Tropisches Paradies 18. Februar 2026

Auf den Spuren Südindiens

Louisa Knorn

Südindien empfing Silvia mit heiligen Tempeln, warmer Tropenluft und tiefer Herzlichkeit. Von Chennai bis Kerala erlebt sie Spiritualität, Natur und Kulinarik der Region.

Schon beim Abflug aus Frankfurt spürte ich diese besondere Mischung aus Vorfreude und Nervosität. Indien erwartete mich – ein Land, das ich von meiner WORLD INSIGHT-Reise “Indien: Rajasthan mit Khajuraho und Varanasi” bunt, laut, spirituell und überwältigend in Erinnerung hatte. Diesmal ging es für mich in den Süden des Landes. Nach einem Nachtflug über Delhi landeten wir in Chennai, wo uns tropisches Wetter, hupende Autos und ein erstes freundliches “Welcome to India” empfingen. Ein wunderbarer Einstieg in den Urlaub.

 

Silvia tauchte tief in die Welt Südindiens ein

 

Tempel, Meer und quirlige Städte: Willkommen im Süden Indiens!

Von Chennai aus reisten wir weiter an die Küste nach Mahabalipuram. Nach der beeindruckenden Großstadt wirkte dieser Ort etwas entspannter, und die Nähe zum Meer tat gut. Hier erkundeten wir die berühmten Tempelanlagen: Der Shore-Tempel direkt an der Bucht von Bengalen war ein magischer Ort, besonders mit dem Rauschen der Wellen im Hintergrund. Die “Fünf Rathas” und die kunstvollen Reliefs ließen mich staunen – kaum zu glauben, mit welcher Präzision hier vor Jahrhunderten Stein bearbeitet wurde. Besonders spannend fand ich den Besuch bei den Steinmetzen, die diese alte Tradition noch immer lebendig halten.

In Kanchipuram, eine der heiligsten Städte Südindiens, beeindruckten mich die Tempel von Ekambareswarar und Kailashnath nicht nur durch ihre Größe, sondern auch durch die tiefe Religiosität, die überall spürbar war. Bei einer Stadtrundfahrt durch Chennai, der Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu, konnten wir koloniale Gebäude, quirliges Stadtleben und den endlos scheinenden Marina Beach besichtigen. Die faszinierenden Bronzen im Government Museum boten einen starken Kontrast dazu und gaben einen ersten intensiven Einblick in die Geschichte und Gegenwart des Landes.

Ein weiteres echtes Erlebnis war die Zugfahrt nach Bangalore. Da der Zug nicht besonders schnell war, konnten wir auf der Fahrt viele Eindrücke sammeln: Menschen, Händler, Landschaften – alles zog gemächlich vorbei. Die folgenden Tage waren geprägt von beeindruckender Tempelarchitektur. In Belur und Halebid konnte ich mich kaum sattsehen an den filigranen Hoysala-Reliefs. Ganz anders, aber ebenso eindrucksvoll war die riesige Gomateshvara-Statue in Shravanabelagola, die wir nach einem belebenden Aufstieg erreichten.

 

Silvia bestaunte die Steinarbeiten in verschiedensten Tempeln

 

Paläste, Familienküche und spirituelle Tempelwelten

Mysore empfing uns schließlich als elegante Gartenstadt. Der Besuch des Maharaja-Palastes war ein echtes Highlight für mich – prunkvoll, detailreich und voller Geschichte. Besonders in Erinnerung blieb mir der Abend bei einer einheimischen Familie, mit der wir gemeinsam kochten. Die Herzlichkeit und die Aromen der südindischen Küche werde ich so schnell nicht vergessen.

Ein starker Kontrast zu den tropischen Temperaturen folgte mit der Fahrt in die Nilgiri-Berge nach Ooty. Hier war es plötzlich kühler, grüner und ruhiger als zuvor. Teeplantagen zogen sich über die Hügel, und die Luft war klar. Die Fahrt mit dem berühmten “Toy Train” nach Coonoor war nostalgisch und landschaftlich wunderschön. Je weiter wir am nächsten Tag dann wieder nach unten kamen, desto wärmer wurde es. In Trichy empfingen mich der Rock Fort und der Sri-Ranganathaswamy-Tempel, welche mich tief beeindruckten.

 

Abenteuer “Toy Train” in Ooty

 

In Tanjore und Madurai konnten wir noch weiter in die Welt des Hinduismus eintauchen. Der Brihadishwara-Tempel in Tanjore wirkte nahezu monumental, und der Sri-Meenakshi-Tempel in Madurai war für mich einer der spirituellsten Orte der ganzen Reise. Besonders die abendliche Aarti-Zeremonie, begleitet von Gesängen, Lichtern und Weihrauch, hat mich sehr berührt.

 

Natur und Abenteuer: Dschungel, Gewürze und Traditionen

Der Weg zum Periyar-Nationalpark wurde hielt grüne, ruhige Landschaften für uns bereit. Hier wanderten wir früh morgens durch den dichten Wald, immer in der Hoffnung, wilde Elefanten zu entdecken. Allein die Geräusche des Dschungels waren für mich ein Erlebnis. Gewürzplantagen, eine traditionelle Kalaripayattu-Vorführung und eine Jeepfahrt im Regen rundeten diesen Abschnitt der Reise ab.

Die Übernachtung auf einem Hausboot in den Backwaters von Kerala wurde für mich zum absoluten Highlight. Wir glitten hier langsam durch Kanäle, vorbei an Palmen, Dörfen und Reisfeldern. Alles schien entschleunigt, fast zeitlos. Ich saß an Deck, ließ den Blick schweifen und genoss diesen Moment der Stille.

 

Übernachtung auf dem Hausboot in den Backwaters

 

In Cochin begegnete mir schließlich die koloniale Geschichte Indiens. Portugiesische, niederländische und britische Einflüsse waren überall sichtbar. Die Fahrradtour durch Fort Cochin, die chinesischen Fischernetze und der Kathakali-Tanz am Abend ließen die Stadt besonders lebendig erscheinen.

Die letzten Tage unserer Reise verbrachten wir in Poovar. Die tropische Vegetation, ruhigen Strände, ein Pool zum Entspannen und eine wohltuende Ayurveda-Massage ließen mich vollkommen herunterfahren. Hier hatte ich Zeit, die Eindrücke der vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen.

Südindien hat mich mit seiner Vielfalt, Spiritualität, Natur und Herzlichkeit tief beeindruckt. Diese Reise war nicht nur ein Urlaub, sondern eine intensive Erfahrung, die noch lange nachwirken wird.

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Weitere Eindrücke aus Silvias Reise

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