Reisebericht 11. September 2017

Tierische Abenteuer auf Sri Lanka

Warum es auch in unserem Sommer eine gute Idee ist nach Sri Lanka zu reisen, berichten Stefanie und Wilhelm Pröll: von Knabberfischen, Affenhorden, einem Krokodil als Burgherren und Entspannung am Tropenstrand.

Sri Lanka ist laut Reiseführer ganzjährig gut zu bereisen. So ließen wir uns vom Monsun nicht abschrecken und sind im Sommer auf diese „Perle im Indischen Ozean“ geflogen. Erster sichtbarer Vorteil war die kleine Gruppe von nur fünf Personen, wodurch wir die vielen Ausflüge sehr flexibel gestalten konnten. Zweiter Vorteil waren die angenehmen Temperaturen und der dritte die geringen Touristenansammlungen vor den zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Zu alledem gab es kaum Niederschläge, den Regenschutz haben wir nie gebraucht.

Los ging es in „Joe’s Habarana Village“, einer sehr weitläufigen Anlage mit einem riesigen Swimmingpool. Nach einer Pause zur Erholung von der Anreise schaukelten wir auf dem Rücken eines Elefanten vorbei an einem See mit Lotosblüten und badenden Kindern, bevor es zum ersten von vielen ausgezeichneten Abendessen ging. Wer gerne ein wenig scharf isst, ist in Sri Lanka genau richtig – dazu ein kühles Bier beziehungsweise frische Fruchtsäfte an den alkoholfreien Feiertagen.

Ein Krokodil als Burgherr

Löwenfels in Sri Lanka

Stefanie und Wilhelm Pröll freuten sich über die Planänderung, den Löwenfelsen schon früh am Morgen zu erklimmen.

Am nächsten Tag spielte unser Reiseleiter Nihal seine ganze Routine aus und änderte den Programmverlauf. Wir starteten, bei angenehmen Morgentemperaturen und noch vor dem Touristenansturm, auf den Löwenfelsen von Sigiriya. Bewacht wurde die Anlage von einem Krokodil am Burggraben, später stellte sich auch ein Waran den Fotografen. Wir konnten den Aufstieg auf den 200 m hohen Monolithen in aller Ruhe in Angriff nehmen. Mitten im Felsen zogen uns die 1.500 Jahre alten Wolkenmädchen in ihren Bann. Leider sind sie inzwischen recht scheu geworden, sie lassen sich nicht mehr fotografieren. Ein herrlicher Ausblick auf die malerische Landschaft war dann die Belohnung für die anstrengende Kletterpartie. Der gewaltige „Gegenverkehr“ beim Abstieg machte deutlich, wie richtig Nihals Entscheidung für den Morgentermin war. Das frühe Aufstehen hat sich gelohnt.

Am Nachmittag stand dann die nächste Wanderung auf dem Programm, Nihal brachte uns alle möglichen Pflanzen und Früchte näher, bevor wir bei einer Familie zur Küchenarbeit eingesetzt wurden. Seitdem wissen wir, wie eine Kokosnuss fachgerecht verwertet wird, und auch sonst gab es einen Einblick in die Finessen der heimischen Küche. Zum Schluss wurden die selbst fabrizierten Speisen genüsslich verzehrt. Auf dem Rückweg konnten wir in einem kleinen Katamaran lautlos über den fast vollständig mit Lotosblüten bedeckten Stausee gleiten, die überwältigende Blütenpracht hinterließ einen unvergesslichen Eindruck.

Mit dem Drahtesel durch die Königsstadt

Buddhastatuen von Gal Vihara

Eine der vier in den Fels gemeißelten Buddhastatuen von Gal Vihara zeigt sich schlafend.

Am folgenden Morgen stand eine Wanderung durch das Waldkloster von Ritigala auf dem Programm. Ein aufkommender Regenschauer wurde von Nihal mit äußerster, yogaähnlicher Konzentration vertrieben. Es folgte eine stimmungsvolle Wanderung durch die Überreste des aus Granitsteinen erbauten Klosters inmitten von imposanten Baumriesen. Auf der Weiterfahrt nach Polonnaruwa ließen sich die ersten freilebenden Elefanten blicken, die grauen Riesen wirkten mit ihren bedächtigen Bewegungen sehr majestätisch.

Die ehemalige Königsstadt hat dermaßen gigantische Ausmaße, dass wir für die Besichtigung Fahrräder erhielten. Die Drahtesel entsprachen nicht europäischem Standard, aber immerhin funktionierten die Bremsen. Die Radtour war jedenfalls recht lustig, auch den Affenbanden am Straßenrand schien es zu gefallen. Die Ruinen der zahlreichen Paläste und Tempel waren beeindruckend, Höhepunkt waren die vier aus dem Fels gehauenen Buddha-Statuen von Gal Vihara.

Eine ganz normale Affenhorde

Buddhastatue am Ausgang der Höhlentempelanlage

Die goldfarbene Buddhastatue am Ausgang der Höhlentempelanlage von Dambulla bietet einen faszinierenden Anblick.

