Vietnam mit Kambodscha 8. Mai 2017

Traumhaftes Indochina

Verwunschene Tempelanlagen, beeindruckende Landschaften, das quirlige Treiben in den Städten und die unvergleichliche Herzlichkeit der Menschen – Vietnam und Kambodscha haben Irene Meißner verzaubert.

Man muss das Glück unterwegs suchen, nicht am Ziel, denn da ist die Reise zu Ende.

Ankunft in Hanoi: Hong, unser Reiseleiter im Norden von Vietnam, sammelt uns ein. Zuerst einmal hole ich wunderbaren vietnamesischen Kaffee für unsere Lebensgeister. Das ist auch gut so, denn Hong führt uns gleich durch die Stadt. Die Straßen um uns sind voller Mopedfahrer, die hupend und oft abenteuerlich beladen um uns herumwuseln.

Am Literaturtempel haben sich eben Studenten für ihre Abschlussfeier versammelt. Zwischen stolzen Familienangehörigen stehen reizende Mädchen mit Blumenkränzen im Haar und junge Männer im Talar und mit Doktorhut. Ein beeindruckendes Erlebnis für uns übermüdete Reisende. Die Tempelanlage ist großartig. Über drei prächtige Portale steigen wir hinauf zum Wahrzeichen von Hanoi.

Nachmittags bummelt Hong mit uns dann durch die Altstadt. Wir sind überfordert. Staunend stolpern wir über die vollen Straßen: Die Trattoirs sind belagert von Mopeds, Kabelgewirr, Baumwurzeln und Imbissständen. Abends gehen wir ins Wasserpuppentheater. Es geht heiß her bei der Geschichte von Kim Qui, seinem Schwert und der hilfreichen Schildkröte, aber trotzdem kämpfen wir mit dem Schlaf.

Durch die Halong Bucht

Am nächsten Tag fahren wir zur Halong-Bucht. Gegen Mittag sind wir am Anleger. Große Kabinen mit Panoramafenstern und ein wunderbares Menü erwarten uns. Die junge Crew ist sehr effizient und freundlich. Durch ein Gewirr von Karstfelsen schippern wir zu einer Sandbucht, wo wir paddeln und schwimmen können. Danach gibt es eine Showeinlage: Der junge Koch macht aus Gemüsesorten einen üppigen Strauß, was bei ihm ganz einfach aussieht. Danach dekoriert er unser tolles Buffet. Das Abendessen ist ein fröhlicher Ausklang des zweiten Tages.

Die Halong-Bucht im Norden von Vietnam

Nebel in der Halong-Bucht sorgt für eine besonders mystische Atmosphäre.

Bei leichtem Regen legen wir am nächsten Morgen mit dem Boot bei einer Höhle an. Nach einem frühen Mittagessen geht es mit dem Bus zurück nach Halong. Wir fahren weiter in den Süden nach Ninh Binh. Wir machen Halt in Hai Pong. Das Leben in dieser kleinen Stadt ist sehr interessant: Zierliche Müllwagenfahrerinnen hantieren mit großen Containern. Ein Friseur und ein Zahnarzt arbeiten auf dem Bürgersteig – die Zahnbehandlung hat viele Zuschauer. Es dunkelt schon als wir noch die schöne Keo-Pagode besuchen.

Wir starten den Tag mit einer netten Bootsfahrt auf dem Boi-Fluss. Auch hier in der trockenen Halong-Bucht gibt es die schönen Karstfelsen. Unsere Ruderin arbeitet mit den Füßen, was ganz locker aussieht, wie Fahrradfahren. Bei Ninh Binh liegt Hoa Lu, was im ersten Reich der großen Viet eine Königsstadt war. Wir besichtigen die Palastruinen und die Pagode. Nachmittags gehen wir von unserem Hotel in Van Lam zur Pagode der Smaragdgrotte, Bich Dong. Steile Felsstufen führen zu dem alten Tempel mit verschiedenen Gebäuden und Höhlen. Abends machen wir noch einen netten Spaziergang über die Reisfelder zu dem neuen Tempel Chua Bai Dinh. Dort findet gerade eine traditionelle Zeremonie mit Tanz und Getrommel statt. Auf unserem Rückweg scheint der Mond über den Felsen und Vogelschwärme fliegen durch die Luft- eine schöne Abendstimmung!

