Reisebericht Jordanien 29. Dezember 2022

Yallah Jordanien 2022!

WORLD INSIGHT Reisegast

Es fühlte sich viel länger als „nur“ zwei Wochen an! Unsere Erlebnisreise entführte uns zu einzigartigen archäologischen Stätten, in grandiose Wüstenlandschaften, bizarre Schluchten, zum tiefsten Punkt der Erde u.v.m.

Schon seit Langem hatte ich eine Jordanien Reise im Blick. Stets kam etwas dazwischen, wie jüngst Corona. Endlich sollte es im November losgehen. Die „Royal Jordanien“ flog uns sicher nach Amman. Hier trafen meine Freundin Maria und ich mit den anderen 14 Reiseteilnehmern (zehn Frauen und sechs Männern) zusammen.

Es war schon Nacht, als Hussein, unser Reiseleiter für die nächsten zwei Wochen, uns am Flughafen in Empfang nehmen konnte: Danach fuhren wir übermüdet, doch glücklich gut angekommen zu sein, in unser erstes Hotel in Amman: Erst mal schlafen.

Der erste Tag war für die Besichtigung Ammans, der modernen Hauptstadt mit vier Millionen Einwohnern sowie der archäologischen Stätte Jerasch vorgesehen. Überall Geschichte zum Anfassen, schließlich sind wir hier in einer Region unterwegs, die über Jahrtausende immer wieder neue Herrscher und Völker anzog.

Römisches Theater von Amman.

 

Griechische, römische, umayyadische Überreste an der Zitadelle hoch oben über der Stadt und islamische Architektur in der König-Abdullah-Moschee. Hier mussten sich die Damen erst mal ein Gewand überziehen. Die imposanten Überreste der römischen Stadt Jerasch (Gerasa) nördlich von Amman könnten es mit Pompeji aufnehmen!

Bereits am ersten Tag wird klar: Hussein ist ein echter Glückstreffer für unsere Reise. Mit seinem Wissen, seinen hervorragenden Deutschkenntnissen und seiner kommunikativen, humorvollen Art gewinnt er schnell die Sympathien und das Vertrauen der Teilnehmerinnen.

 

Der doppelte Hussein

Wie gefühlt jeder zweite Jordanier hieß auch unser Busfahrer Hussein. 😉 Er führte uns die kommenden Tage souverän und sicher (und stets mit genügend Wasservorräten an Bord!) durch das Land. Inmitten von Wüste sahen wir die Überreste von Jagd- und Lustschlössern aus der Umayyaden Zeit, Karawansereien und Kreuzritterburgen, letztere aus dem Mittelalter. So richtig gemütlich wirkten die Bauten allesamt nicht, aber auch auf einer deutschen Burg wäre es damals kaum bequemer gewesen.

 

Canyoning und Relaxen am Toten Meer

In unmittelbarer Nähe zum Toten Meer, mit ca. 400 Meter unter NN dem tiefsten Punkt der Erde, konnten wir am Canyoning entlang des „Siq Trails“ (Wadi Mujib) teilnehmen. Wasserwaten, Schwimmen, Klettern, an Seilen entlang hangeln. Die, die sich trauten, werden diese Anstrengung so schnell nicht vergessen.

Unvergessen: Canyoning entlang des „Siq Trails“.

 

Danach folgte eine Auszeit am Toten Meer samt Badeprogramm und Schlammpackungen. Unsere Hotelanlage mit drei Pools, eigenem Strandabschnitt und abendlicher Bauchtänzerin zeigte ein wenig das andere Jordanien: Badeurlaub, auch für Einheimische – es war Wochenende.

Entspannung im Hotel am Toten Meer.

 

Die Reserven wieder aufgefüllt, fuhren wir ins Dana Naturreservat, einem imposanten Felswüstengebirge. Bei der anspruchsvollen Wanderung wurden wir mit grandiosen Ausblicken belohnt.

 

Auf nach Petra

Am Ende des sechsten Reisetages kamen wir erwartungsvoll in Wadi Musa an, der modernen Kleinstadt am Eingang zum historischen Petra. Hier gab es zunächst lange Gesichter im Hotel, denn unsere Zimmer befanden sich leider im unrenovierten Teil des Hauses und waren deshalb eher eng und stickig. Hier sollten wir also drei Nächte verbringen, oje! Allgemeine Katerstimmung, aber auch die gehört mal mit dazu.

