Reisebericht Kambodscha 22. Juni 2017

Von mystischen Tempeln und einem Bad mit Elefanten

Kulinarische Köstlichkeiten, geheimnisvolle Tempelanlagen, faszinierende Begegnungen und atemberaubende Landschaften – Mandy Ludewig erlebte auf ihrer Kambodscha-Reise ein spannendes Highlight nach dem anderen.

25 Tage Urlaub – 25 Tage unterwegs in einem weit entfernten Land! Und das mit nur noch drei weiteren Reisenden. Von Frankfurt aus startete das große Abenteuer Kambodscha mit Zwischenstopp in Taipeh. In Phnom Penh angekommen ging es durch das Chaos der Hauptstadt direkt ins Hotel – und ins Bett. Schließlich lag eine lange Anreise hinter uns.

Nachmittags trafen wir uns wieder und bekamen eine Fußmassage. Kann denn ein Urlaub noch schöner anfangen? Weiter ging es zu einer kurzen Bootsfahrt auf dem Tonle Sap-Fluss, der sich durch ein besonderes Phänomen auszeichnet. In der Regenzeit führt der Mekong, in den der Tonle Sap mündet, so viel Wasser, dass der Tonle Sap zurückgedrängt wird und somit seine Richtung ändert.

Einheimische Spezialitäten und eine Stadterkundung

Abends lernte sich unsere kleine Gruppe bei einem Welcome-Dinner besser kennen. Es gab alle kambodschanischen Spezialitäten – ganz besonders lecker war der Fisch-Amok, in Kokosmilch und Gewürzen gekochter Fisch. Am nächsten Tag erkundeten wir die Hauptstadt – angefangen vom Königspalast über die Silberpagode und den Wat Phnom. Dieser Berg gab der Hauptstadt ihren Namen. Im Jahre 1372 fand die Witwe Frau Penh am Ufer des Mekong vier bronzene Buddha-Statuen, die sie auf den Berg „Wat Phnom“ (Tempel auf dem Hügel) brachte. Phnom Penh bedeutet also „Hügel der Frau Penh“.

Der hübsche Garten des Nationalmuseums bietet tolle Fotomotive.

Weiter ging es zum Nationalmuseum, in dessen hübschem Garten jedes Fotografenherz aufblüht. Wie perfekt die vier kleinen Teiche mit den terrakottafarbenen Gebäudeteilen harmonierten. Herrlich! Aber auch die schreckliche Geschichte Phnom Penhs lernten wir kennen. Das Tuol Sleng, eine ehemalige Schule, wurde zur Zeit der Roten Khmer (1975 bis 1979) in ein Foltergefängnis umgebaut.

Die Roten Khmer wollten Kambodscha in eine Agrargesellschaft zurückführen und verantworteten den Tod von geschätzt 1,5 bis 2 Millionen Menschen – einem Viertel der damaligen Bevölkerung. Kaum eine Familie, die von den Gräueltaten verschont wurde und keine Opfer zu beklagen hatte.

Auf wilder Fahrt durch Reisfelder

Mit dem Bambuszug geht es rasant durch die Landschaft.

Am nächsten Tag ging es weiter – auf einer ca. 300 Kilometer weiten Reise quer durch das Land. Wir besuchten die Stupas in Udong – über 500 Stufen galt es bei über 30 °C zu erklimmen. Die Aussicht entschädigte aber für vieles. Richtig abenteuerlich ging es in Battambang auf dem Bambuszug „Norry“ zu. Das sind drei Meter lange Bambusstangen, die in einem Holzgestell zusammengehalten werden. Dazu zwei Sätze Räder und ein 6 PS-starker Motor und los geht die rasante Fahrt mit ca. 40 km/h über Reisfelder vorbei an kleinen Dörfern.

Früher war diese Bambusbahn die einzige Verbindung für die Menschen in den kleinen Dörfern. Heutzutage führen Straßen dorthin, weswegen die Bambusbahn nur noch für Touristen zur Verfügung steht – und das wohl auch nur noch so lange, bis die Eisenbahn in Kambodscha wieder eingesetzt wird.

Mystische Tempelanlagen

Mandy Ludewig zählte 32 Arme bei deisem Lokeshvara.

Ein Abstecher nach Banteay Chhmar führte uns zu einem beeindruckenden Tempel. Außer uns waren vielleicht noch zehn andere Touristen da. Herrlich, diese Ruhe und Abgeschiedenheit. Der Tempel ist zu 80 % verfallen, aber gerade das machte die Faszination aus. Wie Entdecker schlichen wir durch die eingefallenen Gänge und stiegen über riesige Felsbrocken. Die Bäume haben schon längst vom Mauerwerk Besitz ergriffen. Auf einer Seite kann man noch sehr gut einen Lokeshvara mit 32 Armen sehen. Wahnsinn, mit welcher Akribie früher vorgegangen und mit wie viel Arbeit die gesamten Wandreliefs erstellt wurden.

