Reisebericht Indonesien 27. März 2018

Aktiv durch Indonesiens vielfältige Inselwelt

Atemberaubende Landschaften und fantastische Wanderungen, dazu interessante Einblicke in das kulturelle Leben der Einheimischen. Christian Jacobi nimmt uns mit auf seine 26-tägige Indonesien aktivPlus-Reise.

Als man mich fragte:„Indonesien? Musst du immer so weit fliegen?“ Antwortete ich:„Ja! Und ich habe es nicht bereut.


Auf dem Fahrrad zum Weltkulturerbe

Nach einem zugegebenermaßen langen Flug erreichen wir die indonesische Hauptstadt Jakarta, wo uns unser Reiseleiter schon erwartet. Dass wir hier in einem tropischen Land sind, bemerken wir spätestens beim Verlassen des Flughafens. Unser Bus schlängelt sich durch den Wahnsinnsverkehr der Metropole und bringt uns zum Hafen und ins historische Zentrum, wo wir gleich von einem tropischen Gewitter überrascht werden.

Tempel Borobodur

Am nächsten Tag machen wir uns auf in die kulturelle Hauptstadt Javas, Yogyakarta. Auf unserem Programm steht, die Stadt auf dem Fahrrad zu erkunden: Fahrrad fahren und dann auch noch in dem hier herrschenden Linksverkehr und bei der Hitze? Davor habe ich Respekt, aber das ist dann doch überhaupt kein Problem. Außerdem legen wir viele Pausen ein, weil es einfach so viel zu entdecken gibt. Nach einem Marktbesuch und einem extrem guten Mittagessen beim Fahrradverleiher folgt das eigentliche Highlight des Tages, der zum Weltkulturerbe zählende buddhistische Tempel Borobodur. Schattenplätze sind sehr gefragt, während wir den interessanten Erzählungen unseres Reiseleiters lauschen. Danach haben wir genügend Zeit, die fantastische Anlage selber zu erkunden und werden dabei selbst zum Objekt der Begierde. Denn für die Einheimischen sind Europäer anscheinend noch eine Seltenheit und so dürfen wir des Öfteren als Fotomotiv herhalten – eine echte Freude für beide Seiten!


Javanisches Tempelwunder

Auch zu der unweit von Yogyakarta gelegenenden Tempelanlage Prambanan fahren wir mit dem Fahrrad. Diesmal auch ein bisschen schneller und weiter, aber trotzdem für jedermann bequem zu schaffen. Immer wieder erblicken wir auf unserer Route interessante Tempelanlagen, bis wir an der wichtigsten und schönsten ankommen. Dies ist die hinduistische Tempelanlage Prambanan –ich komme aus dem Staunen nicht mehr heraus. So etwas Atemberaubendes habe ich nicht erwartet, zumal das Ganze durch Erdbeben komplett zerstört wurde und wieder aufgebaut worden ist. Auch hier kennt sich unser Reiseleiter natürlich bestens aus. Und auch hier waren wir wieder ein beliebtes Fotomotiv.

Vulkan Bromo


Ein Bilderbuchvulkan erwartet uns
In Malang angekommen genießen wir den Abend bei gutem Essen in unserem schönen Hotel. In die Stadt wollte keiner mehr, denn am nächsten Morgen müssen wir ganz früh aufstehen, der Vulkan Bromo wartet auf uns! Noch im Dunklen fahren wir mit 2 Fahrzeugen durch die erwachende Stadt Tumpang hoch in die Berge zum Ausgangspunkt unserer Tour. Erstmal frühstücken, dann noch ein paar Meter fahren und los geht’s. Inzwischen scheint die Sonne von einem wolkenlosen Himmel. Eine Wahnsinnsszenerie breitet sich vor uns aus und wir wandern durch ein grünes Tal mit hohen Gräsern. Dann wird es anstrengend und steil. Was tue ich mir bloß an?, frage ich mich wieder einmal. Aber die Anstrengung hat sich gelohnt. Ein atemberaubender Rundumblick erwartet uns und lässt die Aufstiegsqualen schnell vergessen. Im Rücken ragt der mächtigste, aktive Vulkan Javas Marapi in den Himmel und vor uns qualmt der Bromo. Wir wandern weiter auf dem Grat der Hügelkette immer auf den Bromo zu, natürlich mit der einen oder anderen Pause, um das Panorama in uns aufzusaugen. Dann stehen wir direkt am Kraterrand des Bromo. Von unten dringt ein ständiges lautes Donnern und Dröhnen zu uns herauf, da merkt man wieder, wie gewaltig die Natur ist! Auf spektakulärem Weg umrunden wir den halben Krater. Links von uns der Abgrund des Kraters und rechts das sogenannte Sandmeer. Jetzt noch ein paar Stufen den Hang hinunter, wo unsere Autos schon warten. Diese bringen uns zu unserem Hotel, wo wir am Nachmittag im Pool relaxen. Wir sind allesamt glücklich und beeindruckt von dieser Wanderung und dem Vulkan Bromo.