Hoch in den Bergen

Am nächsten Tag fahren wir Richtung Nordwesten in die Berge nach Mai Chau. Auf dem Cun Pass, der 1.200 m hoch liegt, findet ein kleiner Bauernmarkt statt. Suppe kocht hinter Ständen in fotogener Berglandschaft. Dort grasen auch einige der zierlichen Kühe zwischen viel Plastikmüll. Dann kommen wir nach Mai Chau. Von Bergen eingerahmt liegt das Dorf in einem kleinen Tal. Unser Homestay ist ein luftiges Pfahlhaus, wo wir auf Matratzen auf dem Boden schlafen. Auf einer kleinen Terrasse über den Reisfeldern essen wir. Zwischen den Pfählen der Häuser stehen überall Webstühle, auf welchen schöne bunte Schals entstehen. Wir wandern durch das Dorf und erleben die friedliche Kultur der Bewohner. Hier haben die Frauen das Sagen. Die Männer sehen wir im Feld, beim Hüten der Kinder und beim Aufhängen der Wäsche.

Marktfrau

Eine Frau verkauft auf dem Markt tropische Früchte.

Heute radeln wir rund ums Dorf und haben viel Spaß dabei. In Mai Chau ist sonntags Markt. Da gibt es für uns Touristen wieder viel zu staunen. Ein Traum sind die wunderbaren Früchte: die rote hübsche Drachenfrucht, die riesige grüne Jackfrucht, kleine Ananasse und Bananen. Exotische Sachen gibt es auch: lebende Heuschrecken, Raupen, Egel, Kröten, Welse, und seltsame rote Pilze – Wir staunen wie die Kinder. Nach einem frühen Mittagessen im Homestay geht es zurück nach Hanoi. Dort bummeln wir noch ein wenig durch die abendliche Stadt.

Auf nach Hué

Dann müssen wir zum Bahnhof, wo wir uns von unserem Fahrer und Hong verabschieden. Unser Reiseleiter im Norden Vietnams hat in der DDR gearbeitet und deutsch gelernt. Er ist 58 Jahre alt, ein zurückhaltender, einfühlsamer und achtsamer Mensch, den wir zu schätzen lernten. Dann rattern wir auch schon in Schlafabteilen uralter Waggons durch die Nacht auf dem Weg nach Hué.

Nguyen, unser Reiseleiter in Zentralvietnam, empfängt uns bei unserer Ankunft in Hué mit gutem Deutsch. Bei schwülwarmen 27 °C fahren wir zur Zitadelle von Hué, eine beeindruckend große Anlage mit dicken Mauern und Wassergräben. Darin befinden sich die Königsstadt und „die verbotene Stadt.“ Interessante Tore verbinden die verschiedenen Teile. Parkanlagen mit schönen Bonsais machen die Besichtigung angenehm. Abends gibt es dann bei Vollmond ein wunderbares Essen in einem einfachen Restaurant. Hué ist bekannt für seine gute Küche: Pfannkuchen mit Obst- oder Gemüsefüllung, im Bananenblatt gegarte Shrimps – alles ist köstlich. Danach gibt es für uns noch einen Mojito mit Limone und Pfefferminze – ein gelungener Abend.

Drachenboot auf dem Parfüm-Fluss

Auf dem Drachenboot ist auch Platz für Pflanzen.

Am nächsten Tag gehen wir dann gemeinsam zum nahen Parfüm-Fluss, wo die bunten Drachenboote schon auf uns warten. Eine Stunde fahren wir auf dem breiten schönen Fluss und besichtigen Chua Thien Mu, ein Kloster. Danach geht es ans andere Ufer, wo die Fahrräder schon bereitstehen. Durch Dörfer und Gassen radeln wir zum Tu Duc Grabmal und weiter zum Minh Mang Mausoleum. Die Atmosphäre in diesen Anlagen ist wirklich berührend: Kleine Kühe grasen hier und spiegeln sich im See.