Endlich näherten wir uns nun dem Highlight eines jeden Kambodscha-Besuchs: Siem Reap, die Stadt neben der riesigen Tempelanlage Angkor. Und es gibt nicht nur Angkor Wat! Nein, Angkor war die zu damaligen Zeiten vermutlich einzige Metropole, so groß wie heute Manhattan. Eine riesige Stadt, die aus unglaublich vielen Tempeln besteht, von denen heute einige für Touristen zugänglich sind. Klar, dass da mindestens vier Tage nötig waren. Und erstaunlich, dass trotz der vielen Gemeinsamkeiten von Tempeln jeder mit einem anderen Highlight auf aufwarten konnte.

In den mystischen Ruinen fühlt man sich wie Indiana Jones.

Angkor Wat in seiner beeindruckenden Gänze: Der „Lara Croft“-Tempel Ta Prohm, bei dem die Bäume über die Mauern zu fließen scheinen. Banteay Srei mit seinen plastischen Reliefs in den Dachgiebeln. Der Baphuon-Tempel mit einem 75 m langen, liegenden Buddha an der Fassade. Der Preah Neak Pean, der über einen langen Steg zu erreichen ist und so eine unglaubliche Ruhe ausstrahlt. Koh Ker mit dem Prasat Pram, dessen Gebäude fast völlig von Wurzeln überwuchert sind. Der Gesichtertempel Bayon, bei dem man sich von den über 200 an die Türme gemeißelten Gesichtern fast verfolgt fühlt.

Ein Bad im Vulkansee und ein Besuch in der WORLD INSIGHT Englischschule

Aber wir erlebten noch so viel mehr: eine Seidenfabrik in Stung Treng, in der junge Frauen Arbeit bekommen und ihre Kinder in der Schule bzw. dem Kindergarten auf dem Gelände abgeben können. Banlung mit seinem fantastischen Vulkansee, in dessen glasklaren Wasser wir ewig hätten schwimmen können. Wasserfälle in Bousra, Tatai und am heiligen Berg Phnom Kulen. Mangrovenwälder in Koh Kong, die wir sowohl auf dem Landweg als auch mit dem Boot erkundeten.

Die Kinder der Dorfschule von Prasat sind wissbegierig.

Oder das kleine Örtchen Prasat, in dem WORLD INSIGHT eine Ökolodge gebaut hat – mit kleinen, zauberhaften Hütten, die nur aus zwei Matratzen und Moskitonetzen bestehen. Abends gab es im „Restaurant“ frisches Gemüse und Fleisch und wir konnten uns unser eigenes Barbecue zaubern. Am nächsten Tag durften wir die Englischschule besuchen und uns in die hinteren Bankreihen verkriechen. Was legten die Kinder doch für einen Ehrgeiz an den Tag! Jeder wollte unbedingt an die Tafel und zeigen, was er oder sie kann.

Auf Tuchfühlung mit Elefanten

Mandy Ludewig freute sich mit Elefanten auf Tuchfühlung zu gehen.

Unvergessen bleibt auch der Ausflug mit den Elefanten in Sen Monorom. Wir schlossen uns einer kleinen Gruppe an und durften mit Elefanten spazieren gehen. Unsere Wanderstöcke, Zuckerrohr, nahmen uns die Dickhäuter sofort ab und kauten sie genüsslich. Wir durften dann Auberginen, Kürbisse und Pilze schneiden, die in einem frisch abgeschnittenen Bambusrohr über offener Flamme gegrillt worden. Die Reste bekamen natürlich die Elefanten. Und nach dem Essen gingen wir baden – mit den Elefanten.

Der weiße Sandstrand Kambodschas ist wie aus dem Bilderbuch.

Wir bekamen Wassereimer und Schrubber in die Hand gedrückt und durften mit den freundlichen Riesen im Wasser abtauchen.

Natürlich kam auch das Entspannen und Baden nicht zu kurz. In einigen traumhaft schönen Hotels im Süden hatten wir die Qual der Wahl zwischen dem erfrischenden Pool und den fast weißen, menschenleeren Stränden.

Kulinarische Höhepunkte

Und in jedem kleinen Örtchen besuchten wir die Märkte, die alles boten, was das Herz (auch mal nicht) begehrt. Frisches Obst und Gemüse, Fisch, Krabben, Fischsoßen, Baguettes – ein Hoch auf die Franzosen, die vor vielen Jahren hier lebten.

Bunte Märkte in Kambodscha sind ein Genuss für die Sinne.

Es ist schwer zu beschreiben, wie ein ganzer Haufen frischer Ananas riecht oder wie die Mangos schmecken, deren zartes Fruchtfleisch fast auf der Zunge zergeht und für die sich unsere Reiseleiterin immer wieder entschuldigte, weil die richtig guten Mangos erst im April auf den Markt kommen.

Mit ein paar kurzen Worten lassen sich diese 25 Tage gar nicht zusammenfassen. Das muss man einfach selbst erlebt haben. Kambodscha hat so viel mehr zu bieten als Angkor Wat. Die freundlichen Menschen, die dank ihrer Religion so friedlich sind, dass man nicht einmal als Frau abends allein Angst haben müsste; die unzähligen Massagen, die die vom Sightseeing müden Knochen wieder einrenkten; die unglaublich leckeren Gerichte, die den Horizont mal wieder erweitert haben. Danke an dieses tolle Land für einmalige 25 Tage!

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