 

Traditionelle Wohnhäuser der Toraja

Im Land der Toraja
Java war toll, aber heute fliegen wir zur großen Nachbarinsel Sulawesi, wo wir am Abend ankommen. Aufgeteilt auf zwei größere Autos und mit zwei neuen Begleitern (zwei super nette Jungs von der Reiseagentur) starten wir am nächsten Tag unsere lange Fahrt ins Land der Toraja. Unser Reiseleiter wechselt zwischendurch immer mal das Fahrzeug. Nach vielen Stunden und einigen Stopps verkündet ein großes Tor hinter einer Brücke, dass wir uns jetzt im Gebiet der Toraja befinden. Bisher war die Bevölkerung hauptsächlich muslimisch und wir haben viele Moscheen gesehen. Die Toraja sind überwiegend christlich und plötzlich sieht man überall Kirchen! Am Abend erreichen wir unser Ziel Rantepao. Von hier aus erkunden wir die Umgebung. Fasziniert sind wir besonders von der seltsamen Bauweise der Torajahäuser, die durch die markante Dachkonstruktion einfach so schön anders anzusehen sind. Auch der ungewöhnliche Totenkult der Toraja fesselt unsere Aufmerksamkeit. So bestaunen wir hohe Felswände, in die Gräber gehauen wurden, welche von lebensgroßen Figuren bewacht werden. Die Totenzeremonie ist nicht ganz billig und so ist es nicht ungewöhnlich, dass die Verstorbenen noch sehr lange zu Hause aufbewahrt werden, bis sich die Familie eine Totenfeier leisten kann. Wir dürfen bei einer Familie vorbeischauen, wo dies der Fall ist. Etwas makaber für uns, aber hier wohl nichts Ungewöhnliches.

 

Pura Ulun Danu Bratan

Auf zur Insel der Götter
Nach einigen Tagen verlassen wir Sulawesi, der Abstecher hierher hat sich gelohnt! Unser nächstes Ziel ist Bali, die Insel der Götter. Schon aus dem Flugzeug können wir den rauchenden Vulkan Agung erspähen. Der soll ja kurz vor einem Ausbruch stehen, aber bitte nicht während unseres Aufenthaltes hier. Wir fahren nach Ubud, von wo aus wir Bali erkunden wollen. Schon während der Busfahrt wird uns klar, dass Bali anders ist als die bisherigen Inseln. Zum einen ist Bali natürlich hinduistisch geprägt, was die vielen kleinen und großen Tempel an der Straße beweisen. Und zum anderen ist diese Insel sehr gut touristisch erschlossen und es gibt entsprechend viele Urlauber hier. Wir sind früh in Ubud und haben uns entschlossen den restlichen Tag mit einem Ausflug zu verbringen, wobei uns unser Reiseleiter behilflich ist und dann sogar selbst mitkommt. Mit zwei Taxis fahren wir zu einem der meistfotografierten Tempel der Insel, dem „Pura Ulun Danu Bratan“. Dann weiter zum zweitgrößten Tempelkomplex von Bali, dem „Pura Taman Ayun“. Direkt davor wurde gerade ein Festumzug anlässlich der hinduistischen Festwoche vorbereitet. Wir stürtzen uns auch ins Gewimmel und bestaunen die wunderschönen traditionellen Gewänder der Mitwirkenden.

 

Trekking-Tour zum Gunung Batur
Die folgende Nacht ist kurz, denn schon um 2 Uhr morgens fahren wir Richtung Batur Vulkan. Diesen wollen wir heute erklimmen. Bewaffnet mit Taschenlampen starten wir gut gelaunt, um rechtzeitig zum Sonnenaufgang den Gipfel zu erreichen. Der anfänglich gemütliche Weg entpuppt sich schnell als anstrengend und ziemlich schweißtreibend! Noch im Dunkeln kommen wir aber alle glücklich oben an. Nur ein klarer Sonnenaufgang will sich nicht so recht einstellen, Nebel vermiest uns die Sicht. Dafür werden wir bestens von frechen Affen unterhalten, die unsere Essensreste klauen! Dann klart es aber doch noch auf und wir können die wunderschöne Aussicht auf die Nachbarvulkane genießen. Unter anderem auch wieder den Gunung Agung mit seiner Rauchfahne (zwei Wochen nach unserer Reise hat er dann wirklich große Mengen an Asche ausgestoßen). Die Wanderung hat mir wieder sehr gut gefallen. Auf der Rückfahrt nach Ubud werfen wir noch einen Blick auf spektakuläre Reisterrassen.

 

Ein letzter Sprung ins Meer
Man mag es kaum glauben: Obwohl wir in Indonesien durchweg auf Inseln unterwegs sind, haben wir das Meer bisher jedoch nur aus der Ferne erspähen können. Das ändern wir jetzt, denn den Rest unserer Reise verbringen wir in Sanur. Unser schönes Hotel ist nicht weit vom Strand entfernt. Dort relaxen wir oder machen noch einen Tagesausflug. Unser Reiseleiter und das Hotel organisieren uns einen Fahrer, der uns zu zwei wunderschönen Stränden bringt – einfach traumhaft! Außerdem fahren wir noch zum Tempel „Pura Tanah Lot“, der spektakulär am Meer liegt. Jeden Abend gibt es leckeres Essen am Strand, wo es jede Menge gute Restaurants gibt.

Schade, der Urlaub ist schon wieder vorbei. Wir waren eine tolle Gruppe. Überrascht war ich von den guten bis sehr guten Hotels auf dieser Reise. Ich kann Indonesien nur empfehlen. Die Einheimischen sind sehr freundlich und hilfsbereit. Und die Landschaft ist einfach nur grandios! Ich würde sofort wieder hinfahren!

 

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