Produktmanager on tour 24. Juli 2017

Vom perfekten Start einer Guatemala-Reise

Auf Inspektionstour in Guatemala: WORLD INSIGHT-Produktmanagerin Renate Sorban besuchte die koloniale Perle Antigua, den berühmten Markt von Chichicastenango und den Atitlán-See, einen der schönsten Seen der Welt.

Vor mir erstreckt sich das bunte Häusermeer Antiguas, am Horizont zeichnen sich die Silhouetten der drei umliegenden Vulkane gegen die tief hängenden Wolken ab. Kaum zu glauben, dass ich erst vor einer Stunde auf dem Flughafen von Guatemala-Stadt gelandet bin. Hübsch und friedlich präsentiert sich mir die koloniale Perle Antigua: Ganz anders als die Hauptstadt Guatemalas dominieren hier gemütliche mit Kopfstein gepflasterte Gassen, hübsche Kolonialhäuschen, die nicht endlos in den Himmel wachsen, sondern fast ehrfürchtig den Blick auf die umliegenden Vulkankegel freigeben, und bunt gestrichene Fassaden, die ein wohliges Gefühl hinterlassen wie Sonnenstrahlen. Antigua ist der perfekte Start für eine Guatemala-Reise!

Lebendige Ruinen im „kolonialen Kleinod“

Reiseleiter Luis Ramirez führt durch das farbenfrohe Antigua.

Als ich zusammen mit unserem Country Manager Roger Brenner und Reiseleiter Luis Ramirez durch die Straßen schlendere, lasse ich mich von der hübschen Kulisse in den Bann ziehen. Die Bezeichnung „koloniales Kleinod“ ist keine Floskel, sie passt einfach perfekt. Am Hauptplatz, dem Zocalo, lassen wir uns einen echt guatemaltekischen Kaffee schmecken und genießen die entspannte Atmosphäre der Stadt, die 1979 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde.

Am Nachmittag eröffnet sich uns ein fantastischer Panoramablick vom Aussichtspunkt Cerro de la Cruz. Während ich nun auf Antigua in der Talsenke blicke, erzählt mir Luis von der Geschichte der Stadt.

In einer alten Kirchenruine lagern Wagen für die Osterprozession.

Zwei verheerende Erdbeben 1773 und 1976 hat sie überstanden. Heute erinnern daran die Ruinen einiger Barockkirchen, die von hier oben als farblose Inseln aus dem sonst farbenfrohen Stadtbild herausstechen.

Vergessen sind sie keineswegs: Oft werden vor den Kirchen kleine Märkte abgehalten und so den sakralen Ruinen wieder Leben eingehaucht. In einer der Ruinen entdeckten wir sogar Umzugswagen für die alljährliche Osterprozession, die dort von einem Gitterzaun geschützt gelagert werden.

In „Chichi“ auf dem Markt der Maya

Der berühmte Markt von Chichicastenango drängt sich an die Treppen zur Kirche Santo Tomás.

Weiter geht es nach Chichicastenango. Ich freue mich riesig auf den lokalen Markt von „Chichi“, wie die Stadt liebevoll von den Einheimischen genannt wird. Es gibt zwei Markttage in der Woche, wir haben zum Glück einen erwischt. Außerdem ist gerade Nebensaison und wir begegnen nur wenigen Touristen. Beste Voraussetzungen also, um sich, betört von den unzähligen Farben und Gerüchen, die uns umgeben, über den wohl berühmtesten Markt Mittelamerikas treiben zu lassen. Die Stände drängen sich dicht an dicht auf dem Vorplatz der Kirche Santo Tomás, die auf den Ruinen eines alten Maya-Tempels erbaut wurde. Vor allem sind es Nachfahren der Maya aus den umliegenden Dörfern, die hier ihre bunten Waren feilbieten.

Die bunten Muster sind Erkennungsmerkmale der unterschiedlichen Maya-Gruppen.

Jede Maya-Gruppe hat als Identifikationsmerkmal ihre eigenen farbenfrohen Muster, mit denen sie ihre Tücher und Taschen zieren. Es ist unglaublich spannend den Markt zu durchstöbern, denn es lässt sich so ziemlich alles finden: von Stoffen und Masken, über mehr oder weniger exotischem Obst – wir entdecken hier zum Beispiel auch die roten Bananen –, Gemüse und Fisch bis hin zu Blumen und allerlei Heilkräutern.

Eine Heilerin preist ihre Ware in Maya-Sprache an.

