Reisebericht 15. Mai 2017

Pura vida Costa Rica

Nicole Kathrin Lange erlebte die atemberaubende Natur Costa Ricas hautnah. Ob imposante Krokodile, prächtige Vögel oder flinke Äffchen – vor allem die vielfältige bunte Tierwelt der Insel bleibt für sie unvergesslich.

Das mulmige Gefühl aufgrund meiner ersten alleinigen Fernreise war schnell verflogen, als ich am Flughafen von San José auf meine sehr sympathische 13-köpfige WORLD INSIGHT-Reisegruppe traf. Schnell war das Eis gebrochen und nach einer Frühstückspause und einem ersten gegenseitigen Beschnuppern ging unser Costa Rica-Abenteuer auch schon los.

Kratersee

Der Kratersee war eine der ersten spannenden Stationen der Costa Rica-Reise.

Nach kurzer Fahrt und einem Spaziergang standen wir auch schon auf dem Aussichtsplateau direkt vor dem imposanten Vulkan Poás. Unsere sehr kompetente Reiseleiterin Erika Baron, welche uns während der gesamten Reise an ihrem umfangreichen Wissen zu Land, Leute, Flora und Fauna teilhaben ließ, machte uns darauf aufmerksam, dass die freie Sicht auf den Kratersee keine Selbstverständlichkeit sei. Umso mehr genossen wir diesen gemeinsamen Moment und dies steigerte unsere Vorfreude auf das noch Kommende unserer 16-tägigen Reise. Wissenswertes zur Kaffeegewinnung erfuhren wir im Anschluss auf der Kaffeeplantage Doka Estate, bevor es nach einem kurzen Abstecher zu einem Wasserfall ins erste Hotel ging.

Kulinarische Highlights am Straßenrand

In den nächsten Tagen bekamen wir während unserer Fahrten in dem komfortablen Kleinbus, welcher von unserem stets gut gelaunten Fahrer Gustavo, ein echt klasse Typ, gesteuert wurde, viele Eindrücke von diesem wunderschönen Land. Unterwegs stoppten wir nicht nur an einem Obststand, an welchem uns die Reiseleiterin die Früchte ihrer derzeitigen Heimat zeigte und probieren ließ, sondern wir legten auch ausreichend Pausen in den sogenannten „Sodas“ entlang der Strecke ein. Hier gab es zu moderaten Preisen die typisch einheimische Küche, die vorwiegend aus Reis mit Bohnen, Hühnchen oder Fisch und sehr leckeren Kochbananen besteht. Auch die frischen Fruchtsäfte, insbesondere das sehr erfrischende „Cas“ aus der Guave, von welchen ich während der gesamten Reise nicht genug bekommen konnte, sind sehr zu empfehlen!

Witzig ist, dass in vielen Vorgärten der Costa Ricaner im Januar, bei strahlendem Sonnenschein und T-Shirt-Wetter, noch die recht kitschige Weihnachtsdekoration zu finden ist. Die Erklärung hierzu lieferte uns Erika: Bis Februar des Folgejahres gehört dies zum typischen Landesbild, denn die Costa Ricaner haben zuweilen noch keinen gemeinsamen Termin mit ihren Verwandten, Nachbarn und Freunden gefunden, um während einer kleinen Feier den Rosenkranz zu beten. Erst danach darf „abdekoriert“ werden.

Eintauchen in eine faszinierende Tierwelt

In Costa Rica hört man an jeder Ecke „pura vida“. Übersetzt heißt es „Pures Leben“ und wird jedoch auch als „Hallo“, „Wie geht’s?“, und „Alles klar, danke!“ überall benutzt. Schnell übernahmen wir diese Nettigkeit und gaben diesen Ausspruch auf unserer Reise stets zum Besten.

Krokodile

Ein tierisches Highlight: Die Krokodile im Carara-Nationalpark.

Unser erstes tierisches Highlight hatten wir zu Beginn unserer Reise auf dem Weg zum Carara-Nationalpark unweit eines Parkplatzes. Hier wurden wir rausgelassen, um zu Fuß über die nahe gelegene Brücke zu gehen. Ahnungslos stiefelten wir los und sogleich stockte mir beim Anblick der nur wenige Meter unter uns lümmelnden, riesengroßen Krokodile der Atem! Bis dato hatte ich noch nie solche in Freiheit lebenden Kolosse gesehen.

Faultier

In den Baumwipfeln entdeckte Nicole Kathrin Lange gar nicht so faule Faultiere.

Und dieses Staunen blieb mir auch während der zahlreichen Nationalparkbesuche erhalten, denn wir bekamen sehr viel von Costa Ricas Tierwelt „vor die Linse“: Ameisenbären, eine Horde Nasenbären, denen wir mitten auf der Straße gegenüberstanden, die imposanten und lautstarken Brüllaffen, die flinken Totenkopfäffchen oder vorwitzigen Kapuzineräffchen, diebische Waschbären, doch recht flotte Faultiere, scheue, schnell vorbeihuschende Fischotter, sich sonnende Schildkröten, die wunderschönen roten Aras, Pelikane, winzige Kolibris, unzählige Leguane und zahlreiche Vogelarten  – das Entdeckerglück war während der gesamten Rundreise auf unserer Seite und der Kameraspeicher füllte sich stetig mit traumhaften Aufnahmen.

