Ägypten! Zu den Pyramiden, Pharaonen und zum Nil. Der Reiseverlauf deckte alle Highlights ab, die wir sehen wollten. Mein persönlicher Wunsch war es vor allem, die Pyramiden zu sehen. Also warum nicht jetzt? Dezember ist die ideale Reisezeit.

Die Anreise verlief problemlos. Wir wurden vom Flughafen mit einem Kleinbus abgeholt und lernten unseren Reiseleiter Ihab kennen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, wie toll er unseren Urlaub in den kommenden zwei Wochen gestalten würde. Im Hotel in Gizeh angekommen war es auch schon abends. Auf dem Weg dorthin machten wir einen kurzen Zwischenstopp, um Abendessen zu kaufen. zur Einstimmung gab es Falafel. Nach einem kurzen Abendspaziergang in der Hotelanlage kamen wir auch mit einem Mitarbeiter ins Gespräch. Er sprach gutes Englisch und beantwortete uns erste Fragen. Kurzerhand führte er uns auf die Dachterrasse des Hotels, von wo aus wir einen tollen Ausblick hatten, unter anderem auch auf das neue Museum und die drei Pyramiden. Einfach toll! Hier mussten wir am nächsten Tag früh bei Sonnenaufgang vor dem Frühstück noch einmal hoch.

Ein Kaffee hoch über der Stadt

Auf dem Programm stand heute noch das Ägyptische Museum, ein Ausflug zur Zitadelle und zur Alabastermoschee in Kairo. Wir wurden neben dem Reiseleiter auch von einem Security Guard begleitet. Etwas ungewöhnlich, aber cool. Aufgrund der Nachrichten über die vergangenen Anschläge und Unruhen, von denen wir vor Ort allerdings nichts mitbekamen, wurde auf die Sicherheit der Touristen ganz besonderer Wert gelegt. Leider fiel deshalb auch der Ausflug in das koptische Viertel aus, denn hier hat am 11. Dezember 2016 ein Anschlag auf eine Kirche stattgefunden. Deshalb war der Ausfall durchaus verständlich. Es gab ein Ersatzprogramm, welches auch toll war.

Der Reiseleiter Ihab ging auf Wünsche ein und so konnten wir zum Beispiel auf den Kairo Tower und die Stadt von oben betrachten. Selbstverständlich gab es auch eine Kaffeepause mit herrlichem Ausblick in dem Restaurant dort oben. Des Weiteren sind wir durch ein Basar-Viertel gelaufen. Auf engstem Raum in schmalen Gassen werden hier Waren aller Art zum Kauf angepriesen. Ein wirkliches Erlebnis! Genau wie das Mittagessen: Kuschari. Ein einfaches traditionelles ägyptisches Gericht „to go“. Sehr lecker!

In den Labyrinthen einer Pyramide

Die berühmte Sphinx ist wohl eine der sagenumwobensten Sehenwürdigkeiten Ägyptens.

Ein neuer Tag begann und er stand voll und ganz im Zeichen der Pyramiden: Wir fuhren zu den berühmten Pyramiden von Gizeh, zum Taltempel des Chephren und der Sphinx. Wir hatten auch freie Zeit für die Selbsterkundung des Geländes der Pyramiden, einen Spaziergang sowie einen Kamelritt. Aufgrund der Fülle an interessanten Möglichkeiten, reichte die Zeit allerdings nicht aus, um alles zu erkunden. Man konnte ebenfalls in das Innere der großen Pyramide gehen, welches mich leider etwas enttäuscht hat, denn von innen ist die Pyramide nicht so beeindruckend wie von außen.

Am Nachmittag fuhren wir weiter zu anderen Pyramiden nach Sakkara und Dashur: Wir sahen die Stufenpyramide und einige Grabanlagen. Hier zog ein leichter Sandsturm auf und am Horizont bahnte sich ein Gewitter an. Der Himmel war ganz dunkel. Trotzdem waren wir von der Umgebung fasziniert. Es ging weiter zur roten Pyramide. Hier durften wir ebenfalls in das Innere, welches spektakulär war. Es ging erst außen über einige Stufen nach oben und dann im Inneren durch einen Schacht wieder ca. 60 m nach unten. Nach ein paar verschlungenen Wegen gelangten wir schließlich zur Grabkammer. Ein tolles Feeling! Wieder draußen sahen wir dann noch die sogenannte Knickpyramide. Auf der Rückfahrt zum Hotel hielten wir unterwegs noch an, weil ein Zug unseren Weg kreuzte und um Obst zu kaufen. Abends konnte man sich noch die Ton- und Lichtshow bei den Pyramiden ansehen. Diese Möglichkeit haben wir natürlich wahrgenommen.