Luis reicht mir eine verzierte Kalebasse, die als Tasse dient. Ich soll ein Hafergetränk probieren, das sehr gesund sein soll, und tatsächlich schmeckt es gar nicht so schlecht! Plötzlich entdecken wir eine Heilerin, die, umgeben von vielen Marktbesuchern, auf ihrem Maya-Dialekt verschiedene Kräuter und Mixturen anpreist und deren Wirkung sie Ihren Zuhörern erklärt. Ich bin fasziniert von der uralten Sprache, die ich noch nie zuvor gehört hatte und die so anders klingt.

Auf Knien zum Altar

Vor der Kirche Santo Tomás sind die Stufen rußverschmiert durch die Verbrennung von Opfergaben.

Wir gehen weiter zur Kirche Santo Tomás, die einst auf den Ruinen eines Maya-Tempels erbaut wurde. Wir beobachten interessiert den hier gelebten Synkretismus: Vor den Stufen der Kirche beten Nachfahren der Maya unentwegt, Schamanen schwenken einen waagerecht auf ihren Händen liegenden Stock und versprühen dabei Weihrauch-Geruch, der sich in einer Wolke über den ganzen Markt verteilt. Auch in der Kirche bietet sich uns eine ungewöhnliche Szenerie: Drei Frauen robben auf ihren Knien vom Eingang der Kirche bis zum Altar am Ende des Kirchenschiffs.

Von der Empore der Markthalle lässt sich das bunte Treiben wunderbar beobachten.

An den Marktplatz grenzt auch das Rathaus der Stadt, in das wir einen Blick werfen wollen. Mir fällt eine Reihe von Stäben auf, die an Zepter erinnern. Luis erklärt mir, dass diese Stäbe jeweils zu einem politischen Vertreter eines Maya-Stamms gehören, denn die Maya-Politik ist mit an die Stadtpolitik angegliedert. Luis perfektes Deutsch imponiert mir, denn er war noch nie Deutschland. Er hat die Sprache im Goethe-Institut gelernt und sich auch viel selbst beigebracht – absolut beeindruckend!

Nach einem Mittagssnack auf einer Terrasse mit Blick auf den Markt verabschieden wir uns von dem bunten Treiben und steigen in unseren Bus – der Atitlán-See wartet auf uns. Auf dem Weg werden wir von einem starken Regenschauer überrascht, das Wasser fließt in Sturzbächen das Kopfsteinpflaster hinunter – unsere Reisegäste müssen sich um das Wetter keine Sorgen machen, unsere Reisen finden außerhalb der Regenzeit statt.

Stoffbeutel statt Plastiktüten am schönsten See der Welt

Eine Arbeiterin der Kooperative in San Juan erklärt die Herstellung ihrer Stoffe.

Schließlich erreichen wir den Hauptort am Atitlán-See: Panajachel. An den Wochenenden kommen viele Städter aus Guatemala-Stadt hierhin, um sich zu erholen. Schwere Regenwolken trüben heute die Sicht auf den See, der dank seiner Vulkankulisse zu den schönsten Seen der Welt zählt. Die Unterkünfte unserer Reisen liegen hier oft direkt am Wasser. Luis, Roger und ich steigen in ein Boot und machen einen Ausflug nach San Juan am gegenüberliegenden Ufer. Hier schauen wir uns eine Kooperative an, die Teil des Programms unserer Rundreisen ist und bei der unsere Reisegäste auch übernachten.

Guillermo, der Präsident der Kooperative, begeisterte Produktmanagerin Renate Sorban mit der Initiative, Stoffbeutel statt Plastikbeutel zu nutzen.

Das tolle an dem Ort ist, dass dort sehr viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt wird. Die Frauen in der Kooperative produzieren von der Farbe bis zum Stoff alles selbst. Uns erklären sie, wie sie die Fasern färben und zu Stoffen weben. Ihnen ist wichtig, dass dieses Wissen nicht verloren geht. Interessant ist auch unser Gespräch mit dem Präsidenten der Kooperative: Er erzählt uns, dass sie in San Juan auf Plastiktüten verzichten wollen und zeigt uns einen Stoffbeutel, den sie im Ort verteilen. Mit einer Übernachtung bei der Kooperative leisten unsere Gäste einen Beitrag dazu, dass die Kooperative weiter diese wichtige Arbeit machen kann.

Nach diesen tollen Eindrücken geht es für Roger, Luis und mich nun zurück nach Guatemala-Stadt, wo unsere Reiseleiter schon auf uns warten, da sie heute von uns geschult werden! Ich freue mich schon einige von ihnen wiederzusehen und unsere Neuanwärter kennenzulernen. Einen von ihnen hatte ich schon zufällig bei meiner Ankunft am Flughafen getroffen. Ein junger, unglaublich sympathischer Typ, der schon bald seiner ersten WORLD INSIGHT-Reisegruppe dieses wunderbare Guatemala zeigen wird!

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