Afrikas Regenbogennation 19. April 2024

Die Regenbogennation: Nelson Mandela und der Weg zur Einheit

WORLD INSIGHT

Südafrika, ein Land voll kultureller Vielfalt, hat nicht nur für Reisende viel zu bieten. Als „Wiege der Menschheit“ hat das Land eine reiche, aber vor allem bewegte Vergangenheit hinter sich.

Inmitten Südafrikas Geschichte des Wandels und der Herausforderungen tritt eine Figur ganz besonders in den Vordergrund – ein Mann, der das Bild des modernen Südafrikas geprägt hat wie kein anderer: Nelson Mandela.

Statuen von Nelson Mandela sind in ganz Südafrika zu finden, insbesondere an Orten von historischer Bedeutung, so wie hier vor den Union Buildings in Pretoria.

 

Die Geschichte der Regenbogennation

Die politisch und kulturell bewegte Vergangenheit der Regenbogennation hat die Bevölkerung, die Kultur und Gepflogenheiten unterschiedlich geprägt und zur Vielfalt des Landes beigetragen. Hierzu zählen vorwiegend afrikanische, indische, niederländische, englische und französische Einflüsse. Doch die Geschichte Südafrikas reicht viel weiter zurück, als die Ankunft der ersten europäischen Siedler: Einige der bedeutendsten archäologischen Funde deuten darauf hin, dass die Region eine Schlüsselrolle in der Entwicklungsgeschichte der menschlichen Spezies gespielt hat. In den Sterkfontein-Höhlen, dem Gebiet der Cradle of Humankind (Wiege der Menschheit) und den Makapansgat-Höhlen wurden Werkzeuge und Fossilien gefunden, die darauf hinweisen, dass hier bereits vor mehreren Millionen Jahren frühmenschliche Vorfahren gelebt haben.

Im späten 15. Jahrhundert erreichten portugiesische Seefahrer als erste europäische Entdecker die Küste Südafrikas. Im 17. Jahrhundert begann die Kolonialisierung des Landes, als europäische Seefahrer die ersten Handelsposten an der Küste errichteten. Heute als das Kap der Guten Hoffnung bekannt, gründete die niederländische Ostindien-Kompanie 1652 hier eine Versorgungsstation. Die Siedlung war der Anfangspunkt für die koloniale Expansion in das Landesinnere. Mit der Ankunft der Siedler begann die dauerhafte europäische Präsenz.

 

Das „Castle of Good Hope“ oder „Schloss der Guten Hoffnung“ wurde nach Vorbild des europäischen Festungsbaus des 17. Jahrhunderts errichtet. Die Fertigstellung der Anlage hat über 30 Jahre gedauert.

 

Mit der Abschaffung der Sklaverei in britischen Kolonien 1834 sollte sich eines der dunkelsten Kapitel Afrikas eigentlich schließen. Durch tiefgreifende soziale und politische Spannungen zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen wurde die Integration in die Gesellschaft für die nicht-weiße-Bevölkerung jedoch gehemmt. Diskriminierung und wirtschaftliche Benachteiligungen breiteten sich immer mehr aus – und schufen den Nährboden für die Einführung der Apartheid und den damit verbundenen Kampf um Freiheit und Gleichberechtigung in Südafrika.

 

Nelson Mandela – Der Vater der Nation

Nelson Mandela wurde im Juli 1918 als Rolihlahla Mandela in Mvezo, einem Ort in der südafrikanischen Provinz Ostkap, geboren. „Rolihlahla“ ist ein traditioneller Name des Volkes, der übersetzt so viel bedeutet wie „der Streitbare“ oder „der Unruhestifter“. Als Teil des Xhosa-Volkes wurde er in der traditionellen Kultur seiner Gemeinschaft erzogen. Während seiner Schulzeit besuchte er eine Missionsschule, wo er von einem Lehrer den Namen Nelson erhielt – da er westlicher und einfacher auszusprechen war.

Bereits während seiner Studienzeit engagierte sich Mandela aktiv im politischen und sozialen Leben Südafrikas. 1944 trat er dem African National Congress (ANC) bei – einer Organisation, die den Widerstand gegen die Apartheid organisierte. Sein Beitritt zum ANC markierte den Beginn seiner langen und bedeutenden Karriere als Anführer im Kampf gegen die Ungerechtigkeiten und für die Freiheit und Gleichberechtigung in Südafrika.

 

Während der Apartheid wurde die Bevölkerung in allen Hinsichten getrennt.

 

Als die Apartheid im Jahr 1948 offiziell eingeführt wurde, führte dies zu grundlegenden Veränderungen im politischen und sozialen Leben des Landes – und zu weiteren Nachteilen für die nicht-weiße-Bevölkerung. Die National Party, eine politische Partei, die die Ideologie der Rassentrennung unterstützte, gewann 1948 die allgemeinen Wahlen in Südafrika. Mit der gewonnenen Wahl wurden die ersten Gesetze zur Trennung der Bevölkerungsgruppen direkt umgesetzt.

