19. November 2020 Aktuelles aus Costa Rica

Wieso Reisende auch Naturschützer sind

WORLD INSIGHT

Costa Rica, die Folgen des Corona-Virus und ein positiver Blick auf die Zukunft – Ein Gespräch mit unserem Country Manager Daniel, ein gebürtiger Schweizer, der Costa Rica schon vor Jahren als Heimatland wählte.

Es ist schon später Nachmittag, als ich unseren Country Manager Daniel anrufe. Für ihn hat der Tag durch die 7 Stunden Zeitverschiebung gerade erst begonnen. Genau wie ich sitzt er im Home-Office. Und ebenso wie in Deutschland, macht man sich auch in Costa Rica viele Gedanken darum, wie die Zukunft nach und mit Corona aussehen kann.

Daniel, unser Country Manager in Costa Rica

Die aktuellen Entwicklungen

Costa Rica ist ein Land, das in großen Teilen von der Touristik lebt. Durch die Corona-Krise ist statt nur einer von zehn Costa Ricanern, nun jeder Vierte arbeitslos. „Ein Großteil dieser Menschen hat bislang durch den Tourismus sein tägliches Brot verdient“, erklärt mir Daniel. Doch die aktuellen Entwicklungen geben Hoffnung. Die Covid-Kurve in Costa Rica zeigt weiterhin einen Trend nach unten. Auch nachdem Mitte August 10.000 Touristen eingereist waren, wurde kein signifikanter Anstieg der Zahlen verzeichnet. Deswegen entwickelt die Regierung neue Konzepte und bespricht Lockerungen, die das Reisen wieder möglich machen sollen.

Costa Rica erlaubt seit dem 1. November wieder die Einreise zu touristischen Zwecken. Zusätzlich wird die obligatorische Test-Pflicht 72 Stunden vor Einreise seitens der Regierung nicht mehr vorgeschrieben. Dennoch sind wir von WORLD INSIGHT und auch die meisten Fluggesellschaften davon überzeugt, dass ein Test vor Abflug angebracht und sinnvoll ist. Laut Daniel überlegt beispielsweise die Lufthansa, Schnelltests vor Betreten des Flugzeuges einzuführen. In der Schweiz sind diese bereits zur Diagnose anerkannt. „In Zukunft“, so glaubt Daniel, „könnten diese Tests das Reisen womöglich noch sicherer machen, da die Zeitspanne zwischen Test und Abreise deutlich verkürzt würde und somit die Möglichkeit einer kurzfristigen Ansteckung nahezu ausgeschlossen wäre.“

Die Tiere erobern sich ihre Lebensräume zurück

Quelle: https://www.facebook.com/tdmascostarica/posts/2740742096171665

Auch wenn Corona für viele negative Auswirkung hat, so genießen ein paar Lebewesen dann doch den ungewöhnlichen Alltag. Über Facebook schickt Daniel mir ein Foto. Auf den ersten Blick sehe ich nur eine Surferin im Wasser, doch beim genaueren Hinsehen entdecke ich am Rande des Strandes die Umrisse eines Jaguars, der die Frau neugierig beobachtet. „Das ist wirklich etwas Besonderes! So nah an Menschen traut sich sonst nie ein Jaguar in freier Wildbahn. Normalerweise ziehen sich die Tiere in den dichten Dschungel zurück und verstecken sich, aber dadurch, dass nur noch so wenige Menschen in die Nationalparks kommen, entdecken sie auch die sonst belebteren Teile des Dschungels für sich wieder“, erzählt mir Daniel. Nicht nur die Jaguare trauen sich in Zeiten von Corona heraus, auch Affen und Faultiere kommen aus dem Dickicht des Dschungels hervor und machen es sich dort gemütlich, wo sich sonst Touristen getummelt haben. „So viele Tiere habe ich lange nicht mehr gesehen“, behauptet Daniel begeistert.