Über den Wolkenpass

Wir fahren entlang der Küstenstraße über den Wolkenpass nach Hoi An. Zwischendurch machen wir eine kleine Pause am Meeresstrand, wo wir unsere Füße baden. Wir kommen nach Da Nang und machen einen Rundgang durch das Cham-Museum. Später wandern wir durch die nahen Marmorberge. Eine reizende Pagode schmiegt sich an den Fels und Altare sind in die Ecken und Nischen am Wegesrand gebaut. An einem weiteren Kloster steigen wir hohe Stufen hinab zum Bus, der uns nach Hoi An bringt. Dort haben wir Zimmer in dem reizenden Hotel Kim An mit Feng Shui Einrichtung zum Wohlfühlen. Zu Abend essen wir in dem einfachen Lokal nebenan.

Fischverkäuferin

Fisch ist eines der Hauptnahrungsmittel in Vietnam.

Am nächsten Morgen regnet es in Strömen. Wir machen einen Marktbummel mit der Köchin, denn heute steht ein Kochkurs an. Im ersten Stock sind unsere Kochplätze perfekt vorbereitet. Hände waschen, Schürzen an und Mützen auf – los geht es! In kleinen Gruppen bereiten wir frische Frühlingsrollen, Fisch im Bananenblatt und sogenannte Moneybags zu. Es macht großen Spaß. Nachmittags bummeln wir durch den hübschen Ort. Abends wird alles mit schönen Lampions beleuchtet. Es gibt keinen Verkehr, nur beleuchtete Boote treiben auf dem kleinen Fluss – es ist zauberhaft!

Im Mekong-Delta

Wir fliegen nach Saigon. Am Flughafen erwartet uns Toni, unser nächster Reiseleiter. Wir fahren und laufen durch die Stadt und sehen dabei die schön restaurierte Post im Kolonialstil, die Notre-Dame-Basilika, den Präsidentenpalast, die Oper und das Kriegsmuseum. Abends tigern wir noch einmal los. Toni hat uns ein Lokal beim Präsidentenpalast empfohlen, das sehr lohnenswert ist.

Stelzenhäuser im Mekonkdelta

Im Mekong-Delta sind immer wieder solche Stelzenhäuser zu sehen.

Am nächsten Tag machen wir uns auf den Weg zum Mekong Delta. Bei kleinen Handwerksbetrieben halten wir an. Mit einfachsten Mitteln werden hier Lebensmittel hergestellt. Eine Frau macht Reiskuchen über dampfenden Kochtöpfen. Andere bereiten aus Zucker und Kokosmilch sehr süße Karamellen zu. Dann machen wir eine Bootsfahrt durch das Delta. In Vinh Binh legen wir an. Dort ist unser einfaches Homestay für diese Nacht. Zum Sonnenaufgang gehen wir ans Flussufer und fahren anschließend mit dem Boot zurück zum Bus. Unser nächster Halt ist ein berühmter Zoo, der sich auf Schlangen spezialisiert hat. Es wird dort auch Schlangen-Serum gewonnen, um Gegengifte herzustellen. Schlangenbisse sind weit verbreitet in diesem feuchtwarmen Gebiet.

Fünf Mitglieder unserer Reisegruppe fliegen schon heute zurück. Reiseleiter Toni begleitet die restlichen Personen auf der Fahrt zur kambodschanischen Grenze. Reiseleiterin Meta erwartet uns dort in einem kleinen Bus. Die Koffer werden um den Fahrer herum gestapelt, damit wir alle genug Platz haben. Unser Hunger wird mit Bananen gestillt, die Meta schnell noch besorgt hat. Nachmittags machen wir eine kleine Bootsfahrt auf dem Tonle Toch-Fluss nach Prasat. Wir steigen an einfachen, gepflegten Hütten aus. Wir machen noch einen Spaziergang durch das Dorf bevor wir gut zu Abend essen.

Zu Besuch in der WORLD INSIGHT Englischschule in Prasat

Am nächsten Tag besuchen wir die Schule, die von WORLD INSIGHT unterstützt wird. Für die Schulkinder sind wir eine willkommene Abwechslung. Unsere kleinen Mitbringsel und Spenden lassen die Kinder natürlich strahlen. Anschließend machen wir Rast in Udong, was im 17. Jahrhundert eine Königsstadt war. In bescheidenen Ausmaßen liegen die alten Paläste im Ort. Auf einem nahgelegenen Hügel sind mehrere Königsgräber zu besichtigen. Wir übernachten heute in Battambang, einer ehemaligen Kolonialstadt.