Zu dieser Zeit arbeitete Nelson Mandela bereits als ausgebildeter Anwalt und setzte seine juristischen Fähigkeiten dazu ein, gegen die Ungerechtigkeit der Apartheid vorzugehen. Als Mitglied und Aktivist des African National Congress wurde er für seinen Widerstand gegen die National Party und die Gesetze der Apartheid jedoch mehrmals verhaftet.

Am 5. August 1962 wurde Mandela von der südafrikanischen Polizei im Zuge seines gewaltfreien Widerstands gegen die Apartheid wegen Hochverrats und Sabotage verhaftet. Mandela und andere Aktivisten waren angeklagt, eine bewaffnete Untergrundorganisation gegründet und terroristische Aktivitäten geplant zu haben. Nach einem spektakulären Gerichtsverfahren wurde er am 12. Juni 1964 zu lebenslanger Haft verurteilt und verbrachte insgesamt 27 Jahre seines Lebens im Gefängnis. Der Prozess „The State versus Nelson Mandela and others“ wurde damals international verfolgt: Ein Wendepunkt in der Geschichte Südafrikas, der die Entschlossenheit der Bevölkerung zeigte, gegen die Unterdrückung und Diskriminierung durch die Apartheid-Regierung zu kämpfen und für ihre Rechte und ihre Freiheit einzustehen – koste es, was es wolle. Die Regierung reagierte auf den steigenden Widerstand mit zunehmender Repression und Verhaftungen von Aktivisten.

Nach einem langen und dunklen Kapitel der südafrikanischen Geschichte führte der zunehmende internationale Druck in den späten 1980er-Jahren – insbesondere durch Sanktionen und Boykotte – zu Verhandlungen der südafrikanischen Regierung mit der Opposition und dem African National Congress.

Unter dem damaligen Staatspräsidenten F.W. de Klerk wurden verschiedene Reformen angekündigt, darunter die Aufhebung des Verbots des ANC und die Freilassung von politischen Gefangenen.

Heute ist Nelson Mandela auf fast jeder Rand-Banknote zu sehen.

Am 11. Februar 1990 wurde Nelson Mandela aus dem Gefängnis entlassen, ein entscheidender Moment in der Geschichte Südafrikas, der den Übergang von der Apartheid zur Demokratie einläutete. Mandela spielte eine führende Rolle bei den Verhandlungen für einen demokratischen Wandel und wurde mit dem Sieg des African National Congress bei den historischen Wahlen von 1994 zum ersten demokratisch gewählten Präsidenten Südafrikas.

 

Eine Nation, so bunt wie ihre Flagge

Die neue Ära wurde geprägt durch die wirtschaftliche und soziale Transformation des Landes in Richtung Einheit und Frieden. In seinen Reden und Schriften benutzte Mandela selbst oft den Begriff der „Regenbogennation“, der ganz besonders nach dem Ende der Apartheid symbolisch für den Übergang von der Segregation und Spaltung zu einer Gesellschaft der Inklusion und Einheit verwendet wurde.

Heute ist Südafrika ein Symbol für Versöhnung und Vielfalt: Die reiche Mischung aus Kulturen, Sprachen, Ethnien und Religionen, die zusammenkommen, um eine einzigartige und bunte Nation zu bilden. Trotz der Herausforderungen, mit denen das Land konfrontiert wurde, blieb die Vision einer Regenbogennation lebendig und inspirierte Menschen auf der ganzen Welt, für eine gerechtere und inklusivere Gesellschaft einzutreten.

Jede Farbe und jedes Element der Flagge repräsentiert verschiedene Aspekte der südafrikanischen Gesellschaft.

In Südafrika gibt es allein 11 offiziell anerkannte Amtssprachen (Afrikaans, Englisch, Süd-Ndebele, Xhosa, Zulu, Nord-Sotho, Sesotho, Setswana, Swati, Tshivenda, Tsonga), wobei es noch weitaus mehr Sprachen und Dialekte gibt. Auch die Nationalhymne vereint in ihren Strophen die am häufigsten gesprochenen Sprachen isiXhosa, isiZulu, Sesotho, Afrikaans und Englisch. Diese Vielfalt spiegelt sich auch farblich in der Nationalflagge der Regenbogennation wider.

 

 

Auch auf unserer Erlebnisreise Südafrika mit eSwatini beschäftigen wir uns mit Nelson Mandela und der Geschichte des Landes. Hier besuchen wir Nelson Mandelas Heimat: die ehemalige Transkei und den Ort, an dem er 1962 festgenommen wurde. Auf dem Gelände der sogenannten Nelson Mandela Capture Site steht heute ein Besucherzentrum, ein kleines Apartheid-Museum und ein beeindruckendes Kunstwerk, das aus zahlreichen vertikalen Stahlsäulen besteht. Wenn man von einem bestimmten Blickwinkel auf das Kunstwerk schaut, formen die Säulen das Bild von Nelson Mandela.

 

Die Säulen auf der Nelson Mandela Capture Site ergeben aus einem bestimmten Blickwinkel das Porträt des Nationalhelden.

 

Erfahre mehr über das südliche Afrika

 

 

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