Am nächsten Tag erhellten sich die Gesichter wieder, als wir Petra, die verborgene Stadt der Nabatäer, besichtigten – von Hussein sach- und fachkundig geführt. Es gab keine Frage, die er nicht beantworten konnte und unsere Gruppe entpuppte sich durchaus als wissbegierig …

Am Eingang erwartete uns bereits ein großes Getümmel. Nach rund 800 Metern entlang eines offenen Tales, mit ersten in den Fels gehauenen Gräbern der Nabatäer, betraten wir die eigentliche Schlucht – den Siq – der die Stadt (ihre Blütezeit war zwischen 200 v.u.n. Chr.) so lange verborgen hielt.

Die Schatzkammer von Petra: Ziel vieler Jordanienreisenden.

 

Der Siq ist einfach überwältigend, was Raumeindruck, Farbenspiel und die Einstrahlung des Sonnenlichts angeht. Ein Strom aus Touristen, zu Fuß, teils auf Pferdekutschen, Kamelen und auch E-Autos schlängelte sich die eineinhalb Kilometer bis zum Ziel. Dann erblickten wir die weltberühmte Schatzkammer, morgens um 10:00 Uhr, bestens ausgeleuchtet! Allgemeines Atemstocken. Eine Zeit lang ließen wir alles auf uns wirken, dann ging es weiter in das sich öffnende Tal mit der Stadt, die bis heute (man höre und staune) erst zu einem Bruchteil ausgegraben ist.

In Petra ist man nicht allein 😉

 

Zum Glück waren wir zwei ganze Tage (!) vor Ort. An Tag zwei wanderten wir oberhalb der Stadt bis zum Opferplatz der Nabatäer und zu weiteren Kulturstätten. Die uns umgebende Stille und spektakuläre Blicke in die Weite der Landschaft bildeten einen tollen Kontrast zum vorherigen Tag.

 

Wie im Film: Wadi Rum

Szenenwechsel. Man tut Jordanien unrecht, es auf Petra zu reduzieren. Das sollten wir auch im Wadi Rum erfahren, einem bizarren Sand- und Felswüstental, in dem sich 1917/18 „Lawrence von Arabien“ mit arabischen Stämmen traf, um den Aufstand gegen die Osmanen in Teilen zu begleiten. Nebenbei dient das Wadi häufig als Filmkulisse. Wir verstanden sofort, warum. Felsen und Wüsten ziehen die Besucher magisch an. Auch wir konnten uns bei der anschließenden Jeepsafari dieser einmaligen Atmosphäre, einem Zusammenspiel aus Sonne, Wind, Farben, Licht und Einsamkeit bzw. Weite nicht entziehen.

Einfach magisch: Das Wadi Rum.

 

Übernachtet haben wir in einem luxuriösen Beduinen-Camp in Zelten mit Dusche, Veranda, Klimaanlage und Außenbeleuchtung! Aber: Es fehlte das Essen am Lagerfeuer unter dem Sternenhimmel, wie ich es mir erträumt hatte. Schön war es trotzdem, authentisch leider nicht mehr so ganz …

 

Zum Schluss: Baden im Roten Meer

Nur wenige Kilometer des Golfes von Aqaba verlaufen auf jordanischem Staatsgebiet. Wir wohnten direkt in Promenadennähe. Was liegt da näher als ein Bad im Meer? Wir lernten, dass es zumindest für Frauen mit europäischer Badebekleidung unüblich ist, am Stadtstrand zu baden. Daher unternahmen wir einen Trip auf einer sehr coolen Jacht und verbrachten dort unbeschwerte Stunden mit wunderbarem Blick auf Aqaba und das benachbarte Eilat (Israel) – und der Erfahrung: Baden und Schnorcheln bei Wellengang.

Blick vom Hotel auf den Golf von Aqaba.

 

Bisher nicht erwähnt: Kulinarisch sind wir zwei Wochen voll verwöhnt worden. Der Abschlussabend im gehobenen Beduinen Restaurant toppte noch mal alles Vorherige.

Insgesamt hatte ich den Eindruck, 16 ReiseteilnehmerInnen kamen reich beschert mit Eindrücken, Erlebnissen, Erfahrungen und Bildern im Kopf nach Hause. Eine Reise, die wir nie vergessen werden. Mein Fazit: Insgesamt top organisiert und liebevoll arrangiert – das war unsere Jordanien Reise!

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