Ein Besuch bei Ramses VI. und Tutanchamun

Die Zeit in Kairo ging leider viel zu schnell vorbei, aber nun stand Luxor bevor. Mit Ihab erlebten wir dort neben einem tollen Hotel direkt am Nil den Hatschepsut-Tempel, die Memnonskolosse und vieles mehr. Beeindruckend war auch der Besuch im Tal der Könige. Im Eintrittsgeld war die Besichtigung von drei Gräbern enthalten. Dazu konnte man sich noch zusätzlich Tickets für einen Besuch der sehr gut erhaltenen Grabstätten von Ramses VI. und Tutanchamun kaufen. Ich fand es unglaublich, dass über 4.000 Jahre Geschichte so gut erhalten vor einem stehen.

Die Ballonfahrt bei Sonnenaufgang ist ein unvergessliches Ereignis!

Ein Highlight soll auch das Grab von Sethos IV. sein, welches 1.000 Pfund (=50 Euro) Eintritt kostete. Nur Menschen mit einem sehr großen Interesse an dieser Grabstätte gehen hier hinein. Leider habe ich dieses Angebot nicht wahrgenommen, da es mir auf Anhieb zu teuer erschien und wir ja bereits andere Gräber gesehen hatten. Mit meinem jetzigen Hintergrundwissen bereue ich dies aber und würde diese Besichtigung bei meinem nächsten Besuch dort gerne nachholen.

Das sehr strenge Fotoverbot, welches vor einigen Jahren eingeführt wurde, ärgerte mich sehr. Die Kamera musste im Bus gelassen werden oder wurde bei einem bei der Taschenkontrolle abgenommen. So konnte man leider auch von der Landschaft keine Bilder machen. Zurück zum Hotel ging es nicht mit dem Bus, sondern wahlweise mit dem Esel, dem Kamel oder sogar dem Pferd. So erkundeten wir das Westufer und ein Dorf. Es war ein ausgiebiger Ausflug bei Sonnenuntergang durch Felder abseits der Straßen. Eine schöne Atmosphäre!

Unser Reiseleiter Ihab wusste auch den Tag, der eigentlich zur freien Verfügung stand, gut zu füllen. Auf Wunsch der Teilnehmer wurde ein Programm zusammengestellt, welches aus Vorschlägen und Ideen zusammengebastelt wurde. So startete für drei Teilnehmer der Tag bei Sonnenaufgang mit einer Heißluftballonfahrt. Es war einfach gigantisch wie die Landschaft im goldenen Licht erstrahlte! Zum Frühstück waren alle wieder vereint und wir besuchten das Tal der Königinnen, wo man auch das Grab der Nefertari besichtigen kann. Außerdem sahen wir die Noblen-Gräber, den Habu-Tempel und das Luxor-Museum. An einem weiteren Tag besichtigten wir auch noch den Karnak-Tempel, den Luxor-Tempel und machten eine Stadtrundfahrt mit Pferdekutschen. Hier gab es auf Wunsch der Teilnehmer auch wieder das beliebte Kuschari zum Mittagessen.

Mit dem Segelschiff über den Nil

Die kunstvollen Handtuchkreationen auf dem Luxus-Schiff Dahabiya begeisterten Susanne besonders.

Die nächsten fünf Tage verbrachten wir auf einem Segelschiff, der Dahabiya. Es ist ein 4-Sterne-Luxus-Schiff, welches dieser Kategorie auch alle Ehre macht. Nur unsere Gruppe und das Bordpersonal war auf dem Schiff. Wir wurden bestens verpflegt: Das Essen wurde immer frisch zubereitet und toll präsentiert. Die Zimmer waren toll. Es war alles vorhanden um sich rundum wohlzufühlen. Ein persönliches Highlight war für mich, dass auf dem Bett täglich frische Handtücher lagen, die in Form von Tieren gefaltet waren: ein Schwanenpaar, ein Pfau, ein Elefant, ein Hund und zum Abschluss ein Krokodil. Solch ausgefallene Ideen habe ich noch in keinem anderen Hotel erlebt.

Wir segelten den Nil entlang und entspannten uns, aber es wurde es keineswegs langweilig. Täglich stand mindestens ein Ausflug auf dem Programm. So besuchten wir den Horus-Tempel, Kom Ombo und den Kamelmarkt in Darau. Wir machten auch eine kleine Wanderung durch die Landschaft mit Stopp in einem Dorf, in welchen wir die Einheimischen trafen. Unser Reiseleiter Ihab war immer sehr motiviert und erzählte uns viel über sein Land.

