Auf Entdeckungsreise 8. Juni 2015

Wie Darwin Patagonien erlebte

WORLD INSIGHT

Patagonien, ein Ort für Abenteurer und Entdecker, ein Stück Freiheit am Ende der Welt. Eis, Meer, Berglandschaften und Steppe, soweit das Auge reicht. Auch der berühmte Naturforscher Charles Darwin war davon fasziniert.

Wenn ich mir Bilder aus der Vergangenheit zurückrufe, so bemerke ich, dass die Ebenen von Patagonien häufig vor meinen Augen erscheinen. Warum haben denn nun diese dürren Wüsten sich so einen festen Platz in meinem Gedächtnis errungen? Ich kann diese Empfindungen kaum analysieren. Sie müssen aber die Folge davon sein, dass hier der Einbildung volle Freiheit gegeben ist.

– Charles Darwin (1809 – 1882)

Der Zauber Patagoniens

Im Jahr 1831 ging Darwin an Bord der HMS Beagle unter dem britischen Kapitän Robert FitzRoy auf Entdeckungsreise. Im Frühjahr 1832 erreichte das Schiff Südamerika. Nach einem längeren Aufenthalt in Brasilien begann FitzRoy im Sommer 1832 mit der Vermessung der argentinischen Küste. Darwin verbrachte diese Wochen damit, Fossilien zu sammeln und sie für die Verschiffung nach England vorzubereiten. Mit immer neuen Forschungsschätzen belud er die HMS Beagle, was nicht nur die Crew an Bord stutzig machte: Kapitän FitzRoy hatte für die „alten Knochen“ nicht viel übrig und zeigte sich zutiefst verwundert, warum Darwin alle Arten von „nutzlosem Plunder“ an Bord bringen musste. Jahre später sollten sich die Fossilien jedoch als Überreste von bislang noch unbekannten Tierarten erweisen.

Die eisigen Ströme Feuerlands

Noch im selben Jahr erreichte das Schiff Feuerland. Über den Jahreswechsel 1832/33 richtete die Mannschaft eine Missionsstation ein. Nach einem einmonatigen Aufenthalt auf den Falklandinseln wurden die Vermessungsarbeiten vor der südamerikanischen Ostküste fortgesetzt.

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Die massive Berglandschaft in Feuerland

Die ausgedörrte Steppe im Norden und die eindrucksvolle Berglandschaft im Süden Feuerlands zogen den britischen Forscher gleich in ihren Bann. Weite Ebenen und ein beständig wehender Eiswind begleiteten Darwin auf seinen Missionen in der unwirklichen Umgebung. Die weitreichende Moorlandschaft erschwerte jedoch ausgedehnte Forschungsvorhaben enorm, weshalb Darwin seine Expeditionen früher als geplant aufgeben musste.

Eine der wichtigsten Entdeckungen der Schiffsexpedition sollte wenig später folgen: Der Beagle Kanal, eine natürliche Wasserstraße, die den Atlantik mit dem Pazifik verbindet und einmal quer durch Feuerland führt, wurde erstmals von Kapitän FitzRoy und der HMS Beagle durchfahren. Entlang des 240 km langen Kanals steht die einzigartige Landschaft heute zumeist unter Naturschutz. Im Süden begrenzt der Kanal den 1960 eingerichteten Nationalpark Tierra del Fuego, in dessen Gelände Darwin ausgiebig forschte.

 

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