Auch die Unsicherheit bezüglich des richtigen Schuhwerks war schnell verflogen, denn Costa Ricas Parks verfügen über gut befestigte Wege und die empfohlenen leichten Trekkingschuhe waren hierfür ideal.

Vogelparadies Costa Rica

Die untergehende Sonne taucht Costa Ricas Pazifikküste in warmes Licht.

Teilweise waren wir in sehr „tierreichen“ Hotelanlagen untergebracht. In Villas Rio Mar in Dominical trafen wir das erste Mal auf unserer Reise auf die für Costa Rica typischen Tukane. Zudem erlebten wir hier einen fantastischen Sonnenuntergang am Pazifik. Ein wahres Vogelparadies erlebte ich des Weiteren in dem Hotel Arenal Paraiso in Arenal La Fortuna. Nur leider war der imposante Vulkan Arenal, auf welchen wir von unseren komfortablen Bungalows aus einen atemberaubenden Blick gehabt hätten, während unserer Anwesenheit trotz schönen Wetters stets wolkenverhangen.

Ein außergewöhnliches Lokal befand sich in unmittelbarer Nähe zum Manuel Antonio-Nationalpark. Ich traute meinen Augen nicht: in das Lokal wurde ein großes Frachtflugzeug integriert, welches man nicht nur begehen kann, sondern unter dessen Tragflächen man auch vorzüglich speisen kann! Hier überraschte nicht nur die weite Aussicht aufs Meer, sondern auch die köstlichen Gerichte zu angemessenen Preisen.

Viel Regen und scheue Frösche

In Monte Verde spielte das Wetter leider nicht so mit. Wir kamen bei schöner Abendsonne an unserer Unterkunft an und genossen den schönen Sonnenuntergang direkt von unserer Terrasse oder den Balkonen aus. Kurz darauf öffneten sich buchstäblich die Schleusen und es regnete uns förmlich ein. In Regenkleidung verbrachten wir unseren Aufenthalt in Monte Verde und der Ausflug in den nahegelegenen Nebelwald fiel dadurch leider aus. Im Ort selber besuchten wir in der Abenddämmerung ein Terrarium, in welchem wir die in Freiheit schlecht oder kaum zu sehenden kleinen Frösche Costa Ricas aus der Nähe betrachten konnten. So bekamen wir den in Costa Rica bekannten Rotaugenlaubfrosch doch noch zu Gesicht. Ein ortsansässiger Glaskünstler bescherte uns kreative und wunderschöne Mitbringsel wie zum Beispiel Halsketten aus Glas für die Daheimgebliebenen.

Aufregende Erlebnisse in spektakulären Nationalparks

Eine besondere Herausforderung stellte für mich, die etwas unter Höhenangst leidet, der Hängebrückenpark dar. Den Ausblick von einer 45 m hohen und  92 m langen Brücke konnte ich nicht wirklich genießen. Allerdings empfand ich die stetige Steigerung der Brückenhöhen als angenehm.

Fluss im Tropenwald

Eine aufregende Bootstour durch dichten Tropenwald war ebenfalls Teil der Reise.

Ein grandioses Naturschauspiel war der Tortuguero-Nationalpark, in welchem wir spannende Bootstouren auf den typischen Dschungelkanälen erleben durften. Hier entdeckten wir nicht nur zahlreiche Vogelarten, sondern gingen auch mit einem Kaiman auf Tuchfühlung. Eine Horde friedlicher Klammeraffen mit niedlichen Jungtieren direkt über uns in den Baumwipfeln unserer Dschungel-Lodge, rundete diese 2-Tagestour ab.

In dem wunderschönen Cahuita-Nationalpark waren nicht nur die malerischen Strände unvergesslich, sondern vor allem der Moment, der uns vor Augen führte, dass wir uns tatsächlich im Dschungel und damit in unberührter Natur befinden. Reiseleiterin Erika machte uns gleich zu Beginn unserer Dschungeltouren darauf aufmerksam, dass wir die befestigten Wege nicht verlassen sollen, weil eventuell Gefahren unter Blättern und Wurzeln für uns nicht gleich sichtbar sind. Bei unserer letzten Dschungeltour im eben genannten Park, der sich entlang schöner naturbelassener Strände schlängelt, trafen wir in unmittelbarer Nähe zu unserem Weg sogar auf eine von Costa Ricas Giftschlangen.

Jetzt sind schon einige Monate seit meiner Rückkunft vergangen und die Reise klingt bei mir immer noch im positiven Sinne sehr nach! Und eines ist ganz sicher: Das war definitiv nicht meine letzte Costa Rica-Reise!

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