Geflutete Tempel

Nun kamen wir in Assuan an und es erwarteten uns die letzten Tage der Reise druch Ägypten. Wir besichtigten den Steinbruch mit dem unvollendeten Obelisken und erhielten einen Einblick in die damalige Arbeitsweise. Dann fuhren wir weiter über den alten Staudamm zum berühmten Assuan-Staudamm und zum Nasser-See. Auch der Philae-Tempel, welcher aufgrund des Staudammbaus versetzt worden ist, stand auf dem Programm ebenso wie ein Bummel durch den Souk. Abends konnte man sich dann wieder eine Ton- und Lichtshow ansehen.

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn ein optionaler Ausflug zum Tempel von Abu Simbel stand an. Wieder überquerten wir den alten Staudamm fuhren über drei Stunden durch die Wüste, was sehr anstrengend war. Trotzdem hat sich der Ausflug gelohnt, denn es war sehr spannend die Geschichte dieses Tempels zu erfahren. Auch dieser Tempel wurde wegen des Staudammbaus versetzt. In einem kleinen Museum konnte man auch einen Film darüber sehen. Es wurde sehr viel Aufwand betrieben, um den Tempel im Originalzustand zu erhalten. Die Bauarbeiter schafften dies zu Glück im Zeitplan. Hätte es eine Verzögerung von nur einem Monat gegeben, wäre der Tempel überschwemmt worden und hätte nicht vollständig gerettet werden können.

Unser Reiseleiter erzählte uns, dass es damals einen weltweiten Aufruf gab, um die betroffenen Tempel vor der Flutung zu retten. Viele Länder halfen mit. Traurig ist, dass aufgrund der Zeitknappheit nicht alle Tempel versetzt werden konnten und einige somit einfach ihrem Schicksal überlassen wurden. Da diese Tempel meist aus Sandstein bestanden, ist leider auch unter Wasser nichts mehr von den Bauten erhalten. Ein älterer Reiseteilnehmer aus unserer Gruppe erzählte uns, dass er bereits vor vielen Jahren schon einmal in Abu Simbel war und es damals noch im Originalzustand erlebt hat.

Ein nubisches Dorf, extreme Hitze und Agatha Christie

Der nächste Tag konnte wieder individuell gestaltet werden. Das heißt es konnten wieder Besichtigungswünsche der Teilnehmer angebracht werden. So fuhren wir auf einem kleinen Boot zu den Noblen-Gräbern und machten eine Führung. Wer wollte konnte auch noch auf den Berg wandern und von oben eine noch bessere Aussicht auf die schöne Stadt Assuan genießen.

Am Ende der Reise wurde auf Wunsch noch eine Bootsfahrt zu den Noblen-Gräbern und der Stadt Assuan gemacht.

Weiter ging es in ein nubisches Dorf, in dem wir Tee und selbstgebackenes Brot bekamen. Da es an diesem Tag wirklich extrem heiß war und die Sonne sehr stark schien, sogar für unseren Reiseleiter, waren wir für jeden Schattenplatz und jede Pause dankbar. Danach wanderten wir am Nilufer zurück zu unserem Boot und fuhren zum Old Cataract Hotel. Dies ist durch Agatha Christie berühmt geworden, da sie hier das Buch „Tod auf dem Nil“ schrieb.Das Hotel hat eine schöne Lage und ist im alten Kolonialstil erhalten worden. Wenn man aber dort einen Kaffee oder ähnliches genießen möchte, sollte man die Trennung der Terrassen für Besucher und Hotelgäste beachten. Außerdem gibt es einen Mindestverzehr von 150 Pfund pro Person. Bei den überraschenderweise günstigen Preisen dort ist es allerdings nicht ganz einfach diesen einzuhalten. Es war ein schöner und harmonischer Abschlusstag.

Für mich persönlich war die Reise ein sehr überwältigendes Erlebnis und ich bin froh diese, trotz anfänglicher Unsicherheiten bezüglich der aktuellen Lage im Land, gebucht und erlebt zu haben. Ganz großes Lob und Dank geht auch an den Reiseleiter Ihab. Er hat uns immer gut versorgt und alles mitgemacht sowie uns das ein oder andere Mal von nervenden Händlern befreit. Auch das Essen war stets gut, in der gesamten Zeit ist niemanden schlecht geworden. Man sollte stets Kleingeld dabei haben. In vielen Fällen kann man mit ägyptischen Pfund und mit Euro bezahlen.

Ägypten ist wirklich ein sehr schönes Land mit sehr viel Kultur und Geschichte. Eine Reise dorthin lohnt sich sehr und das nicht nur wegen der typischen bekannten Badeorte. Gerne möchte ich noch einmal dorthin reisen, da ich noch nicht alles gesehen habe. Interessant wäre für mich vor allem auch die Stadt Alexandria.

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