Doch auch, wenn die Tiere diese Zeit gerade genießen, so kann das schöne Idyll auf lange Sicht auch Gefahr für sie bedeuten. Da sich die Nationalparks hauptsächlich aus Touristengeldern finanzieren, wie zum Beispiel dem Parkeintritt, fehlen ihnen im Moment die Einnahmen. Fehlen Ranger, werden die Parks für Wilderer attraktiver. „Insbesondere jetzt, wo sich die Tiere immer mehr aus dem Dschungel hinaus trauen, werden sie für die Wilddiebe leichtere Beute“, erklärt mir Daniel. „Glücklicherweise haben wir eine Regierung, die umweltbewusst ist und sich viel um den Naturschutz bemüht, insbesondere aus dem Grund, dass Reisende Costa Rica vorwiegend wegen seiner Natur besuchen; sonst könnten hier zusätzlich bald auch noch die Wälder brennen wie in Brasilien. So gesehen schützen Touristen die Tiere und die Natur und tragen indirekt zu ihrer Erhaltung bei.“

Umweltfreundlich reisen

Daniel hofft, dass in Zukunft, Tourismus und Umweltgedanke immer weiter miteinander verbunden werden. Auch er steht hinter unseren Konzepten zum Umweltschutz, wie dem kostenlosen Rail&Fly-Ticket für unsere Reisegäste, das eine entspannte und umweltschonende Bahnfahrt zwischen Wohnort und Flughafen ermöglicht, und unserem Angebot, den verursachten CO2-Ausstoß einer Reise in Form einer atmosfair-Spende zu kompensieren. Er hofft, dass immer mehr Menschen statt vieler, kurzer Trips lieber wenige, dafür aber längere Reisen machen, um zum Beispiel Emissionen für Flüge einzusparen. „Deswegen schätze ich es auch so, dass die meisten WORLD INSIGHT-Reisen durchschnittlich 2-3 Wochen dauern. Davon profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch der Reisende, denn so können wir wunderschöne Touren planen, bei denen man Costa Rica in seiner ganzen Vielfalt entdecken kann. Auf unseren Touren sind wir keine Touristen, sondern Reisende und lernen das Land intensiv kennen. Wir lassen uns Zeit und kommen so richtig an. Stress können wir nach dieser Zeit nicht auch noch beim Reisen gebrauchen“, sagt Daniel und lacht. „Ob am Kraterrand des Irazú-Vulkans wandern und anschließend in den heißen Thermalquellen baden, oder im Hängebrückenpark in La Fortuna die Affen beim Klettern beobachten und an den Stränden des Manuel Antonio Nationalparks die Seele baumeln lassen – Costa Rica bietet die perfekte Mischung aus Abenteuer und Entspannung. Einfach mal abschalten und zur Natur zurückfinden.”

Reisen fast wie vor Corona, nur ohne Menschenmassen

“Zusätzlich haben wir hier ideale Bedingungen, auch wenn das Virus uns noch weiter begleiten sollte: Wir sind die meiste Zeit in der Natur unterwegs, abseits von Menschenmassen. Insbesondere wenn sich jeder aus unserer Gruppe vorher testen lässt, sind wir mit gutem Gefühl unterwegs“, sagt Daniel. „So lässt es sich fast so reisen wie vor Corona und wir erleben ein Costa Rica wie vor 30 Jahren.“

Die Erzählungen von Daniel lassen mich in Erinnerungen schwelgen und während ich aus meinem Fenster in den wolkenverhangenen Kölner Himmel gucke, träume ich mich weg, an einen weißen Strand im Manuel Antonio Nationalpark, die sanften Wellen glitzern in der Sonne, während ein putziges Kapuzineräffchen sich durch die Baumkronen schwingt. Wie damals, mit 11 Jahren, als ich zusammen mit meinem Vater auf unserer WORLD INSIGHT Family-Reise die Dschungel Costa Ricas kennenlernte. Ein Erlebnis, das ich niemals vergessen werde!

Ich hoffe, dass ich bald nicht mehr nur davon träumen muss, sondern es bald wieder erleben kann, denn DAS ist das pure Leben – Pura Vida!  

Text: Lilly Baldus

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