Am vierten Tag ließ uns Nihal wieder sehr früh aufstehen und wieder war die Entscheidung goldrichtig: Im wundervollen Höhlentempel von Dambulla waren wir die ersten Besucher, ein Traum für Fotografen, die die mit Buddha-Statuen gefüllten Grotten vollkommen ungestört ablichten konnten. Die sehr freundlichen Mönche gaben gerne Auskunft und ließen sich bereitwillig fotografieren. Kaum mehr erwähnenswert ist die tägliche Affenhorde, die sich völlig in die Fellpflege vertieft hat und sich von uns nicht gestört fühlte. Am Ausgang der Anlage wartete noch eine fast 30 m hohe goldfarbene Buddha-Statue, die als Hintergrund für die Hochzeitsfotos aufwändig herausgeputzter Brautpaare diente. Auch für uns ein farbenprächtiges Motiv.

Nach einem Bummel durch den hektischen Gemüsemarkt von Dambulla stand der Besuch eines Ayurveda-Gewürzgartens auf dem Programm. Die interessanten Erklärungen eines Fachmanns wurden noch durch eine Ayurveda-Teilmassage für alle Reiseteilnehmer unterstrichen. Gut gelockert machten wir uns dann auf den Weg ins Knuckles-Gebirge, für die letzten zwei Fahrtstunden mussten wir in ein Allrad-Fahrzeug umsteigen. Dabei wurden wir so durchgeschüttelt, dass die wohltuende Wirkung der Massage bald verloren ging. Übernachtet wurde dann in der wunderschönen Anlage der Dumbangala-Chalets.

Knabberfische und eine Zahnreliquie

Wanderung im Hochland Sri Lankas

Wanderungen im Hochland Sri Lankas führen entlang von malerischen Reisfeldern.

Am Morgen starteten wir zu einer vierstündigen Wanderung durch herrliche Landschaften mit Wäldern und Reisfeldern, an deren Ende wir ein Picknick am Naturpool unter einem Wasserfall genossen. Bei einem Fußbad übernahmen Schwärme von Knabberfischen die Fußpflege und befreiten uns von überflüssigen Hautschuppen. Kitzelt etwas, ist aber sehr angenehm nach der langen Wanderung. Mit dem Allrad-Van ging’s dann zurück ins Hotel, der Nachmittag diente der individuellen Erholung.

Kandy, die schönste Stadt Sri Lankas?

Für Stefanie und Wilhelm Pröll ist Kandy die schönste Stadt Sri Lankas.

Nach einer stürmischen Nacht in den Bergen fuhren wir nach Kandy, die wohl schönste Stadt Sri Lankas. Höhepunkt war der Besuch des größten buddhistischen Heiligtums der Insel, der Tempel des Heiligen Zahns. Wir waren plötzlich Teil der Menge an gläubigen Pilgern, die ihre Opfergaben darbrachten. Der Schrein mit der Zahnreliquie wird den Besuchern nur in einem zehnminütigen Zeitfenster präsentiert, und wir waren unter den Glücklichen, die einen Blick auf das Heiligtum erhaschen konnten. Auch hier war das Insiderwissen von Nihal wieder Gold wert. Am Abend erlebten wir dann eine Vorführung der berühmten Kandy-Tänzer: Die bunten Kostüme und Masken sowie die akrobatischen Einlagen wurden vom Publikum begeistert mit Applaus gewürdigt.

Flugshow im Botanischen Garten

Flughunde zeigen ihr Können

Flughunde zeigen ihr Können im Botanischen Garten von Peradeniya.

Für erholsame Abwechslung sorgte ein Spaziergang durch den Royal Botanical Garden von Peradeniya mit einem prachtvollen Orchideenhaus und fast surrealen Baumriesen. Im Geäst dieser Bäume hingen hunderte von Flughunden und ließen ihre Flügel vom Wind trocknen. Einige zeigten auch ihre Flugkünste – ein ungewohnter Anblick für Reisende aus Mitteleuropa. Am Nachmittag wurden wir in die Welt des Tees eingeführt: Auf eine Wanderung durch Teeplantagen folgte eine sehr lehrreiche Besichtigung der Glenloch Teefabrik.

Nächste Station war Nuwara Eliya als Ausgangspunkt für einen Besuch des Horton Plains-Nationalparks. Die vierstündige Wanderung startete im dichten Morgennebel mit sehr frischen Temperaturen, nicht ungewöhnlich auf einer Höhe von 2.100 m. Auf dem Weg zum World’s End setzte sich aber schnell die Sonne durch und sorgte für angenehme Wärme beim Frühstück mit sehr spektakulärer Aussicht über den 700 m hohen Abhang.

