17. November 2020 Aktuelles aus unseren Reiseländern

Kenia – Selbstversorgung statt Busch-Safari

WORLD INSIGHT

Aktuell sind nur wenige Europäer in Kenia, wie überall auf der Welt. Weniger zu tun gibt es für Heike, unserer Partnerin vor Ort, dadurch nicht. Es sind andere Dinge, die sich durch die Pandemie ergeben haben.

Heike ist am Bodensee groß geworden. Nach unzähligen Reisen in das Land der Masai hat es sie gepackt: Kenia mit seiner unglaublichen Natur und seinen liebenswerten Menschen zog sie mit Ende 30 vollständig in das Land, mit dabei ist ihr Geschäftspartner Olaf. Das ist nun 11 Jahren her. Seither ist einiges passiert: Sie lernt einen kenianischen Mann kennen, gründet mit ihm eine Familie und baut gemeinsam mit Olaf ihr eigenes Business auf.

Mit großer Leidenschaft organisieren sie unvergessliche Erlebnisse für Reisende aus aller Welt. Die Touren für WORLD INSIGHT spielen dabei eine ganz besondere Rolle, denn hier können sie ihrer Kreativität freien Lauf lassen: Mal geht es zu Fuß auf Pirsch in den schönsten Naturreservaten, mal in abgeschiedene Dörfer inmitten der Savanne mit tiefen Einblicken in das traditionelle Leben der Masai. Mal übernachten unsere Gruppen in einfachen Zelten in der Wildnis, mal in einer komfortableren Lodge. Für Heike ist es eine Erfüllung, unseren Reisenden ihr heutiges Heimatland so zu zeigen wie sie es lieben gelernt hat und ihnen das näherzubringen, was sie daran immer und immer wieder so fasziniert.

Der neue Alltag im Busch

Mit Ausbruch des Coronavirus hat sich auch für Heike einiges verändert: Von Nairobi, wo sich das Virus besonders schnell verbreitete, zog sie, wie auch viele andere Einheimische, mit ihrer Familie raus aufs Land. Hier leben sie nun in der Nähe ihres kleinen Gästehauses inmitten der Wildnis von Naivasha, nordwestlich von Nairobi und nicht weit vom Lake Naivasha, dem größten Süßwassersee im kenianischen Teil des ostafrikanischen Grabenbruchs entfernt. Er zählt zu den schönsten Seen des Landes und ist nicht nur Lebenswelt unzähliger Wasservögel wie den Marabus, sondern auch von Flusspferden, Elefanten, Giraffen und Zebras.

Wie auch in Deutschland ist die kenianische Bevölkerung dazu angehalten, Kontakte zu anderen Menschen deutlich zu reduzieren, besser noch, darauf zu verzichten. Anders ist, dass in Kenia schon seit dem 17. März öffentliche Schulen für den Großteil der Kinder geschlossen sind. Und das noch bis Januar 2021. Auch das hat Folgen für Heikes Alltag. Ihre beiden Kinder (6 und 7 Jahre) sind rund um die Uhr zu Hause, brauchen Unterstützung beim digitalen homeschooling und wollen nachmittags unterhalten werden. Nicht immer ganz einfach, denn auch, wenn Heike momentan keine Safaris organisieren kann, besteht ihr Team aus 21 Mitarbeitern, die ebenfalls beschäftigt werden wollen. So werden Dinge erledigt, für die sonst weniger Zeit bleibt: Instandhaltungsarbeiten, kleinere Reparaturen an sämtlichen Fahrzeugen und die Entwicklung neuer Ideen in Vorbereitung auf den Restart des Tourismus im kommenden Jahr. Die monatliche Steuerabrechnung muss in Kenia auch dann erledigt werden, wenn keine Einnahmen vorhanden sind….

Wie die Pandemie den Zusammenhalt stärkt

Auch wenn alle Mitarbeiter von Heike weiterhin ein Basisgehalt bekommen, reicht es nicht immer, um alle Lebenshaltungskosten zu decken. So hat sie gemeinsam mit ihrem Team eine landwirtschaftliche Fläche auf ihrem Grundstück angelegt: Es werden Hühner gezüchtet und jede Menge Gemüse wie Kartoffeln, Mais, Spinat und Kohl für ihre Mitarbeiter und deren Familien angebaut. Das schweißt zusammen: Jeder ist für den anderen da und jeder hilft, wo er kann.

Generell sind Afrikaner sehr flexibel. Sie lassen nicht den Kopf hängen, sondern packen an und entwickeln neue Ideen, immer mit dem Ziel, ihre Familien ernähren zu können. So bessert manch einer sein Gehalt durch die Weiterverarbeitung der frischen Lebensmittel aus dem privaten Anbau auf, zum Beispiel mit dem Verkauf von Takeaway Food. Viele Airlines haben auf Cargo Flüge umgestellt, wodurch viele Arbeitsplätze erhalten werden können. Es gibt also auch viele positive Nachrichten in Zeiten von Corona.

Mit Blick auf die Zukunft

Dennoch hofft nicht nur Heike, dass der Tourismus in diesem wundervollen Land bald wieder zurückkehrt. Das Masai Mara-Naturreservat mit ihrem einzigartigem Tierreichtum war noch nie so menschenleer und natürlich. Viele Wege müssen neu angelegt werden, da sie mittlerweile schon verwildert sind. Auch wenn die Natur gerade Zeit hat, sich zu erholen, so ist es ebenso wichtig, dass bald auch wieder Touristen hierhin zurückkehren. Die Einnahmen aus dem Tourismus sind nicht nur für die Afrikaner wichtig, sondern auch zum Schutz und zur Erhaltung der wunderschönen Naturreservate.

Wir setzen auf das kommende Jahr, in dem Kenia sich auch für uns, mittlerweile ziemlich Reisehungrige, wieder öffnen wird. Auf unserer 14-tägigen Erlebnisreise „Best of Kenya“ erhalten wir tiefe Einblicke in das Land: Wir erleben unvergessliche Safaris in den schönsten Naturreservaten, machen uns schon am frühen Morgen auf die Pirsch nach den Big Five im Masai Mara-Naturreservat, streifen zu Fuß mit einem Ranger durch den Hell’s Gate Nationalpark auf der Suche nach Giraffen und Antilopen, begegnen dem Volk der Masai und lauschen ihren spannenden Geschichten und Gesängen am Lagerfeuer. Eine Reise voller Erlebnisse, inmitten der faszinierenden Natur- und Tierwelt Ostafrikas!

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