Reisebericht Georgien 12. September 2018

Kleines Land im Kaukasus

Inzwischen sind schon einige Wochen vergangen, seitdem Bernhard Lehwald und seine Frau Irene Fuhrmann von ihrer Reise durch Georgien zurückgekehrt sind. Das kleine Land am Rande Europas hat beide sehr beeindruckt:

Das Postkartenmotiv Nr. 1

Angekommen in der kontrastreichen Metropole Tiflis, ging es für uns am nächsten Tag zum Kasbek. Der Kasbek soll jener Berg der griechischen Mythologie sein, an den Prometheus gekettet wurde, weil er den Göttern das Feuer entwendete und unerlaubt den Menschen gab. Am Nachmittag ging es für uns weiter auf eine Wanderung zur Gergetier Dreifaltigkeitskirche in 2170 m Höhe. Allerdings versperrten leider Wolken unseren Blick. Dafür hatten wir am nächsten Morgen Glück: Fast vom Bett aus sah ich ihn. „Du sagst ja gar nichts!“ ,entfuhr es meiner Frau. „Den Kasbek muss man gesehen haben, wenn einem nicht ein wunderbares Bild in der Seele fehlen soll“, dachte ich in Anlehnung an Alexander von Humboldt. Sagen konnte ich nichts. Kann es noch etwas Beeindruckenderes auf dieser Reise geben?

Wanderungen in alpiner Landschaft

Ja, das kann es! Gleich am nächsten Tag führte uns unsere Reiseführerin Nino in das Sno-Tal. Auf grünen Wiesen mit Frühblühern, die auch schon Mitte Juni farbenfroh strahlten, ging es für uns allmählich immer mehr bergauf, rechts und links grüne Berge, vor uns das gewaltige Tschiuchebi, bestehend aus Fels und Eis. Je weiter wir mit der Reisegruppe darauf zugingen, desto kleiner fühlte ich mich als Mensch in dieser urgewaltigen Natur. Nino führte uns auf Schneefeldern über die reißenden Bäche. Bei einigen Überquerungen bildeten wir mit der Gruppe Ketten, um sicher über das eiskalte Wasser zu kommen. Während unserer Wanderungen kreisten große Vögel über uns. Ich bin mir nicht sicher, ob es Geier waren oder eine andere beeindruckende Vogelart.

Ein weiteres Highlight unserer Georgien-Reise war die Region Swanetien. Nach einem zweitätigen Transfer mit durchaus interessanten Zwischenstopps erreichten wir den Ausgangsort Mestia. Von hier aus führten uns unsere Wanderungen quer durch die atemberaubende Natur: Auf einer besonders blumenreichen Wiese lagen plötzlich fast alle Gruppenmitglieder auf dem Bauch und fotografierten Blumen, Schmetterlinge, Insekten und die verschiedensten Vogelarten, die wir vor die Linse oder das Fernglas bekamen.

Die Ursprünge des Kaukasus

In Georgien heißt es: „Als Gott allen Völkern ein Stück Land zuteilte, kamen die Georgier zu spät, weil sie unterwegs gefeiert hatten. Gott schenkte ihnen dennoch das Land, das er für sich selbst reserviert hatte.“ „Ja, so könnte es wohl gewesen sein!“, sagten wir, nachdem wir in Swanetien waren. Da ist dieses Grün, nein eigentlich sind es viele verschiedene Grüntöne. Bis 2700 m hoch sind wir gegangen und es war immer noch grün mit vielen bunten Farbtupfern von den Blumen und endlosen Teppichen von Rhododendronsträuchern. Das Weiß der gigantischen Berge leuchtete. In Ermangelung eigener kreativer Bilder fielen mir Reklamespots meiner Kindheit ein: „Das weißeste Weiß ihres Lebens!“  Während der dreitägigen Trekkingtour waren wir umgeben von weißen Riesen mit unglaublicher Ausstrahlung. Immer wieder verschlug es uns den Atem vor Staunen.

Kulinarische Köstlichkeiten

Hatte sich unser Staunen über die Landschaft am Abend etwas gelegt, erlebten wir ein neues Wunder. In den teilweise schon verlassenen und weit abgelegenen  Dörfern wurde uns ein sehr reichhaltiges und kulinarisch buntes Abendessen serviert. Wie lange haben unsere Gastgeber das vorbereitet?, war die häufigste Frage, die wir uns an den Abenden nach unseren Wanderungen stellten. Eines unserer Lieblingsgerichte war Nigvsiani Badrijani, Aubergine mit Wallnusspaste.

Die Reise war von Deutschland und Georgien aus hervorragend organisiert. Alle Gruppenmitglieder waren hoch zufrieden, was zum größten Teil an unserer wunderbaren Reiseleiterin Nino lag. In einem sehr guten Deutsch brachte sie uns mit Leidenschaft ihr kleines, großartiges Land näher. Nie haben meine Frau und ich bisher erlebt, dass 14 Gruppenmitglieder, mit ihren durchaus unterschiedlichen Charakteren und Wünschen so einhellig begeistert waren und am Ende der Reise frenetischen Applaus spendeten – übrigens auch dem Busfahrer. Nino informierte uns über so viele Seiten des Lebens in Georgien. Sie wusste auf jede Frage, und es gab viele Fragen, eine Antwort. Darüber hinaus hatte sie das Wohlergehen von jeder und jedem einzelnen im Blick. Sie baute Übergänge über reißende Bäche, organisierte auf Wunsch Pferdereiten und Opernkarten. Wir sind ihr dankbar, dass sie uns diese großartige Reise ermöglichte.

Bericht: Bernhard Lehwald / Fotos: Irene Fuhrmann

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