Verspielte Elefantenbabys und ein Aufmarsch der Wasserbüffel

Am folgenden Tag wurde bei Traumwetter wieder eine vierstündige Wanderung unternommen, diesmal zum 200 m hohen Bambarakanda-Wasserfall. Der Weg führte durch eine pittoreske Landschaft mit winzigen Dörfern, kleinsten Dorfläden und immer wieder sehr freundlichen Dorfbewohnern. Wir konnten gar nicht alle Einladungen zur Teepause annehmen, sonst wäre der Tag zu kurz gewesen. Dazwischen waren immer wieder Tierbeobachtungen möglich. Ein seltener Schwarzer Adler, ein Nashornvogel und eine Rattenschlange stachen dabei heraus.

Verspielte Elefantenbabys

Im Elephant Transit Home haben die Elefantenbabys sichtlich Spaß.

Auf dem Weg nach Süden machten wir einen kurzen Zwischenstopp bei den geheimnisvollen Steinreliefs von Buduruwagala. Der 17 m hohe stehende Buddha aus dem 4. Jahrhundert wird zu beiden Seiten von je drei Bodhisattva-Figuren flankiert. Es wurde jetzt aber zunehmend heißer, so dass wir bald Zuflucht im klimatisierten Van suchten. Weiter ging die Fahrt nach Udawalawe zum Elephant Transit Home, wo wir rechtzeitig zur Fütterung der Elefantenbabys eintrafen. An den verspielten und tollpatschigen kleinen Dickhäutern konnten wir uns kaum satt sehen.

Abends wurden dann die direkt am Stausee gelegenen Zimmer im Centauria Lake Resort bezogen. Der tägliche Aufmarsch einer großen Herde Wasserbüffel wenige Meter vor dem Balkon ergab ein sehr stimmungsvolles Bild mit der Abenddämmerung im Hintergrund. Das sagenhafte Buffet wurde von einer lokalen Tanzvorführung mit Feuerschluckern untermalt.

Eine abenteuerliche Begegnung mit einem Elefantenbullen

Der vorletzte Tag der Rundreise begann schon um 5 Uhr früh mit einem Frühstückskaffee, bevor wir bei Tagesanbruch zur Jeep-Safari in den Udawalawe-Nationalpark aufbrachen. Mit einsatzbereiten Kameras machten wir uns auf die Jagd nach den freilebenden Wildtieren. Neben Elefanten, Wasserbüffeln, Hirschen und Krokodilen ließ sich auch ein Mungo überraschen. Den Angriff eines Elefantenbullen konnte unser Fahrer geistesgegenwärtig gerade noch stoppen, danach mussten wir erst einmal tief durchschnaufen. Ein bisschen Abenteuer gehört zu so einer Safari natürlich auch dazu. Für die farbenprächtigsten Bilder sorgten aber die vielen Vögel, große wie Adler, Pfauen und Störche, aber auch kleine wie etwa ein Eisvogel. Zufrieden mit der Ausbeute konnten wir den Nachmittag am Hotelpool genießen.

Schließlich ging es dann aber doch in Richtung Südküste mit einem ersten Fotostopp an einem schönen buddhistischen Tempel. Das hieß für uns: Schuhe ausziehen und durchfotografieren. Die mit 50 m größte Buddha-Statue Sri Lankas in Wevurukannala verlangte natürlich nach einer ausgiebigen Besichtigung. In dieser Anlage bekamen wir zum ersten Mal Einblick in die buddhistische Hölle, die farbenfrohen Wandgemälde sind teilweise recht schaurig und warnen eindrücklich vor den Folgen eines sündigen Lebens!

Entspannung am Tropenstrand

Temple Tree Resort

Vom Temple Tree Resort sind es nur wenige Schritte bis zum traumhaften Tropenstrand.

Danach war es so weit, wir sind endlich am Indischen Ozean angelangt und sahen als erstes die berühmten Fischer, die sich gegen Bares auf ihre Stangen setzen und für Fotos posieren. Die vorwiegend asiatischen Touristen zahlen gerne und so ist dieses Geschäftsmodell wohl einträglicher als der Fischfang selbst. Schließlich stand noch ein Spaziergang durch die holländisch/britische Festungsanlage und die malerische Altstadt von Galle auf dem Programm. Bei der großen Hitze war aber die Unternehmungslust der Reisegruppe nicht mehr besonders groß und alle freuten sich auf den Badeaufenthalt im tollen Temple Tree Resort.

Hier machte sich allerdings der Monsun doch noch bemerkbar. Mehrmals wurden die Badephasen in der wunderschönen Anlage durch kurze Regengüsse unterbrochen. Andererseits war ein Schwimmen im Meer nicht möglich, wegen der starken Strömungen zur Monsunzeit war es einfach zu gefährlich. So mussten wir eben auf die beiden sehr sauberen Hotelpools ausweichen. Trotzdem wurde es auf den bequemen Liegen nie langweilig, immer wieder kamen flinke Streifenhörnchen oder auch mal ein junger Waran als Besuch vorbei.

Am wunderschönen Tropenstrand ging eine erlebnisreiche Reise durch Sri Lanka zu Ende. Unser Dank gilt Reiseleiter Nihal, der rund um die Uhr bemüht war, uns die Schönheiten seiner Heimat näher zu bringen und dessen Begeisterung für die Natur und ihre Bewohner der Insel wirklich ansteckend war.

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