In Siem Reap, unserer nächsten Station beziehen wir das Hotel New Riverside, welches sehr gepflegt und mit einem Pool und einem schönen Garten ausgestattet ist. Nach einem Mittagsmahl fahren wir zum Tempel in Angkor Wat. Bei der Ankunft erleben wir einen kräftigen Schauer. Wir besichtigen die berühmteste Anlage zuerst, schon der Eingang ist überwältigend. Kleine Jungen spielen in den Pfützen am Beginn der langen Prozessionsstraße, die zum Tempel führt. Eine Gruppe von Mönchen steht am Tempeleingang. Die orangeroten Saris spiegeln sich in den Pfützen. Die riesige Anlage ist atemberaubend – kaum zu beschreiben.

Tempelanlagen, Wasserbüffel und Reisfelder

Sonnenaufgang Angkor

Magisch: Die Sonne geht im Hintergrund der Tempelsilhouette von Angkor auf.

Um fünf Uhr am nächsten Morgen machen wir uns mit Tuk Tuks auf den Weg zum Tempel, um den Sonnenaufgang zu sehen. Danach fahren wir mit drei Motorrad-Rikschas zu den Tempeln in Angkor Thom. Das schmale Eingangstor sowie die Tempeltürme dahinter sind mit großen Steinköpfen gekrönt. Am Eingang zu dem großen, kompakten Tempel entdecke ich auch wunderbar erhaltene Reliefszenen.

Ein nachmittäglicher Regenguss: Wir besichtigen mit nassen Füssen Ta Phrom, eine von Würgefeigen überwucherte Tempelanlage. Der nächste Tempel, Ta Kheo, ist mit hohen Pyramidenstufen ausgestattet. Mit dem Bus fahren wir anschließend eine Stunde über fruchtbares Land, sehen Wasserbüffel, Reisfelder und Mangobäume. Wir gelangen zur Roluos-Gruppe, drei faszinierende Tempelbauten, und zum Banteay Srei, einer hinduistischen Tempelruine. Die alten Tempel, zum Teil verwittert, verfallen und mit Würgefeigen überwuchert, sind faszinierende Bauten.

Nördlich von Siem Reap geht es dann auf ein Boot und wir fahren auf dem Tonle-Sap-See, dem größten See Ostasiens. In Phnom Penh besichtigen wir den Königspalast, der aussieht wie aus dem Bilderbuch. Im Park mit den gepflegten Gebäuden der Palastanlage herrscht eine sehr schöne Atmosphäre. Die Silberpagode, das Empfangs- und das Thronzimmer sind beeindruckend. Dann besichtigen wir die große Pagode auf dem Hügel, welche ebenfalls von einem schönen Park umgeben ist. Die zentrale Markthalle im Art déco-Stil, von den Franzosen in den 1930er Jahren erbaut, ist licht und hell. Abends essen wir im Bopha Phnom Penh Titanic Restaurant. Unser letzter Tag! Nach dem Packen gehen wir noch ein wenig in die Stadt. Zum letzten Mal stapeln wir die Koffer im Bus. Reiseleiterin Meta verabschiedet sich und bringt uns zum Flughafen.

Das war eine wunderbare Reise mit schönen Erlebnissen, vielen Eindrücken in einer netten Gruppe!

Ein Dank zum Abschluss

Meine aufrichtige Bewunderung gilt den tüchtigen und reizenden Frauen in Vietnam: die junge Managerin auf dem Halong Schiff, die zierliche Köchin in Hoi An, die Frauen auf der Baustelle in Hué, die morgens um sechs Uhr Beton gegossen haben, die Müllwagenfahrerinnen in Hai Phong, die Arbeiterinnen bei der Zuckerrohrernte, die Markfrauen auf dem zugigen Cun Pass, die Ruderinnen in Van Lam, die Absolventinnen am Literaturtempel in Hanoi, die Fischverkäuferin mitten auf der regennassen Straße in Hoi An, die Stickerinnen und die Marmor-Poliererinnen.

Dazu gehört natürlich auch unsere Reiseleiterin in Kambodscha, Meta, die uns mit mütterlicher Fürsorge bei Regen und Hitze betreut hat. Im Bus bot sie uns Bananen und kühle Getränke an und bei den Tempeln in Angkor wartete sie mit unendlicher Geduld auch noch auf die letzte Fotografin.

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